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Die Frauenfelder Etappe der Tour de Suisse im Zeitraffer

Im Juni brausen die weltbesten Fahrer an der Tour de Suisse durch die Region Frauenfeld. Nach dem Mannschaftszeitfahren als Startetappe am 9. Juni folgt am darauffolgenden Tag ein Rundrennen. Grund genug, für eine etwas andere Reportage das Rennvelo zu satteln.
Samuel Koch

Die Strecke der zweiten Etappe (blau) im Zeitraffer.

Die Profis sind nun langsam warm, beim Laien aber schwitzt's und trieft's.

Die technischen Daten zur ersten Etappe (Mannschaftszeitfahren in Rot) und zur zweiten Etappe (Rundstreckenrennen in Blau), in welcher die Fahrer die Strecke viermal zu bewältigen haben.

Die technischen Daten zur ersten Etappe (Mannschaftszeitfahren in Rot) und zur zweiten Etappe (Rundstreckenrennen in Blau), in welcher die Fahrer die Strecke viermal zu bewältigen haben.

Wo sonst junge Erwachsene im ehemaligen Kloster nach Straftaten wieder zurück auf den richtigen Pfad finden sollen, sind andere auf gutem Weg zur Erschöpfung.

  1. Auf zum Höhenflug, dreimal vorbei und erschöpft ins Ziel
    0, 38, 77, 116 und 155: So lauten die Kilometerstände beim Start- und Ziel-Gelände in Frauenfeld. Die Allmend, die sonst von Militärs, Freizeitsportlern und Anfang Juli von zehntausend wippenden Hip-Hop-Fans belagert wird, verwandelt sich einstweilen zum Mekka des Radrennsports. Voller Tatendrang beim Start und müder werdend bei den Durchfahrten zur 2., 3. und 4. Runde führt der Weg übers Galgenholz zur Thurbrücke hinauf nach Warth.
  2. Durch die Dorfenge und hinüber zu den drei Seen
    In Warth schlängeln sich die Fahrer durch die erste enge Passage beim Restaurant Kreuz. Um sich zu ärgern, dass die Strecke nicht am ehemaligen Kloster Kartause Ittingen vorbeiführt, haben die Fahrer kaum Zeit. Vielmehr sind stramme Waden gefragt, denn bis zum Dorfausgang in Richtung Buch und rüber ins Seebachtal sind schon knapp 80 Höhenmeter zu absolvieren. Die Profis sind nun langsam warm, beim Laien aber schwitzt’s und trieft’s.
  3. Scharfe Rechtskurve nach leichtem Anstieg im Seebachtal
    Der Tour-Tross bewegt sich durch das Seebachtal, das Naturschutzgebiet von nationaler Bedeutung zwischen Nussbaumer- und Hüttwilersee, hinauf ins beschauliche 300-Seelen-Dorf Nussbaumen. Ehe die Fahrer auf der flachen Hauptstrasse nach Hüttwilen rollen, gilt es weitere 50 Höhenmeter zu bewältigen. Von Ruhepuls kann spätestens bei der scharfen Rechtskurve beim Restaurant Löwen keine Rede mehr sein.
  4. Steil hinauf bis zum Bergpreis bei der Massnahmenanstalt
    Die bisherigen Steigungen können verglichen mit dem Stich hinauf zum Massnahmenzentrum Kalchrain getrost als Nasenwasser bezeichnet werden. Von Hüttwilen hinauf bis zum Bergpreis auf 588 Metern über Meer sind selbst hartgesottene Radrennprofis gefordert. Wo sonst junge Erwachsene im ehemaligen Kloster nach Straftaten wieder zurück auf den richtigen Pfad finden sollen, sind andere auf gutem Weg zur Erschöpfung.
  5. Hinauf zum höchsten Punkt im idyllischen Weiler
    Wer glaubt, beim Bergpreis schon auf dem Dach der Etappe zu sein, irrt. Die Beine lassen sich hinab nach Herdern zwar zwischendurch etwas lockern. Gnade gibt es aber vorerst keine, denn es geht wieder bergauf zum höchsten Punkt in Gündelhart. Wie idyllisch der Homburger Weiler mit seiner romanischen Kapelle auch ist, bei der bevorstehenden Abfahrt ist Konzentration und fahrerisches Geschick gefragt, egal ob beim Profi oder beim Laien. Davor gibt es aber noch kurz eine tierische Hürde zu nehmen, die beinahe mit einem Sturz ins Dickicht geendet hätte.
  6. Schnelle Abfahrt hinab ins Tal, über Thur und Autobahn
    Jetzt wird’s rasant: Von 612 Metern über Meer brausen die Fahrer über Hörhausen und Dettighofen auf der breiten Hauptstrasse hinab nach Pfyn, auf rund 400 Metern über Meer, ins Thurtal. Die Fahrer dürften Spitzentempi von bis zu 70 km/h erreichen, wobei Stürze fatale Folgen hätten. Über Thur und A7 durch Felben-Wellhausen geht es zurück auf die Allmend in Frauenfeld – die finale Zieldurchfahrt folgt aber erst bei der vierten Ankunft. Zu viel für den Laien, der bereits nach der ersten Runde mit Krämpfen geplagt aufgibt.

Vertrag für insgesamt drei Austragungen

Nach Gastauftritten 1975 und 1996 kommt mit der Tour de Suisse die weltweit viertgrösste Radrundfahrt wieder nach Frauenfeld. Vor einem Jahr unterzeichnete der Verein Tour de Suisse HUB Frauenfeld unter Präsident Anders Stokholm mit der Tour-Direktion einen Vertrag, dreimal als HUB-Standort zu dienen. Am 9. und 10. Juni 2018 startet die Tour de Suisse in Frauenfeld, 2020 und 2022 beginnt oder endet die Tour dann über ein Wochenende in der Thurgauer Kantonshauptstadt. Die Tour de Suisse, die als Vorbereitung auf die Tour de France verstanden wird, geht heuer zum 82. Mal über die Bühne. (sko)

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