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Enthauptung in Frauenfeld: Islamische Gemeinschaft distanziert sich +++ Experte analysiert Facebook-Profil des Täters

Am Dienstagabend ist eine Frau in einer Wohnung beim Talbachkreisel leblos aufgefunden worden. Beim Eintreffen der Polizei sei der Kopf von ihrem Körper abgetrennt gewesen. Laut Anwohnern hat der Enkel seine Grossmutter beim Gebet getötet. Die Islamische Gemeinschaft, die im Frühling in Frauenfeld ihre neue Moschee eröffnete, nimmt Abstand von der Gewalttat.
Dinah Hauser, Samuel Koch
Eingangsbereich zum Haus an der Talackerstrasse 2 in Frauenfeld, in welchem am Dienstagabend eine leblose Frau mit abgetrenntem Kopf aufgefunden wurde. (Bild: Andrea Stalder)

Eingangsbereich zum Haus an der Talackerstrasse 2 in Frauenfeld, in welchem am Dienstagabend eine leblose Frau mit abgetrenntem Kopf aufgefunden wurde. (Bild: Andrea Stalder)

  • Polizei findet in Frauenfelder Wohnung tote Frau mit abgetrenntem Kopf
  • Wenige Stunden später fasst die Polizei den mutmasslichen Täter am Flughafen Zürich
  • Verdächtiger gibt kurz nach der Tat sein Handy beim Polizeiposten ab
  • Staatsanwaltschaft beantragt Untersuchungshaft
  • Islamische Gemeinschaft distanziert sich von der Gewalttat, der mutmassliche Täter ist deren Mitgliedern unbekannt
  • Polizei ermittelt in alle Richtungen
  • Kurt Pelda, Experte für islamistischen Terrorismus, analysiert Facebook-Profil des Täters: «Der Bezug zu Islamisten ist gering.»

Seit Dienstagabend sitzt ein 19-jähriger italienischer Staatsangehöriger in Haft. Er soll eine Frau in ihrer Wohnung beim Talbachkreisel in Frauenfeld getötet haben. Matthias Graf, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau, bestätigt die Meldung: «Beim Eintreffen der Polizei war der Kopf vom Körper abgetrennt.» Anwohner munkeln, der Enkel habe seine Grossmutter beim Beten geköpft.

Laut «Blick» liess der mutmassliche Täter den Kopf seiner Grossmutter nicht in der Wohnung. Der Polizeisprecher habe mitgeteilt, dass der Kopf des Opfers «sichergestellt» worden sei. Genauere Angaben wollte er aus ermittlungstaktischen Gründen keine machen.

Polizei wertet Handydaten aus

Der Verdächtige hat sein Handy kurz nach der Tat beim Polizeiposten deponiert, wie «20 Minuten» berichtet. Graf bestätigt dies: «Der 19-Jährige hat es wortlos beim Schalter hingelegt und die Örtlichkeit gleich wieder verlassen.» So eine Handlung sei schon ein wenig aussergewöhnlich, aber zu diesem Zeitpunkt war keine Straftat erkennbar. Deshalb sei die Polizei zu dieser Zeit auch noch nicht tätig geworden.

Der Jugendliche hatte das Handy kurz vor Eingang des Notrufs deponiert. «Wenig später konnte ein Zusammenhang hergestellt werden», sagt Graf. Die Auswertung der Handydaten sei noch nicht abgeschlossen.

Untersuchungen vor Ort sind noch nicht abgeschlossen

Derweil können die Bewohner der betroffenen Wohnung noch nicht dorthin zurückkehren. Sie ist immer noch versiegelt. «Die Untersuchungen in der Wohnung sind noch nicht abgeschlossen,» sagt Graf. Die Staatsanwaltschaft werde die Wohnung zu gegebener Zeit wieder freigeben.

Auf Sozialen Medien wirft die Gewalttat hohe Wellen. Vereinzelt wird sie mit dem IS in Verbindung gebracht. Die Islamische Gemeinschaft, die im Mai in Frauenfeld ihre neue Moschee für rund 300 Besucherinnen und Besucher eröffnet hatte, bestreitet Verbindungen zum mutmasslichen Täter. Sowohl der Präsident der Gemeinschaft als auch der Imam betonen, dass ihnen die Familie des Verdächtigen unbekannt ist.

Die Polizei ermittelt derweil in alle möglichen Richtungen. So würden sowohl Angehörige befragt, wie auch das persönliche Umfeld überprüft. Für den Verdächtigen hat die Staatsanwaltschaft U-Haft beantragt, wie Polizeisprecher Graf sagt. Diese muss laut der Generalstaatsanwaltschaft vom Zwangsmassnahmengericht noch bewilligt werden.

Islam-Experte Pelda: «Der Bezug zu Islamisten ist gering»

Kurt Pelda, Experte für islamistischen Terrorismus, hat sich das Facebook-Profil des Verdächtigen angeschaut. Laut TA-Media-Mitarbeiter Pelda hat der 19-Jährige primär halbnackte Frauen und Auto mit dem «gefällt mir»-Knopf versehen.

«Es ist durchaus eine Bewunderung für Gewalt und cooles Gehabe erkennbar», sagt Pelda. Der Bezug zu Islamisten sei gering: «Aber er liked das Foto eines Mazedoniers, der bekannt ist für seine IS-Sympathie und der früher in der An’Nur-Moschee in Winterthur verkehrte.» Dieser Mazedonier habe unter seinem Facebook-Pseudonym viele albanische Anhänger und gebe manchmal auch den Poeten. «Dass der Tatverdächtige ihn liked, muss also nicht mit einer persönlichen Beziehung zu tun haben», sagt der Experte.

Unter einem Bild mit Grillwürsten und der italienischen Aufschrift «Das ist Ramadan in Sardinien – Wenn er uns besuchen kommt, dann grillen wir auch Mohammed» hinterlässt der 19-Jährige einen abschätzigen Kommentar über Christus. Zudem droht er mit einem Kalaschnikov-Sturmgewehr; das gleiche Modell, das auch auf einem seiner Profilbilder sichtbar ist. (dh)

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