Tobel
Mittels Crowdfunding: Die Komturei Tobel will mit einem neuen Pavillon die Gastronomie ausbauen

Der Stiftungsrat der Komturei Tobel will die Komtureibeiz erweitern und sammelt zu diesem Zweck Spenden.

Christoph Heer
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Der Innenhof der Komturei Tobel ist ein beliebter Ort für Veranstaltungen.

Der Innenhof der Komturei Tobel ist ein beliebter Ort für Veranstaltungen.

Bild: PD

«Keine Hochzeit ohne ein Festmahl aus der Komtureibeiz, kein Konzert ohne Komtureibier», ist das Team der Hinterthurgauer Institution überzeugt. Schliesslich bilde die Gastronomie bei Anlässen in der Komturei Tobel das Herzstück. Menschen treffen hier aufeinander, sitzen zufällig am selben Tisch, kommen ins Gespräch, reichen sich die Weinflasche und erleben gute Stunden.

Im Hintergrund steht ein junges Team, welches diese Momente zum Erlebnis machen will. Ein Freundeskreis, der sich stark mit der Komturei identifiziert und ein familiäres Arbeitsumfeld pflegt und schätzt. Der Stiftungsrat der Komturei ist überzeugt: Um diesen Leuten und dem Potenzial der Komturei gerecht zu werden, braucht es eine zeitgemässe Infrastruktur.

Mit den Köchen der Komtureibeiz hat der Stiftungsrat deshalb das gastronomische Potenzial analysiert. Sie sind zum Schluss gekommen: Die beliebte Beiz soll als Begegnungsort gestärkt werden. So haben die Verantwortlichen beschlossen, die Infrastruktur durch bauliche Massnahmen zu verbessern. Mit Architekten und Handwerkern wurde ein Küchenbau geplant, ein externer Pavillon, welcher es ermöglicht, den Festsaal besser zu nutzen, bis in die Wintermonate zu planen und Abläufe zu verfeinern.

Mehr Platz ‒ bessere Infrastruktur

Für das Personal der Beiz soll dieser Entscheid Wertschätzung signalisieren und neue Perspektiven eröffnen. Der Bau bietet aber auch mehr Flexibilität für das Team, einfachere Arbeitsabläufe durch zusätzlichen Platz und die Möglichkeit, das Angebot zu erweitern. Der geplante Neubau kommt einem Pavillon gleich, welcher neben den historischen Webereisaal zu liegen kommt und diesen somit von Geruchs-, Geräusch- und physischen Emissionen entlasten wird.

Mit diesem Bauprojekt soll der Geschichte der Komtureibeiz Rechnung getragen und das sorgfältige Wirtschaften, welches mehreren Personen ein Einkommen bietet, längerfristig gesichert werden. Die Finanzierung des Baus ist auf gutem Wege. Allerdings sind weitere Eigenmittel erforderlich.

Crowdfunding für 30'000 Franken

Mit einem Crowdfunding auf der Plattform Lokalhelden wird das Projekt Neubau Küchenpavillon unterstützt und mitgetragen. In den kommenden Tagen soll die Spendensammlung beginnen. «Wir starten unser Crowdfunding bei Lokalhelden, weil wir dort 100 Prozent der Spenden erhalten und nicht einen Franken an den Betreiber der Plattform abtreten müssen», erklärt Silvan Kappeler, Geschäftsführer der Komturei. Insgesamt sollen 30'000 Franken mit der Sammlung zusammenkommen.

Ehemalige Strafanstalt

Die Stiftung Komturei Tobel ist seit ihrer Gründung 2006 Inhaberin des Komturei-Areals. Die Anlage war von 1228 bis 1809 eine Niederlassung des Johanniterordens. Zwischen 1811 und 1976 nutzte sie der Kanton Thurgau als Strafanstalt, woraufhin mehrere Jahre des Leerstands folgten. Mittlerweile hat die Stiftung das Areal zu einem Kultur- und Begegnungsort verwandelt. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die historische Anlage zu beleben, zu erhalten, wirtschaftlich zu führen und den Ort für die Besucher erlebbar zu machen ‒ mit Erfolg. Unter dem Namen Komturei Tobel wurde die Anlage zum Begegnungsplatz, zum Festsaal, zur Bühne für Theater, Musik und Film, zur Kunstgalerie oder zum Bandproberaum.

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