TKB-Millionen
«Wir müssen eine Sanierung vornehmen – mit oder ohne TKB-Millionen»: Das Schloss Herdern will 0,98 Millionen für eine Käserei mit Schaucharakter

Der Ausbau der Käserei des Schloss Herdern hat es unter jene 14 Projekte geschafft, für die ein Teil des TKB-Geldtopfs vorgesehen ist. Aufgerundet eine Million aus dem Erlös der Partizipationsscheine soll den Bau von Schauräumlichkeiten und so mehr Arbeitsplätze für Menschen mit Beeinträchtigungen ermöglichen.

Janine Bollhalder
Merken
Drucken
Teilen
Die 125-jährige Käserei des Schloss Herdern bedarf einer Modernisierung.

Die 125-jährige Käserei des Schloss Herdern bedarf einer Modernisierung.

Bild: Reto Martin
(18. September 2020)

Weshalb haben Sie sich entschieden, das Projekt «Ausbau der Schlosskäserei» einzureichen?

Armin Strom, Geschäftsleiter des Schloss Herdern.

Armin Strom, Geschäftsleiter des Schloss Herdern.

Bild: Reto Martin (23. Januar 2020)

Armin Strom: Das Projekt erfüllt alle Kriterien, die der Fond verlangt. Dazu kommt, dass wir eine soziale Institution sind und Arbeitsplätze für Personen mit einer Beeinträchtigung schaffen. Mit dem Ausbau der Käserei könnten wir vier weitere Arbeitsplätze anbieten.

Wird die Schaukäserei wie jene in Appenzell öffentlich zugänglich sein?

Nein, wir möchten keine Massen anlocken. Zutritt wird nur gegen Voranmeldung gewährt. Wir planen, die Räumlichkeiten so zu gestalten, dass Interessierte durch ein Schaufenster in die Käserei hineinschauen können.

In der Bewerbung für das Geld der TKB ist die Rede davon, dass von vielen Seiten der Wunsch einer Schaukäserei im Thurgau besteht.

Wir arbeiten bereits seit vier Jahren an diesem Ausbauprojekt und stehen mit verschiedenen Institutionen in Kontakt, etwa mit Agro Marketing Thurgau oder dem Agrotourismus vom Arenenberg. In diesen Gesprächen wurde immer wieder erwähnt, dass eine Käserei mit Schaucharakter toll wäre. Auch die Sortenorganisation Tilsiter, deren Käse wir produzieren, befürwortet dieses Projekt. Sie möchte den Leuten ebenfalls näherbringen, wie Käse produziert wird.

Vor vier Jahren hatten Sie die TKB-Millionen noch nicht in Aussicht. Wie wäre das Projekt finanziert worden?

Die Käserei ist seit 125 Jahren im Betrieb und nun in einem Alter, in dem wir eine Sanierung vornehmen müssen – mit oder ohne die TKB-Millionen. Wir hätten dies über Kredite finanziert, dann aber allenfalls auf die Räumlichkeiten für den Schauteil der Käserei verzichten müssen.

Eine Skizze der geplanten Käserei inklusive Schauräumlichkeiten.

Eine Skizze der geplanten Käserei inklusive Schauräumlichkeiten.

Bild: PD

Weshalb haben Sie nur 35 Prozent der Gesamtkosten, also 0,98 Millionen beantragt?

Eine Bedingung schreibt vor, dass das Projekt nicht von Staatskasse mitfinanziert werden darf. Dies betrifft uns insofern, als dass wir nur Geld für die Schauräumlichkeiten von den TKB-Millionen beantragen können. Denn für die Sanierung der restlichen Käserei müssen wir uns an das Sozialamt wenden.

Das Geld erhalten Sie voraussichtlich erst im Jahr 2022. Was geschieht bis dahin?

Wir warten. Das müssen wir auch beim Antrag an das Sozialamt für die Finanzierung der Sanierung der Käserei. Ich rechne aber mit einer Zustimmung. Sobald diese erfolgt ist, kann ich beim zuständigen Architekturbüro die nächsten Planungsschritte auslösen.