Tierschutzmeldung gegen den Bauern, der in Frauenfeld Rehkitze zermäht hat: Er habe seinen Pferden zu wenig Auslauf gewährt

Beim Thurgauer Veterinäramt ist eine Meldung eingegangen, wonach ein Pferd und ein Pony in Dingenhart oberhalb von Frauenfeld zu wenig Auslauf hätten. Eine unangekündigte Tierschutzkontrolle hatte Konsequenzen für den Halter der Huftiere. Er verteidigt sich.

Enrico Kampmann
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Ein Pferd geniesst die Herbstsonne auf der Weide.

Ein Pferd geniesst die Herbstsonne auf der Weide.

Bild: Bruno Kissling (Ramiswil, Solothurn)

Ende Juni bekam ein Thundorfer Bauer eine Anzeige, weil er beim Mähen einer Wiese auf der Tiefgarage des Kantonsspitals Frauenfeld drei junge Rehe getötet hatte. Er war im Vorfeld mehrfach darauf hingewiesen worden, dass sich dort Tiere aufhalten würden.

Gegen denselben Bauer wurde inzwischen eine Meldung beim Veterinäramt wegen nicht artgerechter Haltung von zwei Pferden in Dingenhart eingereicht. Es handelt es sich dabei um den möglicherweise ungenügenden Auslauf eines altgedienten Rennpferdes und eines Ponys.

Noch läuft keine strafrechtliche Verfolgung

Robert Hess, interimistischer Leiter des Thurgauer Veterinäramtes, bestätigt den Eingang einer Tierschutzmeldung in Bezug auf Pferdehaltung. Es seien eine unangemeldete Tierschutzkontrolle vor Ort durchgeführt und entsprechende Massnahmen veranlasst worden.

Der Bauer sagt, dass er jetzt ein Auslaufjournal ausfüllen müsse; Busse habe er aber keine erhalten. Er erachte die Massnahmen als unangebracht. «Im Sommer lasse ich die Rösser in die Nacht raus, weil es tagsüber zu heiss ist. Dann sehen es die Leute nicht», sagt er.

Ob möglicherweise zu weiterführenden Sanktionen kommen könnte, dazu konnte sich das Veterinäramt nicht äussern, da das Verfahren noch laufe. Eine strafrechtliche Verfolgung sei bisher aber keine eingeleitet worden.