Tierische Wohnung auf Zeit in Basadingen

Am südlichen Dorfrand von Basadingen hat sich ein Storch auf einem Baukran einen Nistplatz eingerichtet. Der Kran soll solange stehen bleiben, bis der Storch wieder weg ist.

Dieter Ritter
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Der Storch in seinem Horst auf dem Kran.

Der Storch in seinem Horst auf dem Kran.

(Bild: Dieter Ritter)

Dass Meister Adebar das schwankende Ungetüm eines Krans für seinen Horst ausgewählt hat, ist ungewöhnlich. Normalerweise nisten Störche auf Türmen oder Kaminen. Auch Dächer eigenen sich, sofern eine künstliche Horstunterlage zur Verfügung steht. Die Besitzerin des Krans am südlichen Dorfrand, die Hermann Rütimann AG aus Basadingen, lässt den Vogel gewähren. «Wir wollten diesen Kran demnächst abbauen. Jetzt lassen wir ihn stehen, mindestens, solange das Storchennest bewohnt ist», verspricht Geschäftsführer Felix Rütimann. Roman Kistler von der kantonalen Jagd- und Fischereiverwaltung vermutet, dass es sich um einen einzelnen Jungstorch handelt. Dieser wolle nicht nisten, sondern das Bauen eines Horstes üben. Beobachtungen von Margareta Sauter unterstützen diese Annahme. Sie wohnt in Sichtweite des Krans und sah, dass zeitweise kein Storch anwesend war. Kistler erklärt:

«Wäre es etwas Ernsthaftes, wäre immer ein Altvogel im Nest.»
Peter Mathys, Gemeindepräsident Basadingen-Schlattingen.

Peter Mathys, Gemeindepräsident Basadingen-Schlattingen.

(Bild: PD)

Andy Quinz, Präsident des Ornithologischen Vereins Diessenhofen, hat versprochen, eine geeignete Horstunterlage zu bauen, sofern ein geeigneter Platz gefunden wird. Denn der Kran wird kommendes Frühjahr aller Voraussicht nach nicht mehr stehen. Peter Mathys, Gemeindepräsident Basadingen-Schlattingen, wird bei der Suche helfen. Für den Fall, dass der Storch wieder nach Basadingen kommt, sollte eine Nistmöglichkeit bereitstehen. Ideal wäre ein Platz in der Nähe des jetzigen Standorts, denn Störche nisten gerne am gleichen Ort wie im Vorjahr.

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