Thurkultur zeigt sich solidarisch: Geld auch bei Ausfall

Alle bereits gesprochenen Gelder für Kulturschaffende sollen trotz Coronaausfällen entrichtet werden.

Katja Brütsch
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Thurkultur unterstützt Kulturschaffende der Region auch in Zeiten der Coronakrise.

Thurkultur unterstützt Kulturschaffende der Region auch in Zeiten der Coronakrise.

Bild: Michel Canonica

Thurkultur leidet mit den Kulturschaffenden mit. In einer Medienmitteilung liess die regionale Kulturförderplattform nun verlauten, dass alle schon gesprochenen Gelder an die Kulturschaffende ausbezahlt werden sollen. Insbesondere bezieht sich diese Massnahme auf Veranstaltungen, die wegen des Coronavirus nicht stattfinden konnten und können.

«Mit dieser Massnahme versuchen wir, die Negativspirale zu unterbrechen.»

Damit schliesst Thurkultur sich den Massnahmen und Empfehlungen der Kulturämter der Kantone St.Gallen und Thurgau an. Diese haben, angelehnt an die vom Bundesrat verordneten Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus, entschieden, dass bereits gesprochene Gelder an Kulturschaffende ausbezahlt werden.

Unkomplizierte Lösung nach Vorbild des Bundes

David ZimmermannPräsident Thurkultur

David Zimmermann
Präsident Thurkultur

(Bild: ZVG)

David Zimmermann, Präsident des Vereins Thurkultur, erklärt seine Überlegungen: «Die Kulturschaffenden können ihre missliche Lage nicht beeinflussen, sind aber in ihrer Existenz teilweise bedroht.» Schon bevor der Entscheid zur Auszahlung gefällt wurde, habe es diesbezüglich einige Anfragen gegeben. «Das war zusammen mit den Empfehlungen der Kantone ein Grund, diese Massnahme zu ergreifen», sagt Zimmermann. Genau wie der Bund wolle man damit auf regionaler Ebene eine schnelle und unkomplizierte Lösung für die Kultur bieten.

Um die Gelder auch ohne Durchführung zu bekommen, müssen die Kulturschaffenden darlegen, wo sie schon Ausgaben und Kosten im Zusammenhang der Förderung hatten. Der Ablauf werde möglichst unbürokratisch gehalten.

Lokale Wirtschaft profitiert indirekt auch

Oberstes Ziel von Thurkultur ist der Erhalt der kulturellen Vielfalt in der Region. Es spielen jedoch noch weitere Überlegungen in den gefällten Entscheid hinein. «Mit dieser Massnahme versuchen wir, die Negativspirale zu unterbrechen», erklärt Zimmermann.

Die Kulturschaffenden bereicherten nicht nur die kulturelle Vielfalt der Region, sondern seien auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Vor einem Auftritt werde eine Lokalität gemietet, Handwerker würden bestellt, je nachdem werde sogar noch ein Gastronomiebetrieb hinzugezogen. «Die Kulturschaffenden tragen ihren Beitrag zum Erhalt der Wertschöpfung in der Region bei», erläutert David Zimmermann.

Gemeinden und Kantone beteiligen sich

Gespeist wird die regionale Förderplattform Thurkultur von den 22 Mitgliedsgemeinden und den beiden Kantonen St.Gallen und Thurgau. Jede Gemeinde zahlt pro Einwohner einen Franken. Der jeweilige Kanton verdoppelt den Betrag jeder Gemeinde.

Zusammen mit einzelnen Spendenbeiträgen steht Thurkultur somit ein jährliches Budget von rund 240'000 Franken zur Verfügung. Dieses Geld fliesst indirekt zurück in die regionale Wirtschaft, da weitere Leistungserbringer von einer intakten und vielfältigen kulturellen Landschaft profitieren.

Verein Thurkultur erntete Kritik wegen Sparvorgaben

Die Kulturbühne war für Thurkultur der Höhepunkt im Jahr 2018. Wegen Sparmassnahmen musste sich der Verein aber auch Kritik anhören, wie Präsident David Zimmermann an der Mitgliederversammlung in Aadorf sagte.
Christoph Heer