Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Thurgauerin sucht Blumendieb via Facebook – die Kantonspolizei warnt vor rechtlichen Konsequenzen

Schon wieder verbreitet eine Person Bilder einer privaten Überwachungskamera in den sozialen Medien. Ihr Ziel: den vermeintlichen Dieb auf eigene Faust zu finden. Die Polizei zeigt ein gewisses Verständnis für diese Reaktion, sieht darin aber auch Gefahren.
Roberta Koch/ Linda Müntener
Mit diesem Facebook-Post sucht die Ladeninhaberin nach dem Mann. Sein Gesicht wurde nachträglich von der Redaktion verpixelt. (Bild: Screenshot/Facebook)

Mit diesem Facebook-Post sucht die Ladeninhaberin nach dem Mann. Sein Gesicht wurde nachträglich von der Redaktion verpixelt. (Bild: Screenshot/Facebook)

«Wer kennt diesen Mann mit Brille? Hinweise bitte an mich, danke.» Darunter fünf Bilder, auf welchen ein Mann mit Brille, grauem Mantel und passendem Schal zu sehen ist. Das Portemonnaie hält er bezahlbereit in der Hand. Er wirkt nicht, wie ein typischer Dieb und doch wird die Absicht des Facebook-Beitrags des Blumengeschäfts «Bluemehandwerk» in Güttingen schnell klar.

Es sei bereits das dritte Mal innerhalb eines Jahres gewesen, dass der unbekannte Herr in das Geschäft gekommen sei, sagt Ladeninhaberin Simona Puskac. Er habe Blumensträusse, Dekorationsmaterial und ähnliches mitgehen lassen. Insgesamt belaufe sich der Wert des Diebesguts auf rund 300 Franken. Im Gespräch mit Simona Puskac zeigt sich, dass sie mehr Hoffnung in die Verbreitung der Fotos der Überwachungskamera als in die Erstattung einer Anzeige gegen Unbekannt legt. Und damit ist sie nicht alleine.

Der Gefilmte kann sich wehren

Am Wochenende hat ein Mann aus Ermatingen private Bilder seiner Überwachungskamera veröffentlicht. Diese zeigen, wie zwei Männer sein Wohnzimmer ausräumen. Die Kantonspolizei Thurgau sagte daraufhin gegenüber Tagblatt Online, die Fahndung sei grundsätzlich Aufgabe der Polizei.

Mediensprecher Daniel Meili zeigt gleichzeitig ein gewisses Verständnis für die Reaktion:

«Wir schicken niemandem eine Busse, der private Überwachungsbilder in den sozialen Medien teilt.»

Wer das tut, müsse aber theoretisch mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. Nämlich dann, wenn die oder der Gefilmte zivilrechtlich dagegen vorgeht. Daniel Meili ist aber kein solcher Fall bekannt. «Ob Geschädigte Bilder veröffentlichen wollen, müssen wir ihnen selber überlassen.»

Neben den möglichen rechtlichen Konsequenzen bestehe auch die Gefahr von falschen Verdächtigungen. Im Fall Ermatingen hat die Kantonspolizei Thurgau mehrere Hinweise erhalten. Bei jedem handelt es sich um einen anderen Namen. Meili ruft Betroffene dazu auf, Video- oder Bildmaterial immer der Polizei zur Verfügung zu stellen. «Für uns sind das wichtige Fahndungsansätze.»

Keine Angst vor Konsequenzen

Simona Puscak hat der Polizei die Bilder nicht weitergeleitet. Ihr Ziel sei es, den Namen des Diebes ausfindig machen, um gegen ihn Anzeige erstatten zu können. Vor möglichen rechtlichen Konsequenzen habe sie keine Angst, da sie spätestens dann zumindest wisse, wer dieser Mann ist, sagt sie.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.