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Thurgauerin ist die einzige Frau in der Nationalmannschaft der Schreiner

Die 18-jährige Thurgauerin Samanta Kämpf erreichte den zweiten Platz bei den Schreiner-­Meisterschaften in Altstätten. Damit hat sie sich als einzige Frau für die Schreiner-Nationalmannschaft qualifiziert.
Ines Biedenkapp
Samanta Kämpf hat sich für die Schweizer Schreiner-Meisterschaften qualifiziert. (Bild: Donato Caspari)

Samanta Kämpf hat sich für die Schweizer Schreiner-Meisterschaften qualifiziert. (Bild: Donato Caspari)

Ruhig und fokussiert nimmt Samanta Kämpf zwei sehr dünne Holzbretter und lässt sie gekonnt unter einer Maschine durchlaufen. Gerade ist die 18-Jährige dabei, die Furnierstreifen zusammenzunähen. «Dabei klebt man die dünnen Furniere mit einem Leimfaden aneinander», erklärt sie den Prozess.

Zurzeit macht Samanta Kämpf eine Ausbildung als Schreinerin bei der Herzog Küchen AG in Unterhörstetten. Mit ihrem Können hat sie es nun in die Schreiner-Nationalmannschaft geschafft. Seit 2014 ist somit erstmals wieder eine Frau dabei. Für Samanta Kämpf selber kam die Nominierung überraschend: «Wir sind von der Geschäftsleitung darauf angesprochen worden, ob wir nicht an dem Wettbewerb zur Qualifikation teilnehmen möchten. Dass es bei mir zum Weiterkommen gereicht hat, hätte ich aber nie gedacht.»

Ihr Grossvater war schon Schreiner

Die heute 18-Jährige kam bereits früh mit dem Handwerk in Kontakt. Auch ihr Grossvater war Schreiner. «Es hat mir schon immer Spass gemacht – auch in der Schule.» Mit Maschinen arbeiten sei dabei nur zweitrangig. «Etwas mit meinen eigenen Händen herzustellen ist mir dabei schon am liebsten», sagt die Dettighoferin. Schön sei natürlich auch, wenn es dem Kunden nachher gefalle, ergänzt sie.
Dass sie sich als junge Frau für einen typischen Männerberuf entschieden hat, ist ihr egal. «Das merkt man auch gar nicht. Man muss einfach das machen, was einem Spass macht», ist die 18-Jährige überzeugt.

Insgesamt nahmen 1300 angehende Berufsleute teil

Um sich für die Berufsweltmeisterschaft 2019 zu qualifizieren, müssen die Lernenden im Vorfeld einige Herausforderungen meistern. Insgesamt gibt es fünf Stufen. Zu Beginn mussten die Teilnehmenden innerhalb von sieben Stunden ein Möbelstück mit Schublade anfertigen. Insgesamt nahmen daran schweizweit 1300 angehende Schreinerinnen und Schreiner teil. Kam man in der Qualifikation unter die besten 100, hatte man sich automatisch für die Schreiner-Meisterschaften qualifiziert. In dieser Runde trafen jeweils 35 der jungen Lernenden in Lausanne, Wetzikon und Altstätten aufeinander. Während 13 Stunden hatten sie Zeit, einen Beistelltisch zu bauen. Samanta Kämpf holte mit ihrem Tischchen, den sie selbst als Barstuhl bezeichnet, den zweiten Platz in Altstätten. Die neun besten des Wettbewerbs bilden nun die Schweizer-Nationalmannschaft.

Von Mai bis September haben die neun Lernenden nun verschiedene Trainingseinheiten und Anlässe, bei denen sie mit dem Erlernten gegeneinander antreten. Gleichzeitig haben sie dabei die Chance, Punkte für die Gesamtwertung der Schweizer-Meisterschaften zu sammeln.

Showdown in Bern

Das eigentliche Event findet dann im September in Bern statt. Dort muss die Dettighoferin innerhalb von vier Tagen zwei Kategorien absolvieren. Zum einen im Bereich «Massivholz», bei dem es um die Herstellung von Fragmenten geht, und zum anderen in der Kategorie «Möbel», in der man einen Einrichtungsgegenstand herstellt. Die Pläne, nach denen gebaut wird, werden erst kurz zuvor bekannt gegeben. Für die einzelnen Kategorien haben die Kandidaten jeweils zwei Tage Zeit. Die beiden Gewinner der Kategorien dürfen die Schweiz dann an der alle zwei Jahre stattfindenden Berufsweltmeisterschaft vertreten. Diese findet im August 2019 in Kazan, Russland, statt.

So ruhig Samanta Kämpf auch wirkt, ein wenig Nervosität ist bei einem solchen Wettbewerb dann doch immer dabei: «Man ist schon sehr gespannt. Aber jetzt erst mal schauen, ob es auch in Bern auf den ersten Platz reicht.»

Premiere für den Lehrmeister

Insgesamt bildet die Herzog Küchen AG zurzeit sieben Lernende aus. Darunter auch junge Frauen. Verantwortlich dafür ist Ueli Mischler. Auch für ihn war es das erste Mal, dass er seine Lernenden an einen Wettbewerb dieses Formats begleitet hat. «Es war als Übung gedacht, und dass die Lernenden eine gewisse Routine bekommen», sagt Ueli Mischler. Die Idee, die jungen Schreinerinnen und Schreiner zu fragen, ob sie mitmachen möchten, kam durch die Geschäftsleitung. Einer von ihnen hatte früher selber an den Berufsweltmeisterschaften teilgenommen und gewonnen. Für das nächste Ausbildungsjahr sind bei der Herzog Küchen AG noch Lehrstellen offen. (ibi)

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