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Thurgauer Zivilschutz ist neu organisiert und muss deshalb mobiler werden

Die Reorganisation des Zivilschutzes im Thurgau ist abgeschlossen. Neu gibt es nur noch fünf Organisationen. Damit trotzdem schnell Hilfe vor Ort sein kann, sind die Fahrzeuge und vorbereitetes Material wichtiger geworden.
Larissa Flammer
Ausrüstung des «Kantonalen Katastrophen Einsatzelements» beim Ausbildungszentrum Galgenholz in Frauenfeld. (Bild: Andrea Stalder)

Ausrüstung des «Kantonalen Katastrophen Einsatzelements» beim Ausbildungszentrum Galgenholz in Frauenfeld. (Bild: Andrea Stalder)

Blaulichtorganisationen müssen innerhalb einer Viertelstunde reagieren können. Der Thurgauer Zivilschutz hat da etwas mehr Zeit. Soll zum Beispiel eine Gruppe die Feuerwehr unterstützen, braucht es eine Stunde Vorlaufzeit. So sieht es das Leistungsprofil Zivilschutz Thurgau 2015+ vor.

In den vergangenen Jahren hat der Kanton den Zivilschutz neu organisiert. Die zwölf bisherigen Regionen wurden zu fünf zusammengefasst – je eine pro Bezirk. Die Führung ist professioneller, die Organisationen sind besser ausgerüstet und die Kosten einheitlicher und transparenter.

Material am Hauptstandort der Zivilschutzorganisation Frauenfeld. (Bild: Andrea Stalder)

Material am Hauptstandort der Zivilschutzorganisation Frauenfeld. (Bild: Andrea Stalder)

Neben den Zivilschutzorganisationen gibt es das «Kantonale Katastrophen Einsatzelement» (KKE). Dieses entlastet die Regionen, stellt die Unterstützung des kantonalen Führungsstabes sicher und übernimmt komplexe Spezialaufgaben – etwa im Bereich atomare, chemische oder biologische Bedrohung. Ausserdem soll es bald über Spezialmaterial für den Einsatz bei Katastrophen und Notlagen verfügen.

Material muss einfach auffindbar sein

Ursin Camenisch, Abteilung Zivilschutz. (Bild: Andrea Stalder)

Ursin Camenisch, Abteilung Zivilschutz. (Bild: Andrea Stalder)

Ursin Camenisch von der Abteilung Zivilschutz beim Kanton zeigt einen Teil des Materials: eine Benzinkettensäge, starke Stahlseile und grosse Bauhämmer sind fein säuberlich im Anhänger verstaut und jederzeit einsatzbereit. Auf einem separat transportierbaren Modul befinden sich Stromaggregate, Kabel und Licht, um einen Schadensplatz schnell ausleuchten zu können.

«Wie bei der Feuerwehr haben wir Milizpersonal», erklärt Camenisch. «Alles muss einfach auffindbar sein.» Einige Werkzeuge sind den Angehörigen des Zivilschutzes vertraut. Andere – etwa der hydraulische Betonspalter – werden in den laufenden Wiederholungskursen neu eingeführt. Camenisch sagt:

«Die Anforderungen des Zivilschutzes sind gestiegen. Es ist technischer und schneller geworden.»

Hans Peter Schmid, Chef des Amts für Bevölkerungsschutz und Armee, betont: «Durch die Reorganisation braucht der Zivilschutz mehr Mobilität.» Jede Region verfügt über vier Fahrzeuge und kann innerhalb von vier Stunden fünf zusätzliche organisieren. Jede Region hat zudem mindestens vier Materialanhänger und sechs Modulwagen.

Kanton musste Vertrauen aufbauen

Die Zivilschutzregion Frauenfeld ist etwas grösser als die anderen und verfügt über eine Pionier-Kompanie mehr. Eingeteilt ist die Region in drei Geländekammern – der Seerücken und die Thur stellen die Grenzen dar. Die Organisation betreibt zwei Standorte. Einen in Frauenfeld und einen in Kaltenbach. Mit letzterem konnten die Regionen Diessenhofen und Steckborn etwas besänftigt werden, die bisher über je eine eigene Zivilschutzorganisation verfügten.

Hans Peter Schmid, Chef Amt für Bevölkerungsschutz und Armee. (Bild: Andrea Stalder)

Hans Peter Schmid, Chef Amt für Bevölkerungsschutz und Armee. (Bild: Andrea Stalder)

«Schmerzlich», so Schmid, war die Reorganisation auch für Aadorf und Frauenfeld. Aadorf gehörte bisher zur Zivilschutzorganisation Frauenfeld, neu aber der Bezirksgrenze gemäss zum Hinterthurgau. «Der Kanton musste für die Reorganisation Vertrauen bei den Gemeinden aufbauen», sagt Schmid. Heute pflege man ein gutes Einvernehmen und erhalte positive Rückmeldungen.

Kommission entscheidet über Einsätze

Jede Zivilschutzorganisation wird von einer Kommission geführt. In Frauenfeld präsidiert diese zum Beispiel Urs Forster, Gemeindepräsident von Müllheim. Die Kommission hat die Kompetenz, den Zivilschutz aufzubieten. Das muss schnell gehen, weil die erste Gruppe je nach Einsatz innerhalb einer Stunde ausrücken soll. «Wenn nötig muss der Kommissionspräsident also alleine entscheiden», sagt Schmid.

Material am Hauptstandort der Zivilschutzorganisation Frauenfeld. (Bild: Andrea Stalder)

Material am Hauptstandort der Zivilschutzorganisation Frauenfeld. (Bild: Andrea Stalder)

Politisch sei der Einsatz des Zivilschutzes zum Teil eine heikle Sache. Der Amtschef nennt als Beispiel: «Ist es gerechtfertigt, wenn drei vom Wetter getroffenen Obstbauern mit den Mitteln einer ganzen Region geholfen wird?»

Die Kommission einer Organisation kann ihrerseits ein Hilfegesuch an den Kanton stellen. Ob die anderen Regionen helfen sollen, das KKE oder sogar die Armee zum Einsatz kommt, entscheidet dann die kantonale Führung.

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