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Thurgauer Winzer fürchten sich vor der amerikanischen Rebzikade – das Insekt kann ganze Rebberge zerstören

Durch den Klimawandel und den weltweiten Import werden immer mehr Schädlinge in die Schweiz geschleppt. Thurgauer Weinbauern erwarten mit Angst ein amerikanisches Insekt, das heute schon im Süden der Schweiz wütet.
Geraldine Bohne
Nun ist sie in der Schweiz angekommen: Die amerikanische Rebzikade. (Bild: PD/Wikimedia)

Nun ist sie in der Schweiz angekommen: Die amerikanische Rebzikade. (Bild: PD/Wikimedia)

Sie wird im Thurgau gefürchtet. Im Süden der Schweiz kämpfen Weinbauern schon mit ihr: der amerikanischen Rebzikade. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das kleine Insekt aus dem Tessin oder dem Wallis in den Thurgau einwandert und dort ganze Rebberge zerstören könnte.

Der Schädling aus Amerika überträgt die Krankheit «Goldgelbe Vergilbung». Sie ist laut dem Bund die schlimmste bekannte Rebkrankheit in Europa, denn sie führt zum Tod der betroffenen Rebstöcke.

«Die Goldgelbe Vergilbung könnte ganze Rebberge zerstören», sagt Markus Leumann, Rebbaukommissär des Kantons. Die Krankheit wird durch ein Bakterium verursacht und durch einen Überträger, der Rebzikade, verbreitet. Sie macht sich unter anderem durch rote oder gelbe Verfärbungen an Rebblättern bemerkbar.

Rebbaukommissär Markus Leumann. (Bild: PD)

Rebbaukommissär Markus Leumann. (Bild: PD)

«Die Krankheit kann man mit dem bekannten Feuerbrand vergleichen. Wenn eine Rebe befallen ist, muss sie der Winzer vollständig entfernen», sagt Leumann. Das könne in Zukunft zu einem grossen Problem auch hier im Thurgau werden.

Schadinsekten durch weltweiten Handel

«Seit etwa sechs Jahren verbreiten sich die amerikanischen Rebzikaden und deren Krankheit im Tessin», weiss der Rebbaukommissär. Probleme die im Tessin auftreten, werden durch den Klimawandel etwa fünf bis zehn Jahre später auch im Thurgau ein Thema sein.

«Durch das wärmere Klima und den weltweiten Handel haben wir immer mehr Schadinsekten bei uns.»

Die weltweite Vernetzung sei negativ in dem Sinne, dass auch asiatische Schädlinge wie der Japankäfer und die asiatische Baumzikade vermehrt in der Schweiz vorkommen. «Ausserdem wird unser Klima dem der Toskana immer ähnlicher, deshalb gefällt es vielen dieser Insekten hier.»

Die Rebzikade ist nicht der einzige ausländische Schädling, vor dem sich die Winzer fürchten müssen. Grosses Thema im Thurgauer Rebbau war und ist auch die asiatische Kirschessigfliege. Jedoch haben die Weinbauern mit ihr schon viel Erfahrung sammeln können und haben das Insekt mehr oder weniger im Griff. Heute müssen die Winzer mit Schadinsekten leben.

Winzer müssen ihr Wissen ständig aufbessern

Hingegen haben die Thurgauer noch keine Erfahrungen mit der amerikanischen Rebzikade. Problem bei ihr ist, dass sie nicht bekämpft werden muss, solange die Goldgelbe Vergilbung nicht auftritt. Erst bei Befall der Krankheit besteht Meldepflicht und die Rebe muss schnell entfernt werden. Präventiv führen die zuständigen Fachstellen alle zwei Jahre ein Monitoring durch. Sobald die Krankheit entdeckt wird, werden obligatorische Insektizid-Behandlungen von den kantonalen Diensten angeordnet. Weinbauer Christian Jäger aus Hüttwilen äussert seine Angst:

«Ich fürchte mich vor der amerikanischen Rebzikade und hoffe nicht, dass sie zu uns kommt.»

Wegen der neuen Schädlinge haben die Weinbauern noch mehr Arbeit als ohnehin schon. Denn sie müssen sich viel mehr Wissen aneignen und ihre Reben gut beobachten, damit sie rechtzeitig handeln können. «Man muss sich mit der Thematik auseinandersetzen sonst hat man verloren», sagt Rebbaukommissär Markus Leumann.

Schädlinge im Weinbau

Schädlinge sind das Leid aller Weinbauern. In den vergangenen Jahren bereitete vor allem die Kirschessigfliege den Thurgauer Winzern Mühe. Diese asiatische Essigfliege legt ihre Eier bevorzugt in gesunde und reife Früchte und hinterlässt damit grosse Schäden. Sie breitet sich zudem sehr rasch aus. Auch aus dem asiatischen Raum eingeschleppt wurde der Japankäfer. Das Insekt frisst diverse Wild- und Kulturpflanzen ab. Der Befall ist meldepflichtig. Ein weiterer Schädling im Rebbau ist der Asiatischer Moschusbockkäfer. Er verbreitet sich glücklicherweise nur sehr langsam und nur über wenige Kilometer im Jahr. Vor allem die Larven stellen ein Problem dar, da sie sich ins Kernholz einbohren und dort alles auffressen. Milben gehören auch zu den Weinbau-Schädlingen. Es sind vor allem die Kräuselmilbe und die Pockenmilbe bekannt. Beide Milben beeinflussen das Wachstum der Reben. (gbo)

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