Thurgauer Vogelschutz kann Geschäftsstelle ausbauen

Der Thurgauer Vogelschutz stellt Geschäftsstelle professioneller auf. Die Delegierten des Verbandes gaben dafür grünes Licht.

Christof Lampart
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(Bild: Dominik Wunderli)

Die Delegiertenversammlung fand im Restaurant Eisenbahn in Bischofszell statt. Der Vorstand um die beiden Co-Präsidenten Jakob Rohrer und Beat Leuch wurde komplett für drei weitere Jahre gewählt. Das heisst: Astrid Gurtner (Statistik) und Andreas Bohren (Geschäftsstelle) traten zwar offiziell von ihren Ämtern zurück, um nicht mehr an den Sitzungen teilnehmen zu müssen.

Sie sicherten jedoch dem Vorstand zu, einen Grossteil der bisher von ihnen erledigten Arbeiten weiterhin ausführen zu wollen. Aus diesem Grund wurde auf die Wahl neuer Vorstandsmitglieder verzichtet. Sowohl Gurtner als auch Bohren wurden einstimmig zu Ehrenmitgliedern des Thurgauer Vogelschutz ernannt.

Beitragserhöhung beschlossen

Mit einem ähnlich guten Resultat hatten die Delegierten zuerst die Erhöhung des Mitgliederbeitrages gutgeheissen. Betrug der Jahresbeitrag bis anhin für Einzelmitglieder zwei und für Paare/Familien drei Franken, so wurde nun neu ein Einheitsbeitrag von fünf Franken für jede Sektionsmitgliedschaft festgelegt.

Die Beitragserhöhung tritt 2022 in Kraft. Mit grossem Mehr erteilten die Delegierten dem Vorstand auch die Kompetenz, die Geschäftsstelle auszubauen. Die Thurgauer orientieren sich an den Luzerner Kollegen.

Mobilisierung gegen das neue Jagdgesetz

Mehrere Redner äusserten ihre grosse Besorgnis für die bevorstehende Abstimmung über das neue Jagdgesetz vom 17. Mai 2020. So erklärte beispielsweise Pro-Natura-Thurgau-Präsident Toni Kappeler, dass es aus Sicht des Tierschutzes schlichtweg nicht hinnehmbar sei, dass man nach dem neuen Gesetz «vorsorglich Tiere abschiessen» könne.

Denn dies bedeute, dass man auch Tiere töten dürfe, die noch keine nachweisbaren Schäden angerichtet hätten. «Das ist dann halt Pech für den Wolf, der dann im Wallis auftritt», sagte ein Votant.

Bedrohte Arten schützen statt schiessen

Kappeler selbst verwies darauf, dass man mit dem neuen Jagdgesetz nicht nur unliebsame Wildtiere «à la carte» töten könne, sondern dass selbst vom Aussterben bedrohte Tierarten wie Schneehuhn oder Waldschnepfe, die dringend eines weitgreifenden Schutzes bedürften, weiterhin zur Jagd freigegeben wären.

Auch Co-Präsident Jakob Rohrer betonte, warum ein Nein an der Urne für die einheimische Fauna wichtig sei: «Ein Nein zum Jagdgesetz sichert zum einen den Artenschutz und verhindert zum anderen einen Wildwuchs von kantonal verschiedenen Lösungen beim Umgang mit geschützten Tierarten.» 

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