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Thurgauer Verein will in der Digitalisierung eine Vorreiterrolle einnehmen

Prominenz aus Politik, Wirtschaft, Behörden und Verbänden teilen Wissen und Netzwerk, um die Digitalisierung als Chance zu nutzen. Das hat sich der Verein Smarter Thurgau auf die Fahne geschrieben.
Silvan Meile
Vorstandsmitglieder des Vereins Smarter Thurgau: Jolanda Eichenberger, Kurt Brunnschweiler, Maike Scherrer und Manfred Spiegel.

Vorstandsmitglieder des Vereins Smarter Thurgau: Jolanda Eichenberger, Kurt Brunnschweiler, Maike Scherrer und Manfred Spiegel.

«Wenn bei uns im Thurgau die Sonne aufgeht, ist es in Bern noch sieben Minuten lang dunkel», sagt Kurt Brunnschweiler. Ihm ist ein Licht aufgegangen. «Wir wollen in der Schweiz eine Vorreiterrolle einnehmen.» Der ehemalige USB-Banker aus Hauptwil präsidiert Smarter Thurgau. Helle und einflussreiche Köpfe aus dem Kanton finden sich in diesem Verein zusammen, um mit vereinten Kräften die Herausforderungen der Digitalisierung zu durchleuchten. «Wir wollen herausfinden, welche Probleme auf uns zukommen und mit welchen Hilfestellungen diesen begegnet werden können», sagt Brunnschweiler.
Zusammen mit drei weiteren Mitgliedern aus dem 18-köpfigen Vereinvorstand stellte er gestern in Weinfelden den neuen Verein vor, der bereits im Handelsregister eingetragen ist (die TZ berichtete). Mit der Grundsteinlegung einer bereichsübergreifende Plattform für Initiativen zur Digitalisierung begibt sich der Verein auf neue Pfade. Und er setzt die Messlatte hoch. Nicht mehr nur für den Most und die Landschaft soll der Thurgau bekannt sein, «sondern dass vom äussersten Osten eine innovative Bewegung losgelöst wird, welche die ganze Schweiz anstecken wird», sagt Brunnschweiler.

Ein Türöffner zu Fachwissen und Netzwerken

Die Idee von Smarter Thurgau ist in erster Linie eine Plattform für Visionen zur Bewältigung von digitalen Herausforderungen. Jedermann dürfe sich einbringen. Mit seinen «innovativen Kräften aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung, Bildung, Sport und Verbänden» versteht sich der Verein als Türöffner zu Fachwissen und Netzwerken. Ein spezielles Augenmerk hat man auf die ältere Generation – der Verein spricht von der «Silver Society». Sie soll nicht in Isolation geraten, weil sie mit der Digitalisierung nicht Schritt halten kann.

«Wir haben uns gut aufgestellt und die besten Leute geholt, die über ein breites Wissen und Erfahrungen verfügen», sagt Manfred Spiegel. Der ehemalige Kadermitarbeiter bei Swisscom und SBB ist Geschäftsführer von Smarter Thurgau. Der Verein verfolge keine kommerziellen Ziele, sieht sich eher dem Wohle der Allgemeinheit verpflichtet. Nun sucht er Mitglieder, die als Einzelpersonen einen Beitrag von 100 beziehungsweise 300 Franken als Firmen bezahlen. Zumindest teilfinanzieren soll sich der Verein auch aus dem Topf für Neuen Regionalpolitik des Bundes (NRP), erklärt Brunnschweiler. Denn NRP fördert innovative Projekte in den Landesteilen.

Zum Start profitiert der Verein von einer Anschubfinanzierung durch das Elektrizitätswerk Kanton Thurgau (EKT). Über die Höhe des Beitrags schweigen die Verantwortlichen auf Nachfrage. Dieses Geld sei als Sponsoring abgebucht worden, erklärt EKT-Chefin Jolanda Eichenberger. Auch sie ist im Vorstand von Smarter Thurgau. Gerade die Energieversorger stehen bezüglich Versorgungssicherheit vor Herausforderungen, hoffen auf innovative Ideen. Denn die kleinräumigen Strukturen im Thurgau halten auf dem freien Strommarkt nicht stand. Noch immer gibt es im Thurgau rund hundert eigenständige Elektrizitätswerke als Stromversorger. Und immer mehr Strombezüger speisen etwa mit eigenen Fotovoltaikanlagen auch ins Netz ein. Eine zentrale Datenhoheit fehlt jedoch. Das rufe genau nach Lösungen, die der Verein Smarter Thurgau ausarbeiten könne, sagt Brunnschweiler.

«Wir haben Kontakte zu Weltfirmen»

Dass die Thurgauer Kleinräumigkeit mit ihrer grossen Gemeindeautonomie bezüglich Digitalisierung zu Problemen führen kann, zeigt auch das Beispiel von Maike Scherrer, die der Arbeitsgruppe Bildung von Smarter Thurgau vorsteht. Die Dozentin an der HSG und der ZHAW hat bereits eine Initiative lanciert. Im Fokus stehen dabei die pädagogischen und technischen Anforderungen an die 87 verschiedenen Thurgauer Schulgemeinden, um das Modul «Medien und Informatik» des neuen Lehrplans einführen zu können. Damit diese nicht alle ein eigenes Konzept entwickeln müssen, plant Scherrer, den Schulgemeinden diese Arbeit abzunehmen und ein Rahmenwerk zur Verfügung zu stellen. Davon würden nicht nur die Schulen, sondern letztlich auch der Steuerzahler profitieren. Die Schulgemeinden entscheiden selbstständig, welche Empfehlungen sie übernehmen wollen. Beim Volksschulamt und dem Verband Thurgauer Schulgemeinden sei dieses Vorhaben auf offene Ohren gestossen.

«Wir wollen den Thurgau weiterbringen», sagt Brunnschweiler. Es sei nun eine Plattform entstanden, wo Ideen eingebracht werden können. Die Projekte werden gebündelt, an die richtigen Stellen weitergegeben. Diese könnten selbstverständlich vor allem wirtschaftliche Interessen vertreten. «Wir haben Kontakte zu Weltfirmen.»

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