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Thurgauer Unternehmer setzen auf die GmbH

Bald hat die GmbH die AG als beliebteste Rechtsform überholt. Tiziana Ferigutti vom Startnetzwerk Thurgau äussert sich zu den Gründen und zu weiteren Entwicklungen im Bereich der Jungunternehmen.
Sebastian Keller
Per Neujahrstag 2019 zählte das Handelsregister im Thurgau über 6000 Gesellschaften mit beschränkter Haftung. Das sind 3,71 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. (Bild: Fotolia)

Per Neujahrstag 2019 zählte das Handelsregister im Thurgau über 6000 Gesellschaften mit beschränkter Haftung. Das sind 3,71 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. (Bild: Fotolia)

Im Thurgau werden fleissig neue Firmen gegründet. Das zeigt die neuste Statistik des Handelsregisters. Per 1. Januar 2019 sind zwischen Bodensee und Hörnli mehr Gesellschaften eingetragen als ein Jahr zuvor: 18551 zählte das amtliche Register am Neujahrstag. Das entspricht einer Zunahme von 2,27 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Thurgau ist damit etwas über dem Durchschnitt: Die Schweizer Zuwachsrate liegt bei 2,18 Prozent. Werden viele neuen Firmen gegründet, zeugt das auch von einer positiven Wirtschaftslage.

3,71 Prozent mehr Thurgauer GmbH als 2017

Die häufigste Rechtsform im Thurgau ist die Aktiengesellschaft (AG). Noch. Am Neujahrstag wurden im Kanton deren 6029 gezählt. Gegenüber dem Vorjahr sind es fast zwei Prozent mehr.

Doch die Gesellschaft mit beschränkter Haftung, die GmbH, ist der AG dicht auf den Fersen. In den vergangenen Jahren verzeichnete die GmbH immer eine überdurchschnittliche Zuwachsrate. Sie hat sich als eigentlicher Star unter den Rechtsformen etabliert. Per 1. Januar zählte das Handelsregister 6003 GmbH im Thurgau. Das sind 3,71 Prozent mehr als ein Jahr zuvor – schweizweit beträgt die Zuwachsrate fünf Prozent.

Auch die dritthäufigste Rechtsform, das Einzelunternehmen, hat zahlenmässig zugelegt. Fast 5000 solcher Firmen zählte das Handelsregister im Thurgau. Wobei – im Gegensatz zu den Kapitalgesellschaften AG und GmbH – sich nicht alle Einzelunternehmer eintragen lassen müssen.

Bei einer GmbH bleibt das Privatvermögen unangetastet

Ein grosser Vorteil der GmbH: 20'000 Franken Startkapital reichen aus, um ein Unternehmen mit eigener Rechtspersönlichkeit zu erlangen. Bei einer Aktiengesellschaft sind 100'000 Franken notwendig.

Im Vergleich zum Einzelunternehmen ist bei der GmbH, wie es der Name schon sagt, die beschränkte Haftung ein Vorteil. Konkret: Im Fall eines Konkurses haftet der Inhaber nur mit dem Gesellschaftskapital und nicht mit dem Privatvermögen. Das ist etwa bei einem Einzelunternehmen der Fall.

Die Wahl der Rechtsform ist entscheidend

Den Siegeszug der GmbH beobachtet auch das Startnetzwerk Thurgau. Dieses hilft Jungunternehmen mit Kursen und Beratungen auf die Beine der Selbstständigkeit. Es hat sich auf die Fahne geschrieben, das Unternehmertum im Thurgau zu fördern. Träger des Netzwerkes sind die Industrie- und Handelskammer Thurgau, der Thurgauer Gewerbeverband, die Thurgauer Kantonalbank und der Kanton.

Tiziana Ferigutti ist Geschäftsführerin des Startnetzwerkes Thurgau. Zur Beliebtheit der GmbH sagt sie:

«Die GmbH stellt einen guten Mittelweg dar, und ist daher oft zu empfehlen.»

Diese Rechtsform mindere die Risiken einer Einzelfirma und sei gleichzeitig für viele machbarer als eine Aktiengesellschaft. Die Wahl der Rechtsform sei für Jungunternehmen eine zentrale Frage. Dazu kommen Fragen zu Steuern und Buchhaltung, aber auch diverse Finanzierungsfragen. Die Handelsregister-Statistik macht keine Angaben, in welchen Branchen neue Firmen gegründet werden.

Landwirtschaft- und Lebensmittelbranche holt stark auf

Entsprechende Beobachtungen macht aber das Startnetzwerk Thurgau: «Die Dienstleistungs- und Handelsunternehmen liegen bei unseren Gründerinnen und Gründern vorne», sagt Tiziana Ferigutti. Auch die Entwicklung von Applikationen und Online-Lösungen sei sehr beliebt.

Tiziana Ferigutti, Geschäftsführerin Startnetzwerk Thurgau. (Bild: Reto Martin)

Tiziana Ferigutti, Geschäftsführerin Startnetzwerk Thurgau. (Bild: Reto Martin)

Weiter der Landwirtschafts- und Lebensmittelbereich. «Dieser hat im 2018 stark aufgeholt und ist die zweitbeliebteste Gründungsbranche beim Startnetzwerk», sagt Ferigutti. Stark rückläufig seien – im Vergleich zum Jahr 2017 – die Bereiche Grafik, Kommunikation und Werbung sowie der Bau.

Beim Startnetzwerk Thurgau haben sich im vergangenen Jahr 37 Gründungsinteressierte und Start-ups für eine Erstberatung angemeldet. Die Anzahl Anfragen habe im Vergleich zum Rekordjahr 2017 aber leicht abgenommen. Das neue Jahr hat laut der Geschäftsführerin vielversprechend begonnen: «Für das neue Jahr sind wir mit den Buchungen und Eventanmeldungen wieder sehr zufrieden.»

Hinweis: www.startnetzwerk.ch

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