Thurgauer Unternehmen hoffen auf Schnellstrassen

Die Standortgunst wird sich mit der Bodensee-Thurtal- und der Oberland-Strasse klar verbessern. Das sagt eine Studie, die die Industrie- und Handelskammer Thurgau am Dienstag in Bern präsentiert hat.

Martin Sinzig
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Schwerverkehr bei Sulgen: Die Bodensee-Thurtal-Strasse soll den Verkehr durchs Thurtal aufnehmen. (Bild: Donato Caspari)

Schwerverkehr bei Sulgen: Die Bodensee-Thurtal-Strasse soll den Verkehr durchs Thurtal aufnehmen. (Bild: Donato Caspari)

Der Kanton Thurgau wird das Projekt für eine zweispurige Entlastungsstrasse im Thurtal, die Bodensee-Thurtal-Strasse (BTS), demnächst fertigstellen und im kommenden Frühjahr dem Bund übergeben. Danach werden die eidgenössischen Räte über das Projekt befinden.

Die Notwendigkeit dieser Bauwerke bekräftigt nun eine Studie, die von der Ecoplan AG im Auftrag der Industrie- und Handelskammer (IHK) Thurgau erstellt worden ist. Handlungsbedarf bestehe vor allem bei der Schaffung eines überregionalen Strassennetzangebotes, heisst es darin. Die BTS werde zusammen mit dem Anschluss Oberland-Strasse (OLS) positive regionalwirtschaftliche Effekte auf die Standortqualität erzielen, wie die Umfrage unter 207 Thurgauer Unternehmen und 12 direkt betroffenen Gemeinden ergeben hat.

Näher zu Kunden, höhere Lebensqualität

Eine bessere Anbindung, Vernetzung und Erschliessung an das überregionale schweizerische Strassennetz erhöhe die Standortattraktivität des Kantons aber auch einzelner Regionen deutlich, wie René Neuenschwander, Partner und Bereichsleiter Verkehr bei Ecoplan, an einer Medienkonferenz in Bern ausführte.
Unternehmen rechnen vor allem damit, dass sie leichter erreichbar werden für Arbeitnehmer, insbesondere für Fachkräfte. Auch Kunden sowie Absatzmärkte könnten durch die Strassenbauten besser erreicht werden. Besonders positiv bewertet werden kürzere Reisezeiten und ein flüssigerer Verkehr vor allem für Fahrten aus dem Oberthurgau von und nach Westen.

Aus Gemeindesicht soll die Entflechtung von Durchgangs- und Ortsverkehr vor allem eine bessere Wohn- und Lebensqualität bringen. Fuss- und Veloverkehr würden attraktiver, Lärm- und Umweltbelastungen nähmen ab, und die Verdichtung in kompakten Siedlungsräumen werde vereinfacht

Gesamtlösung ist besser als Flickwerk

Beat Hirt, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Thurgau. (Bild: Nana do Carmo)

Beat Hirt, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Thurgau. (Bild: Nana do Carmo)

Die überwiegende Mehrheit der befragten Gemeinden bewerte die BTS/OLS vor allem als zukunftsorientierte Gesamtlösung statt eines Flickwerks aus örtlichen Insellösungen, illustrierte Neuenschwander. Das Bauwerk sei mehr als eine Strasse, die die Reisezeiten verkürze und die Erreichbarkeit verbessere, sie sei ein Gesamtwerk mit Vorzeigecharakter, betonte auch Beat Hirt, Vizepräsident der IHK Thurgau. «Unser Ziel ist es, die Notwendigkeit und Dringlichkeit der BTS zu unterstreichen, wir wollen die BTS auf die Überholspur bringen.»

Ein Teilerfolg für die BTS

Die nationalrätliche Verkehrskommission nimmt die Bodensee-Thurtalstrasse in nächster Zeit nicht in die Planung der Nationalstrassen auf. Dennoch wertet eine Interessengemeinschaft um den Romanshorner Stadtpräsident David H. Bon die Abstimmung positiv.
David Grob