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Thurgauer Tierschutzfall Herrenhof: Zürcher analysieren Schafwerfer-Video

Die Thurgauer Staatsanwaltschaft ermittelt noch immer gegen den Schafwerfer aus Herrenhof. Das Filmmaterial, das den Fall ins Rollen brachte, ist vom Forensischen Institut Zürich untersucht worden.
Silvan Meile
In den Stall gezoomt: Der Nachbar des Schafbesitzers filmte diesen beim unzimperlichen Umgang mit seinen Tieren. (Bild: Screenshot)

In den Stall gezoomt: Der Nachbar des Schafbesitzers filmte diesen beim unzimperlichen Umgang mit seinen Tieren. (Bild: Screenshot)

Die Untersuchung zum Fall des Schafbesitzers aus Herrenhof kommt in kleinen Schritten voran. Noch immer ist unklar, ob der Landwirt, der von seinem Nachbarn gefilmt wurde, wie er Schafe durch die Luft wirft, zur Anklage gebracht wird. Die Ermittlungen seien noch immer im Gang, sagt Generalstaatsanwalt Stefan Haffter auf Anfrage. «Bis zum Abschluss des Strafverfahrens gilt die Unschuldsvermutung.»

Und auch beim Veterinäramt steht Herrenhof nicht oben auf der Dringlichkeitsliste. Im Gegenteil: Zwar ist ein Administrativverfahren hängig, es liegt aber auf Eis. Bis das Ergebnis der strafrechtlichen Beurteilung vorliegt, sei das Verfahren der Verwaltung sistiert, sagt Bettina Kunz, Informationsbeauftragte beim Kanton. Eine Kontrolle des Betriebs habe nicht mehr stattgefunden, seit der Fall im vergangenen Oktober bekannt wurde.

Verdacht auf Manipulation

Damals reichte Tierschützer Erwin Kessler eine Strafanzeige gegen den Schafhalter aus Herrenhof ein. Seine Anzeige stütze er das Filmmaterial, das er gleichentags im Internet veröffentlichte. Ob dieses von der Thurgauer Staatsanwaltschaft überhaupt für eine Strafuntersuchung in Betracht gezogen wird, ist seit Beginn dieses Falls ungewiss. Denn rasch keimte damals der Verdacht auf, die Filmaufnahmen könnten manipuliert sein.

Ein Fall für die Zürcher Forensiker

Möglicherweise laufen die Filmaufnahmen zu schnell ab. Ausserdem sind Schnitte zu erkennen. Beides könnte der Szenerie des Films eine zusätzliche Dramatik verleihen. Doch bei aller Skepsis ist auch klar: Im Video sind Schafe zu erkennen, die durch die Luft geworfen werden.

Den Verdacht, dass beim Video etwas nachgeholfen wurde, konnten offensichtlich auch die Thurgauer Untersuchungsbehörden nicht ganz aus dem Weg räumen. Wohl deshalb liessen sie die Bewegtbilder von kriminaltechnischen Spezialisten untersuchen. «Das bei der Staatsanwaltschaft eingereichte Video wurde zwischenzeitlich vom Forensischen Institut Zürich ausgewertet», erklärt Generalstaatsanwalt Haffter.

Der Schafbesitzer schweigt

Welche Resultate diese Abklärungen ergaben, behält er aber für sich. «Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, können derzeit keine weiteren Auskünfte erteilt werden.»

Auch der Herrenhofer Schafsbesitzer will derzeit gegenüber unserer Zeitung keine Auskunft zum Fall erteilen. Diese Woche sei ungünstig, sagt er am Telefon.


Der Tierschützer wittert korrupte Behörden

Die kritische Betrachtung des Videos und der geäusserte Verdacht einer möglichen Manipulation veranlassten Tierschützer Kessler von Anfang an zu deutlichen Worten. Wie er auf seiner Webseite schreibt, wittert er sogar eine «Zusammenarbeit von unfähigen, korrupten Behörden und Journalisten». Anstatt Missstände aufzuklären und zu beseitigen, werde sein Verein gegen Tierfabriken mit Verleumdungen als unglaubwürdig hingestellt, wettert er auf seiner Vereinshomepage.

Für ihn ist Herrenhof nebst dem Tierschutzfall Hefenhofen zum stichhaltigen Argument gegen Kantonstierarzt Paul Witzig und Regierungsrat Walter Schönholzer geworden.

Seit das Schafwerfer-Video die Runde machte, ist der Landwirt aus Herrenhof auch beim Schweizer Tierschutz (STS) ein bekannter Name. Die älteste Tierschutzorganisation der Schweiz hat nebst dem, was auf den Filmaufnahmen zu sehen ist, «Anzeichen darauf, dass in diesem Betrieb nicht alles zum Besten bestellt ist», sagt Cesare Sciarra, Leiter des STS-Kontrolldiensts. Mehr will er dazu im Moment nicht sagen. «Wir bleiben auf jeden Fall dran und werden den Schafhalter weiter kontrollieren», stellt Sciarra aber klar.

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