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Thurgauer SVP-Kantonsrat wirft Migrationsamt Schikane vor

Vier junge Ausländer mussten diesen Frühling das Land verlassen, obwohl sie beim Eishockeyclub «Pikes» unter Vertrag standen. Bisher sei die Ausbildung ausländischer Talente kein Problem gewesen.
Larissa Flammer
Puck und Stock auf einem Eisfeld. (Bild: Fotolia)

Puck und Stock auf einem Eisfeld. (Bild: Fotolia)

Seit 16 Jahren bildet der Eishockeyclub Pikes EHC Oberthurgau junge Talente aus. Einheimische und solche, die dafür extra in die Schweiz kommen. Jetzt plötzlich sei die Ausbildung ausländischer Talente nicht mehr möglich, schreibt SVP-Kantonsrat Andrea Vonlanthen (Arbon) in einem Vorstoss, den er am Mittwoch im Grossen Rat einreichte. «Migrationsamt schikaniert junge Hockeyspieler», lautet der Titel.

Richard Stäheli, langjähriger Präsident der «Pikes». (Bild: Reto Martin)

Richard Stäheli, langjähriger Präsident der «Pikes». (Bild: Reto Martin)

Konkret mussten vier junge Spieler aus Tschechien und Rumänien Ende März das Land verlassen, obwohl sie einen dreijährigen Ausbildungsvertrag mit den «Pikes» hatten. Die Jugendlichen mussten auch die Sekundarschule Romanshorn-Salmsach mitten im Schuljahr verlassen. «Wir fühlen uns sehr stark verschaukelt», sagt Richard Stäheli, langjähriger Präsident der «Pikes» auf Anfrage unserer Zeitung.

Voraussetzung wäre der Besuch einer Privatschule

Die vier 14- und 15-Jährigen spielten seit vergangenem Mai beim Nachwuchsteam «Mini Top» und lebten in Gastfamilien. Der Eishockeyclub hat für sie wie üblich einen Antrag beim Migrationsamt gestellt, welcher diesmal abgelehnt wurde. Die Begründung lautete gemäss Stäheli, dass die Jugendlichen eine Privatschule besuchen müssen, wenn sie hier bleiben wollen. Der ehemalige Präsident sagt:

«Eine Privatschule kostet aber Geld. Wir wollen die besten Spieler, nicht die reichsten.»

Die «Pikes» haben versucht, beim Migrationsamt zu intervenieren. «Die vier Jugendlichen haben unserem Team gutgetan, der Schulleiter sagt, sie hätten den anderen Schülern gutgetan und auch die Pflegefamilien hatten null Probleme mit ihnen», sagt Stäheli. Er kann den Entscheid des kantonalen Migrationsamts nicht nachvollziehen. Weiter juristisch dagegen vorgehen will er aber nicht.

Die Konsequenz aus dem Entscheid des Migrationsamts: Die «Pikes» haben kommende Saison keine Ausländer. Stäheli sagt: «Sportlich ist es keine absolute Tragödie.» Ihn stört der Entscheid generell.

Regierungsrat muss Fragen beantworten

SVP-Kantonsrat Vonlanthen will vom Regierungsrat wissen, auf welche gesetzliche Grundlage sich das Migrationsamt bei der Ausweisung gestützt hat und warum es den Jugendlichen sogar verwehrt wurde, das Schuljahr zu beenden. Weiter schreibt er in seinem Vorstoss: «Wie kommt das Migrationsamt dazu, einer Schulgemeinde vorzuschreiben, wen sie beschulen darf und wen nicht?» Diese Frage stellt auch Richard Stäheli.

SVP-Kantonsrat Andrea Vonlanthen. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

SVP-Kantonsrat Andrea Vonlanthen. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Grundsätzlich will Vonlanthen wissen, wie der Regierungsrat zum grenzüberschreitenden Austausch von jungen, talentierten Sportlern steht, wie er in Romanshorn seit 16 Jahren gepflegt werde. Die Regierung muss abschliessend dazu Stellung nehmen, ob sie zu einer Lösung beitragen will, damit die Ausbildungsarbeit bei den «Pikes» mit jungen, ausländischen Spielern weitergeführt werden kann.

Das Migrationsamt wird sich im Auftrag des Departements mit dem Vorstoss beschäftigen, wie Amtsleiter Camillus Guhl auf Anfrage mitteilt. Er sagt: «Ob hier eine Praxisänderung vorliegt und was für Einzelfälle hinter dem Vorstoss stehen, muss nun zuerst geprüft werden.» Danach werde der Regierungsrat die Fragen beantworten.

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