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Kommentar

Thurgauer Ständeratssitz: Jetzt kommt Leben in die Bude

Nach dem Verzicht von Peter Spuhler auf eine Ständeratskandidatur ist eine neue politische Ausgangslage entstanden.
Christian Kamm
Christian Kamm, Ressortleiter Thurgau, Thurgauer Zeitung. (Bild: Urs Jaudas)

Christian Kamm, Ressortleiter Thurgau, Thurgauer Zeitung. (Bild: Urs Jaudas)

Mit seinem Verzicht auf eine Ständeratskandidatur hat Peter Spuhler viele Politpropheten auf dem falschen Fuss erwischt. Die meisten waren davon ausgegangen, dass Spuhler dieser Chance auf ein politisches Comeback in Bundesbern nicht würde widerstehen können. Zumal er sich bereits auf Anfang dieses Jahres aus dem Tagesgeschäft seines Unternehmens zurückgezogen hatte und, wenn man ihn danach fragte, die Türe zum Ständerat nie zuschlug. Nun aber ist sie definitiv zu.

So bedauerlich es im Grundsatz ist, dass sich ein thurgauisches Schwergewicht aufs politische Altenteil zurückzieht – die überraschende Absage kann zumindest demokratiepolitisch auch ein Gewinn sein. Mit Peter Spuhler wäre die Wahl gelaufen und der Stadler-Patron zusammen mit Brigitte Häberli als neues Thurgauer Dream-Team im Ständerat praktisch gewählt gewesen. Ohne Spuhler kommt nun erstmals wirklich Leben in die Wahlbude 2019. Statt eines Wahlkampfs, der gar keiner zu werden drohte, sind nun plötzlich viele Szenarien denkbar.

Den Schlüssel für die weitere Entwicklung in den Händen hält zuerst und vor allem die Titelverteidigerin SVP. Denn eines ist klar: Aufgrund ihrer Stärke und ihres Einflusses im Kanton hat die SVP Thurgau weiterhin einen nachvollziehbaren Anspruch auf einen Sitz im Ständerat. Allerdings schliesst das die Verantwortung mit ein, auch eine Kandidatur zu lancieren, die Majorzwahl-tauglich ist. Personelle Optionen mit erfahrenen Politprofis ohne überparteiliche Berührungsängste hat die Partei ja genug. Bringt sie keinen unmöglichen Kandidaten − beziehungsweise verzichtet sie auf eine unmögliche Kandidatin − dürfte es schwierig werden, ihr den Sitz abzujagen. Andernfalls könnte aber auch bei der parteipolitischen Konkurrenz im bürgerlichen Lager die Versuchung gross werden, ebenfalls ins Rennen zu steigen.

Noch liegt viel Nebel über dem politischen Marktplatz zwischen Paradies und Hörnli. Und mit Ausnahme der SP, die bereits angekündigt hat, zur Ständeratswahl anzutreten, heisst im Moment das Gebot der Stunde, mit seinen Ambitionen noch etwas in Deckung zu bleiben. Doch die Zeit arbeitet für echte Wahlen mit einer echten Auswahl. Plötzlich besteht im Kanton Thurgau die berechtigte Hoffnung auf ein spannendes Wahljahr 2019. Peter Spuhler sei Dank.

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