Thurgauer «Smart Farming» stösst in neue Bereiche vor

Die Swiss Future Farm in Tänikon forschte im Jahr 2020 an Smart-Farming-Methoden, die einen Mehrertrag auf dem Feld trotz weniger Pflanzenschutzmittel- und Düngereinsatz bringen.

Christof Lampart
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Die Swiss Future Farm in Tänikon.

Die Swiss Future Farm in Tänikon.

Archivbild: Andrea Stalder

An ihrer Jahresmedienkonferenz, welche für einmal nicht auf Feld und Hof, sondern per Videokonferenzschaltung abgehalten wurde, erklärten diverse Referenten am Dienstagnachmittag, dass das Jahr 2020, nicht nur wegen Corona, für die Swiss Future Farm (SFF) «spannend» gewesen sei und «viel Flexibilität» erfordert habe.

Mechanische Unkrautbekämpfung im Fokus

Die Kernaufgabe der SFF ist, den hiesigen Landwirten im Auftrag der Forschung und im Sinne einer nachhaltigen Bewirtschaftung der Betriebe mit modernen Technologien zur Seite zu stehen. 2020 fokussierte sich die SFF, wie der Vorsitzende der Steuerungsgruppe, Nicolas Helmstetter, erläuterte, auf Themen wie Düngemitteleffizienz, Pflanzenschutzmittelreduzierung und der bodenschonenden Bewirtschaftung. Dabei rückte die mechanische Unkrautbekämpfung in den Mittelpunkt. Versuche mit Silomais auf dem SFF-Versuchsfeld in Tänikon hätten gezeigt, dass man im Striegelverfahren ohne Herbizide den höchsten Deckungsbeitrag erzielen konnte. Auch bei Versuchen mit Winterweizen habe man, dank gezieltem Einsatz von Bodendaten und Drohnenbilder, Dünger und Kosten einsparen können.

Nicolas Helmstetter

Nicolas Helmstetter

Bild: Donato Caspari

Nächster Schritt steht an

Nachdem die SFF in den ersten drei Jahren ihres Bestehens vor allem damit beschäftigt gewesen sei, neue Technologien auf den im Feld und Stall eingesetzten Maschinen zu implementieren, könne man nun einen Schritt weitergehen. Helmstetter:

«Wir sind jetzt im Stadium, wo wir aus den gemachten Erfahrungen heraus Smart Farming nicht mehr nur unterstützen, sondern optimieren können.»

Zumal die neuen Erkenntnisse – zum Beispiel bei der Aussaat von Zuckerrüben und Mais – auch dann Mehrerträge auf dem Feld einbringen, wenn der Landwirt noch nicht über die modernen Smart-Farming-Maschinen verfügt.

Für den Leiter des Versuchsbetriebs Tänikon, Christian Eggenberger, ist dies enorm wichtig: «Der Herbizidverzicht ist eine Massnahme, welche die Landwirte schnell umsetzen können, zumal wir auch Varianten anbieten, die schnell umsetzbar sind. So gewährleisten wir, dass alle Landwirte von unseren Resultaten profitieren.»

Christian Eggenberger

Christian Eggenberger

Bild: Donato Caspari

Erstmals Lehrgang Smart Farming angeboten

Gross war im Jahr 2020 die Freude darüber, dass man im Rahmen der Betriebsleiterschule – in Zusammenarbeit mit dem Strickhof und dem Landwirtschaftlichen Zentrum St.Gallen – erstmals das neu entwickelte Modul «Smart Farming BF30» anbieten konnte, welcher ausgebucht war. «Es ist spannend, nicht nur Wissen aufzubauen, sondern auch zu vermitteln», freute sich Arenenberg-Direktor Martin Huber.

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