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Thurgauer Schulzeugnisse erhalten den Feinschliff

Der neue Lehrplan gibt auch Neuerungen im Volksschul-Zeugnis vor. Das erste Jahr der Übergangsphase ist vorbei, ein paar Probleme haben sich herauskristallisiert. Als nächstes werden alle Erfahrungen zusammengetragen.
Larissa Flammer
Ein Zeugnis der Volksschule Thurgau. (Bild: Reto Martin)

Ein Zeugnis der Volksschule Thurgau. (Bild: Reto Martin)

Zweimal haben Thurgauer Sekundarlehrer nun bereits die neuen Zeugnisse ausgestellt. Primarlehrer haben dies vor den Sommerferien zum ersten Mal gemacht. Weil seit einem Jahr der neue Lehrplan umgesetzt wird, gab es auch in den Zeugnissen Änderungen.

Anne Varenne, Präsidentin Bildung Thurgau. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Anne Varenne, Präsidentin Bildung Thurgau. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Deren Einführung ist nicht ganz einfach. Die Präsidentin von Bildung Thurgau, der Berufsorganisation der Thurgauer Lehrerinnen und Lehrer, berichtete im Herbst von «geballt» auftretenden Irritationen bei den Lehrern und von Kritik an einzelnen Änderungen. Jetzt sagt Anne Varenne: «Vor den Sommerferien sind zwei Kritikpunkte bis zu mir gedrungen.» Die Lehrpersonen seien vor allem froh, dass jetzt alle Zeugnisse fertig erstellt und verteilt worden sind.

Geändert haben sich die Fächerbezeichnungen, auch gibt es an der Sekundarschule in den Sprachen keine mündlichen Noten mehr.

Eltern unterschreiben nicht mehr bei Noten

Die beiden Kritikpunkte, die Varenne anspricht, betreffen das Programm, mit dem die Zeugnisse ausgefüllt werden. Neu befindet sich der Platz für die Unterschrift der Eltern nur auf dem Blatt mit der Bewertung des Lern-, Arbeits- und Sozialverhaltens. «Die Unterschrift gehört aber auch unter die Noten», sagt Varenne.

Ebenso spuckt das Programm bei einer Durchschnittsnote von 4,78 den Zusatz «Lernziele teilweise übertroffen» aus. «Das ist komisch. Übertroffen sind Lernziele nach gängiger Ansicht eigentlich erst ab einer Note über 5,5», sagt die Präsidentin von Bildung Thurgau.

Nicht ein Programm schreibt das Zeugnis

Beat Brüllmann, Chef des Thurgauer Amts für Volksschule, wurde über die beiden Punkte bereits in Kenntnis gesetzt. Er sagt: «Wir gehen dem nach.» Möglich wäre es, dass ein Programmierfehler vorlag und deshalb das Zeugnis falsch aussah. Der Amtschef betont: «Alle Lehrpersonen können die automatischen Angaben des Programms manuell überschreiben.» Das Zeugnis sei ein professioneller Ermessensentscheid der Lehrer.

Beat Brüllmann, Chef Amt für Volksschule. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Beat Brüllmann, Chef Amt für Volksschule. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Brüllmann sind keine weiteren Probleme mit dem angepassten Zeugnis bekannt. Vielleicht habe das damit zu tun, dass im Herbst mit allen Lehrern und Schulleitern der Dialog zu diesem Thema gesucht werde. «Danach gibt es zudem Hearings mit weiterführenden Schulen, Verbänden, Lehrbetrieben und mit Organisationen wie Bildung Thurgau.» Auch andere Programme zur Zeugnis-Erfassung wird das Amt für Volksschule prüfen. Brüllmann sagt:

«Zeugnisse sind ein hoch emotionales Thema. Wir wollen die Änderungen deshalb entsprechend angehen.»

Zweite Vernehmlassung im Herbst 2019

Rund 120 Lehrer aus fünf Thurgauer Schulen prüfen seit einem Jahr in einem Schulversuch weitere Änderungen im Zeugnis. Sie sammeln unter anderem Erfahrungen mit der Bewertung der Kompetenzen, die im neuen Lehrplan gefordert sind. Neben dem Amt für Volksschule begleiten auch Vertreter der Pädagogischen Hochschule Thurgau den Versuch.

Wie dem aktuellen Schulblatt zu entnehmen ist, wird es im August eine erste Befragung der Beteiligten geben. Das abschliessende Gespräch findet im Januar statt. Voraussichtlich im Herbst des nächsten Jahres gehen die angepassten Beurteilungsgrundlagen des Kantons in die Vernehmlassung. Frühestens per 1. August 2021 ist das Inkrafttreten allfälliger Anpassungen vorgesehen.

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