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Thurgauer Schulleiter zur Berufswahl: «Besondere Schüler brauchen besondere Unterstützung»

Der Vorstand des Verbandes Schulleiterinnen und Schulleiter Thurgau ist wieder komplett. Handlungsbedarf besteht bei der Berufswahl-Begleitung von Schülern mit integrativer Sonderschulung.
Werner Lenzin
Präsident Thomas Minder begrüsste Christoph Götsch und Lukas Leutenegger neu im Vorstand der Schulleiter Thurgau. (Bild: Werner Lenzin)

Präsident Thomas Minder begrüsste Christoph Götsch und Lukas Leutenegger neu im Vorstand der Schulleiter Thurgau. (Bild: Werner Lenzin)

Noch bevor die Generalversammlung des Verbands der Thurgauer Schulleiter (VSL Thurgau) begann, zeigte Simone Büchi von der Beratungsfirma 5to9 auf, in welchem Ausmass die Digitalisierung die Arbeitswelt verändert. Sie ist überzeugt davon, dass die Schule die Kinder darauf vorbereiten muss.

Neben den Schulleitern waren am Dienstag im Weinfelder «Thurgauerhof» auch Regierungsrätin Monika Knill und Amtschef Beat Brüllmann anwesend.

Besondere Begleitung bedeute 90 Prozent erhöhten Betreuungsbedarf

Während der anschliessenden Versammlung stellte Vorstandsmitglied Barbara Schwarzenbach fest, dass inzwischen im Rahmen der integrativen Sonderschulungen 180 Schüler ins Oberstufenalter kommen. Die integrative Sonderschulung macht es möglich, dass Kinder mit Sonderschulbedürftigkeit vor Ort integriert die Regelschulen besuchen. Schwarzenbach, die Leiterin des Heilpädagogischen Zentrums Romanshorn ist, sagte: «Besondere Jugendliche brauchen eine besondere Unterstützung bei der Berufswahl, und zwar ab dem 7. Schuljahr.»

Ihrer Meinung nach ist es wichtig, dass beim ersten pädagogischen Gespräch festgehalten wird, ob die Fachperson für schulische Heilpädagogik, der Berufswahlcoach, die Klassenlehrperson oder jemand anders dafür die Verantwortung übernimmt. «In der Regel bedarf es in solchen Fällen einer besonderen Begleitung und dies bedeutet einen 90 Prozent erhöhten Betreuungsbedarf», betonte Schwarzenbach.

Sie wies auf die Unterstützungsangebote des Kantons hin und präsentierte eine Checkliste, welche der Lehrperson beim Berufswahlprozess bei Schülern mit integrativer Sonderschulung behilflich ist.

Schulleiter erwarten Pensionierungswelle

Vor der Behandlung der eigentlichen Geschäfte trugen die 52 Versammlungsteilnehmer ihre Gedanken zu den folgenden Punkten zusammen: Welche Aspekte sollten ins Berufsbild des Schulleiters und wie kann dessen Arbeitssituation, die Weiterbildung und die Rekrutierung verbessert werden. Gemäss Präsident Thomas Minder darf der Verband mit dem Abschluss einer Leistungsvereinbarung mit dem Kanton einen Meilenstein verzeichnen. Er appellierte an die Adresse der Verbandsmitglieder:

«Im Rahmen einer zu erwartenden Pensionierungswelle fordere ich euch auf, in euren Schulen nach geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten zu suchen»

Er und die bisherigen Vorstandsmitglieder Barbara Schwarzenbach, Regina Slongo, Magnus Jung und Heidi Scherrer wurden für eine weitere Amtsdauer von zwei Jahren bestätigt. Rainer Nobs tritt nach zehnjähriger Vorstandstätigkeit zurück, weshalb Christoph Götsch, Sekundarschule Ägelsee Wilen, und Lukas Leutenegger, Primarschule Pfyn, einstimmig neu in den Vorstand gewählt wurden.

Verband will sich für hohe Professionalität einsetzen

Einstimmig genehmigten die Schulleiter den Jahresbericht, Rechnung und Budget. Die Anträge des Vorstandes, welche Rückstellungen von 15000 Franken für politische Kampagnen, die Änderung des Finanzreglements und der Statuten, die Erhöhung der Entschädigung für Präsidium und Vizepräsidium beinhalten, wurden einstimmig gutgeheissen.

Die Tätigkeitsagenda 2018/19 beinhaltet, dass sich der VSL Thurgau für verbesserte Berufsrahmenbedingungen und für eine hohe Professionalität seiner Mitglieder einsetzen will. Zudem soll der Verband zu einem Kompetenzzentrum für Schulleitungsfragen werden und die thurgauische Bildungslandschaft aktiv mitgestalten.

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