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Thurgauer Schulen müssen für Sexualpädagogik mehr bezahlen

Der Kanton streicht seine Beiträge für den Einsatz einer Sexualpädagogin im Unterricht. Schulen, die ihren Lehrern diese Unterstützung zur Verfügung stellen wollen, müssen ab 2020 die Kosten selber tragen.
Larissa Flammer
Das Thema Sex auf der Wandtafel in einem Klassenzimmer. (Bild: Getty Images)

Das Thema Sex auf der Wandtafel in einem Klassenzimmer. (Bild: Getty Images)

Sexualaufklärung ist Teil des Thurgauer Lehrplans. Weil nicht alle Lehrer vor einer Klasse gleich gut über Liebe und Fortpflanzung sprechen können, greifen Jahr für Jahr mehr von ihnen auf die Hilfe der Sexualpädagogin Rita Messerli von der Perspektive Thurgau zurück.

Ab 2020 wird der Kanton aber keinen Beitrag mehr an den Unterricht der Sexualpädagogin zahlen. Zurzeit übernimmt er die Hälfte der 140 Franken pro Stunde. Mit dem Sparprogramm «Haushaltsgleichgewicht 2020» wird der Anteil gestrichen.

Wie Markus van Grinsven jetzt auf Anfrage sagt, soll die Sexualpädagogin trotzdem weiter für die Organisation arbeiten können. Der Geschäftsführer der Perspektive Thurgau betont:

«Wir und auch viele Lehrpersonen sind der Meinung, dass es das Angebot unbedingt braucht.»

Die 140 Franken müssen aber weiterhin verrechnet werden, denn die Kosten bleiben die gleichen. Künftig wird der ganze Betrag den Schulen in Rechnung gestellt. Van Grinsven sagt: «Wir werden beobachten, wie das von den Schulen aufgenommen wird.» Anfang nächstes Jahr sollen dazu Gespräche geführt werden.

Weniger Geld bei neuen Einwohnern

Der Perspektive Thurgau werden mit dem «Haushaltsgleichgewicht 2020» auch abgesehen von der Sexualpädagogik Kantonsgelder gestrichen. Die Fachorganisation bietet im Auftrag des Kantons und der Gemeinden Dienstleistungen für alle Einwohner an: von der Mütter- und Väterberatung, über Suchtprävention bis zur Gesundheitsförderung. Dafür hat die Organisation seit einigen Jahren 15 Franken pro Einwohner zur Verfügung.

Ab dem Jahr 2020 wird aber das Bevölkerungswachstum nicht mehr im gleichen Mass berücksichtigt. Van Grinsven erklärt: «Hat der Kanton 100 neue Einwohner, erhalten wir nur 50 mal 15 Franken mehr.» Trotzdem müssen allen Einwohnern alle Dienstleistungen zur Verfügung stehen.

Grösse der Organisation ist von Vorteil

Der Geschäftsführer zeigt sich trotzdem zuversichtlich: «Wir können unser Angebot aufrecht erhalten, müssen die Finanzierung aber im Auge behalten.»

Das sei einer der Vorteile, dass man den Mut gehabt habe, eine Organisation dieser Grösse aufzubauen. Sie kann diese Sparmassnahme besser auffangen als ein kleiner Dienstleistungsanbieter. Nächstes Jahr werden die Details geklärt.

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