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Thurgauer Schafbauer: Bei unangemeldeter Kontrolle wurden keine Missstände festgestellt

Bei einer vom Veterinäramt des Kantons Thurgau durchgeführten unangemeldeten Kontrolle auf dem Hof eines Schafhalters aus Herrenhof konnten keine Anzeichen von Tierquälerei festgestellt werden. Jetzt wird Kritik an der Vorgehensweise des Vereins gegen Tierfabriken (VgT) laut.
Die Lämmermast des Herrenhofer Bauers. (Bild: Andrea Stalder)

Die Lämmermast des Herrenhofer Bauers. (Bild: Andrea Stalder)

(bro) Da bei der Staatsanwaltschaft des Kantons Thurgau eine Strafanzeige gegen einen Schafhalter aus Herrenhof eingereicht worden ist, hat das Veterinäramt – begleitet durch die Staatsanwaltschaft und die Kantonspolizei – am Dienstagnachmittag eine unangemeldete Kontrolle durchgeführt. Dies teilte die Staatskanzlei des Kantons Thurgau am Mittwochmorgen mit.

Tierhalter zeigte sich kooperativ

Der Tierhalter habe die zuständigen Behörden offen informiert, bereitwillig Zutritt gewährt und sich kooperativ gezeigt, heisst es in der Mitteilung weiter. Bei der Kontrolle wurden sowohl die betrieblichen Einrichtungen als auch der Zustand der Tiere überprüft. Dabei sei weder eine Gefährdung des Wohlergehens der Tiere noch Anzeichen von Tierquälerei festgestellt worden.

Schafzuchtverband verurteilt jegliche Gewalt an Tieren

Auf Anfrage äussert sich der Schweizerische Schafzuchtverband (SSZV) zum Fall Herrenhof. «Der SSZV verurteilt jegliche Form der Gewalt an Tieren», schreibt Präsident Alwin Meichtry. Die Wahrung der Würde und des Wohlergehens eines jedes Schafes seien zentrale Anliegen des SSZV. «Neben den allgemeingültigen Bestimmungen des Tierschutzgesetzes, engagieren wir uns für die Etablierung hoher Standards bezüglich Tierwohl, Tiergesundheit und Haltungsbedingungen.» Die Mitglieder und der Verband würden sich dafür einsetzten , dass die Schafe in der Schweiz unter Berücksichtigung ihrer rassenspezifischen Ansprüche, sowohl im Stall als auch auf der Weide, möglichst artgerecht leben können. «All dieser Bemühungen zum Trotz gibt es jedoch leider immer wieder Einzelpersonen, die einen inakzeptablen Umgang mit ihren Tieren haben», schreibt der SSZV-Präsident. Zum Video, so es den die Wahrheit zeigt, schreibt Meichtry:«Als passionierter Schafzüchter macht mich der teilweise sichtbar grobe Umgang mit den Tieren im Video denn auch persönlich sehr betroffen.» (seb.)

«Die Forderung des VgT nach einem sofortigem Totaltierhalteverbot und einer Beschlagnahmung der Tiere ist in Nachachtung der Kontrollergebnisse nicht gerechtfertigt», teilt der Kanton weiter mit. Sofortmassnahmen seien aus tierschutzrechtlicher Sicht laut Veterinäramt nicht nötig. Ob sich der Tierhalter strafrechtlich etwas habe zu Schulden kommen lassen, werden die weiteren Abklärungen von Polizei und Staatsanwaltschaft zeigen.

Kritik an Publikation

Die Art und Weise, wie der VgT die Anzeige öffentlich gemacht hat, ist gemäss Kanton grundsätzlich nicht im Sinne der angelaufenen Untersuchung und der Strafverfolgungsbehörden. Die Veröffentlichung einer Anzeige nur wenige Stunden nach Anzeigeerstattung erschwere eine Beweissicherung in jeglicher Hinsicht, schreibt der Kanton weiter.

Ein Augenschein auf dem Hof des Schafhalters aus Herrenhof. (Bild: Andrea Stalder)
Ein Augenschein auf dem Hof des Schafhalters aus Herrenhof. (Bild: Andrea Stalder)
Ein Augenschein auf dem Hof des Schafhalters aus Herrenhof. (Bild: Andrea Stalder)
Ein Augenschein auf dem Hof des Schafhalters aus Herrenhof. (Bild: Andrea Stalder)
Ein Augenschein auf dem Hof des Schafhalters aus Herrenhof. (Bild: Andrea Stalder)
Ein Augenschein auf dem Hof des Schafhalters aus Herrenhof. (Bild: Andrea Stalder)
Ein Augenschein auf dem Hof des Schafhalters aus Herrenhof. (Bild: Andrea Stalder)
Ein Augenschein auf dem Hof des Schafhalters aus Herrenhof. (Bild: Andrea Stalder)
Ein Augenschein auf dem Hof des Schafhalters aus Herrenhof. (Bild: Andrea Stalder)
Ein Augenschein auf dem Hof des Schafhalters aus Herrenhof. (Bild: Andrea Stalder)
Ein Augenschein auf dem Hof des Schafhalters aus Herrenhof. (Bild: Andrea Stalder)
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Schafhalter in Herrenhof

Ausserdem führe sie zu einer übereilten öffentlichen Vorverurteilung mit existenzbedrohenden Konsequenzen für den Tierhalter, seine Frau und die Kinder. In einem Rechtsstaat gelte bis zu einem in Rechtskraft erwachsenen Entscheid die Unschuldsvermutung. Insbesondere die Veröffentlichung des Familienfotos in den Sozialen Medien sei verantwortungslos und stehe in keinem Zusammenhang mit dem aufgrund der Anzeige zu untersuchenden Sachverhalt.

Coop und Bell bleiben dabei

Coop und Bell gaben am Dienstag bekannt, nicht mehr mit dem Bauern aus Herrenhof zusammenzuarbeiten. Coop bekräftigt am Mittwoch: Die im Video gezeigten Zustände seien mit ihrem «langjährigen Engagement für das Wohl der Tiere nicht vereinbar». Bell schreibt: «Das im Video gezeigte Verhalten ist für uns inakzeptabel.» Die Zusammenarbeit bleibe bis auf Weiteres eingestellt, halten beide fest. Bell schreibt zudem, man stünden mit dem Produzenten in Kontakt. (red)

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