Kommentar

Thurgauer Regierungsratswahlkampf: Die Chance auf einen zweiten Wahlgang steigt

Die Last-Minute-Kandidatur von Ueli Fisch belebt den Thurgauer Regierungsratswahlkampf zusätzlich. Sie ist daher zu begrüssen, schreibt Redaktor Sebastian Keller in seinem Kommentar.

Sebastian Keller
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Sebastian Keller, Redaktor «Thurgauer Zeitung».

Sebastian Keller, Redaktor «Thurgauer Zeitung».

(Bild: Reto Martin)

Ueli Fischs Kandidatur kommt spät und überraschend. Sie ist aus demokratischer Sicht aber zu begrüssen. Seit Montag ist klar: Für fünf Regierungsratssitze kandidieren sieben Personen. Damit haben die Wahlberechtigten am 15. März eine Auswahl. Der erste Super-Wahlsonntag – Wahl von Parlament und Regierung am gleichen Tag – wird seinem Namen gerecht.

Zwischen Bodensee und Hörnli wohnen fast 280000 Menschen. Da darf es nicht sein, dass die höchsten politischen Ämter im Kanton allzu leicht zu haben sind. Die doppelte Öko-Kandidatur weckt die aktuellen Regierungsparteien SVP, FDP, SP und CVP aus dem eingerosteten Wahlkampfmodus. Jetzt müssen sie die Handbremse lösen und dem Wahlkampf ihre Parteifarbe aufdrücken.

Klimaschutz dominiert derzeit zwar die politische Agenda. GLP wie Grüne sind Nutzniesser dieser Themenkonjunktur. Nicht grundlos politisiert heute Kurt Egger (GP) in Bern und nicht mehr Hansjörg Brunner (FDP). Die GLP konnte in den Parlamenten von Weinfelden und Frauenfeld ihre Sitzzahl erhöhen. Dass die grüne Welle Fisch oder Karin Bétrisey im ersten Wahlgang dieser Majorzwahl direkt ins Regierungszimmer spült, ist eher unwahrscheinlich. Doch das ökologische Pressing befeuert zumindest die Chance auf einen zweiten Wahlgang. Damit dürfen es die bisherigen Regierungsrätinnen und der bisherige Regierungsrat nicht riskieren, sich zurückzulehnen.

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