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Thurgauer Regierung sieht im Geburtshaus St.Gallen kein Sparpotenzial

Die Kantonsspitäler Frauenfeld und Münsterlingen bieten seit vielen Jahren die Möglichkeit einer hebammengeleiteten Geburt. Dieses Argument des Regierungsrats lässt die Mitverfasserin eines politischen Vorstosses nicht gelten.
Larissa Flammer
Der Tag der offenen Tür im Geburtshaus St.Gallen lockte Ende März viele Besucher an. (Bild: Urs Bucher)

Der Tag der offenen Tür im Geburtshaus St.Gallen lockte Ende März viele Besucher an. (Bild: Urs Bucher)

Der Thurgauer Regierungsrat nimmt das neue Geburtshaus St. Gallen zurzeit nicht in die Spitalliste auf. Der Antrag wird «im Rahmen der vorgesehenen ordentlichen Spitalplanung 202X» behandelt. Diese Haltung äussert die Regierung in der Beantwortung einer Einfachen Anfrage von drei Kantonsrätinnen.

Eine der Fragestellerinnen ist SP-Politikerin Barbara Dätwyler (Frauenfeld). Ihrer Meinung nach fiel die Antwort des Regierungsrats «so unverbindlich aus, wie es zu erwarten war».

Thurgau bezahlt bei Geburt ohne Komplikationen

Als die Kantonsrätinnen die Anfrage eingereicht hatten, war noch nicht klar, ob das Geburtshaus überhaupt in die Spitalliste des Kantons St.Gallen aufgenommen wird. Kurz vor der Eröffnung Anfang April nahm die Institution jedoch diese Hürde. Durch den Entscheid der St.Galler Regierung können alle gesunden Schwangeren mit voller Kostendeckung im Geburtshaus gebären.

Die Thurgauer Regierung verweist daher auf die «ausserkantonal freie Spitalwahl». Die Krankenkasse finanziert den Aufenthalt zu 45 Prozent, der Wohnkanton übernimmt die restlichen 55 Prozent – vorausgesetzt der Referenztarif des Geburtshauses ist nicht höher als der in einem Thurgauer Spital. Bei Geburtshäusern in anderen Kantonen sei der Tarif jeweils tiefer, schreibt die Thurgauer Regierung.

Bei einer Verlegung ins Kantonsspital St.Gallen würde es allerdings teurer werden als bei einer Behandlung im Thurgau. Diese zusätzlichen Kosten müsste die Zusatzversicherung oder die Frau selber bezahlen.

Geburt im Geburtshaus ist günstiger als im Spital

Die Zusicherung, dass der Kanton Thurgau die Kosten bis zum Referenztarif «ohne Weiteres bewilligt», nennt Dätwyler den Pluspunkt der Beantwortung.

«Ich erwarte aber eigentlich schon, dass der Kanton bei der ordentlichen Überprüfung der Spitalliste das Geburtshaus aufnimmt.»

Im Thurgau gebe es ein solches Angebot ja nicht. Der Regierungsrat schreibt zwar: «Die hebammengeleitete Geburt ist bereits seit vielen Jahren Teil des Leistungskatalogs im Kanton Thurgau.» Er verweist damit auf das Angebot in den Kantonsspitälern Frauenfeld und Münsterlingen.

SP-Kantonsrätin Barbara Dätwyler. (Bild: Donato Caspari)

SP-Kantonsrätin Barbara Dätwyler. (Bild: Donato Caspari)

Für Barbara Dätwyler ist das aber nicht das gleiche. Zwar sei dort die Hebamme die Bezugsperson, «im Kantonsspital redet aber immer auch ein Arzt ein Wörtchen mit».

Die Geburt in einem Geburtshaus sei deutlich günstiger als in einem Spital, betont die SP-Kantonsrätin. Für die drei Politikerinnen ist es unverständlich, dass das Geburtshaus nicht in die Spitalliste aufgenommen wird, obwohl das Angebot günstiger und qualitativ gleich gut ist.

Eine provisorische Aufnahme des Geburtshauses in die Spitalliste, verbunden mit einer wissenschaftlichen Evaluation, lehnt der Regierungsrat ab. Zum Zeitpunkt der Überprüfung der Liste sei es am Geburtshaus, die eigene Qualität und Wirtschaftlichkeit auszuweisen.

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