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Thurgauer Regierung gratuliert Uni Konstanz zu Auszeichnung – und ist stolz auf Thurgauer Beteiligung

Das Gruppenverhalten von Mensch und Tier stand im Fokus des Kooperationstreffens, zu dem der Thurgauer Regierungsrat und das Rektorat der Universität Konstanz bereits zum 22. Mal eingeladen hatten.
Thomas Güntert
Martin Wikelski referierte über das Internet der Tiere und sein Forschungskollege Urs Fischbacher hörte gespannt zu. (Bild: Thomas Güntert)

Martin Wikelski referierte über das Internet der Tiere und sein Forschungskollege Urs Fischbacher hörte gespannt zu. (Bild: Thomas Güntert)

Regierungspräsident Jakob Stark konnte am Mittwoch beim Kooperationstreffen in der Pädagogischen Maturitätsschule Kreuzlingen der Konstanzer Uni-Rektorin Kerstin Kriglstein gratulieren. Die Universität Konstanz hat im Sommer als eine von elf deutschen Universitäten die Auszeichnung Exzellenz Universität erhalten. Stark sagte vor rund 100 Besuchern:

«Wir sind hocherfreut, dass wir in unmittelbarer Nachbarschaft eine der besten Universitäten Deutschlands haben.»

Der Regierungsrat zeigte sich erfreut, dass Forschende des Biotechnologieinstituts Thurgau und des Thurgauer Wirtschaftsinstituts, die im Rahmen der grenzüberschreitenden Kooperation entstanden sind, in einem Exzellenzcluster massgeblich am Erfolg beteiligt waren.

Auch Menschen richten sich nach der Herde

Seit diesem Jahr sind Forschende aus Biologie, Informatik, Psychologie, Wirtschaftswissenschaft und Soziologie dabei, das Gruppenverhalten von Mensch und Tier zu erforschen. Urs Fischbacher, Leiter des Thurgauer Wirtschaftsinstituts, referierte über den Menschen in der Herde und über Konformität und Diskonformität.

Leute verhalten sich anders, wenn sie sehen, wie es die anderen machen und zeigen dabei viele Verhaltensweisen, die das Herdenverhalten fördern. Stark fragte in der Diskussionsrunde, welche Auswirkungen Umfragen im Vorfeld der Wahlen haben können. Fischbacher bemerkte, dass die Wahrscheinlichkeit gross ist, dass die Menschen auf die Seite der vermeintlichen Gewinner tendieren.

Tiere haben eine natürliche Intelligenz

Martin Wikelski, geschäftsführender Direktor des Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie in Konstanz, referierte über das Internet der Tiere. Er erforscht globale Tierwanderungen, um das Sensornetzwerk der Tiere zusammenzufassen. Bei wissenschaftlichen Untersuchungen rüstet er intelligente Tiere mit Mikrosensoren aus. In Sambia macht er Versuche mit Flughunden und im Himalaya-Gebiet mit Schneegeiern, die bis auf eine Höhe von 8000 Metern fliegen.

Beim Ätna wurde ein Netzwerk mit Ziegen aufgebaut, die vor Vulkanausbrüchen aktiv werden und in Erdbebengebieten wird das Verhalten von Kühen vor einem Beben erforscht. «Mit den Vögeln kann man heute mitfliegen wie Nils Holgerson», sagte Wikelski, der mit Hilfe von Zugvögeln beispielsweise Luftturbulenzen und Windgeschwindigkeiten in der Arktis messen kann.

Wikelski bemerkte, dass in den letzten 20 Jahren etwa 420 Millionen Singvögel verschwunden sind und keiner weiss, wohin sie geflogen und an was sie gestorben sind. Er bemerkte, dass Populationen von Tieren sich auch aufgrund von Klimaveränderungen verlagern können und Artensterben schwer nachweisbar sind.

«Es ist erstaunlich, wie wenig wir wissen, was die Annahmen sind und wie oft sie nicht stimmen.» Als Beispiel nannte er die Aufgaben- und Rollenbestimmungen bei den Pavianen, bei denen lange angenommen wurde, dass der grosse Graurücken bestimmt, wohin es geht. Wikelski bemerkte, dass bei den Pavianen alle in die gleiche Richtung laufen, wenn zwei oder drei bewusst in eine Richtung gehen.

Zum Schluss der anderthalbstündigen Veranstaltung animierte Kerstin Kriglstein die Besucher, sich wie eine Herde auf Futtersuche in einen anderen Raum zu bewegen, wo der Apero aufgetischt war und wo es noch lange interessante Gespräche über das Herdenverhalten von Mensch und Tier gab.

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