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Thurgauer Polizisten gehen ab nächstem Jahr mit 62 statt mit 60 in Pension

Der Thurgauer Regierungsrat erhöht das Pensionsalter der Kantonspolizisten um zwei Jahre. Der Thurgau bleibt eine Ausnahme auf weiter Flur. In den meisten Kantonen gehen Polizisten mit 65 in Pension.
Thomas Wunderlin
Ein Kantonspolizist führt in Weinfelden eine Autokontrolle durch. (Bild. Reto Martin)

Ein Kantonspolizist führt in Weinfelden eine Autokontrolle durch. (Bild. Reto Martin)

Ab 2020 können Thurgauer Kantonspolizisten erst mit 62 in Pension gehen. Der Regierungsrat hat das ordentliche Pensionsalters um zwei Jahre erhöht, wie er am Donnerstag bekannt gab. «Im Korps ist es schon länger bekannt», sagt Regierungsrätin Cornelia Komposch auf Anfrage.

Das ordentliche Pensionsalter für Polizisten wie auch Polizistinnen liegt bisher bei 60 Jahren – deutlich unter dem ordentlichen Pensionsalter von 65, das für andere Kantonsangestellte und für zivile Polizeiangestellte gilt.

Gemäss Mitteilung des Regierungsrats sind Polizisten «vielen, teilweise lebensbedrohlichen Gefahren und hohen physischen und psychischen Belastungen» ausgesetzt. Deshalb könnten sie weiterhin früher in Pension gehen als andere Kantonsmitarbeiter. Laut Komposch leisten Polizisten auch in ihrer Freizeit gewisse Dienste.

Erhöhung führt nicht zu mehr Abgängen

Die SP-Regierungsrätin rechnet nicht damit, dass sich der Bestand der Kantonspolizei nun erhöht, da zwei Jahre lang weniger Leute in Pension gehen. «Ich habe eher mit dem Szenario gerechnet, dass es im Übergang mehr Abgänge als üblich gibt.» Davon sei aber bisher auch nichts zu bemerken.

Regierungsrätin Cornelia Komposch. (Bild: Donato Caspari)

Regierungsrätin Cornelia Komposch. (Bild: Donato Caspari)

Anlass für die Erhöhung ist ein wegfallendes Privileg aller Kantonsangestellten. Bisher können diese ab dem 63. Altersjahr in Pension gehen. Als Überbrückung bis zum Erreichen des AHV-Alters zahlt ihnen die Pensionskasse Thurgau eine sogenannte Zusatzrente.

Sie werde vor allem von besser Verdienenden in Anspruch genommen, wodurch die Solidarität belastet werde, gab die Pensionskassenkommission im Juni 2017 bekannt. Deshalb beschloss sie die sukzessive Abschaffung der Zusatzrente ab 2020 bis 2029.

Polizisten erhalten weiterhin nach ihrer Pensionierung während drei Jahren eine Arbeitgeberrente aus dem Budget der Kantonspolizei. Bisher bekamen sie die Arbeitgeberrente vom 60. bis zum 63. Altersjahr, anschliessend die Zusatzrente. Da die Zusatzrente wegfällt, hätten sie eine zweijährige Einkommenslücke. Diese wird durch die Erhöhung des Pensionsalters geschlossen.

Ein Thurgauer Kantonspolizist justiert ein mobiles Geschwindigkeitsmessgerät. (Bild: Reto Martin)

Ein Thurgauer Kantonspolizist justiert ein mobiles Geschwindigkeitsmessgerät. (Bild: Reto Martin)

Laut Polizeivorsteherin Komposch gilt in den Polizeikorps der meisten Kantonen Pensionsalter 65; nur in der Westschweiz gebe es zwei, drei Ausnahmen. Das frühe Rentenalter der Thurgauer Polizei sei in der zuständigen Grossratskommission immer wieder ein Thema gewesen. Wenn der Thurgau jetzt gleich auf 65 erhöht hätte, so wäre das «ein wahnsinnig grosser Schritt» gewesen: «Es hätte allenfalls eine Riesenfluktuation gegeben.»

Erhöhung des Sollbestands in der Diskussion

Gestützt auf einen Bericht des Polizeikommandanten wird der Regierungsrat dem Grossen Rat voraussichtlich in nächster Zeit eine Erhöhung des Sollbestands der Kantonspolizei beantragen. Dieser wurde zuletzt 2011 auf 384 aufgestockt. Komposch erwartet nicht, dass die Thurgauer Polizei wegen des höheren Pensionsalters ein Personalproblem bekomme.

Ausgebildete Polizisten seien momentan leicht zu finden: «Wir sind ein attraktives Korps, das gut ausgerüstet ist. Die Leute kommen gern zu uns.» Schwierig sei aber die Rekrutierung von Aspiranten für die Polizeischule:

«Die Anforderungen haben in den letzten Jahren zugenommen.»

Komposch will nicht Stellung nehmen zum parlamentarischen Vorstoss zur Zukunft der Polizeischule Ostschweiz in Amriswil (Ausgabe vom Donnerstag). Sie sei davon überrascht worden: «Die Polizeischule ist gut unterwegs.»

Polizeiverband ist einverstanden

Der Verband Kantonspolizei Thurgau vertritt die Interessen der Kantonspolizisten. Er akzeptiert die Erhöhung des Pensionierungsalters, erklärt Verbandspräsident Pascal Schmid. Wichtig sei dabei, dass die besondere Situation der Polizeiarbeit weiterhin berücksichtigt wird und die drei Jahre Unterschied zum übrigen Staatspersonals bestehen bleibe.

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