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Thurgauer Pfarrer zum Thema Tod: «Es gibt auch in der Physik keine Vernichtung, nur eine Verwandlung»

Marcel Ruepp, 64, ist Pfarrer des Pastoralraums Nollen-Lauchetal-Thur. Im Interview erklärt er, warum er es bedauert, dass Begräbnisse immer häufiger im engsten Familienkreis stattfinden und was ihn so sicher macht, dass der Tod nicht das Ende ist.
Ida Sandl
Der Tod macht ihm keine Angst: Pfarrer Marcel Ruepp mit Skelett auf dem Friedhof von Wuppenau. (Bild: Reto Martin)

Der Tod macht ihm keine Angst: Pfarrer Marcel Ruepp mit Skelett auf dem Friedhof von Wuppenau. (Bild: Reto Martin)

Marcel Ruepp, in Ihrem Wohnzimmer sitzt ein Skelett. Warum?

Marcel Ruepp: Es erinnert mich daran, dass wir unterwegs sind zum Tod. Wir sollten den Tod nicht aus unserem Leben ausklammern. Er ist wortwörtlich das Todsicherste, was uns ereilen wird.

Haben Sie Angst vor dem Tod?

Ich habe Angst vor dem Sterben, weil ich nicht weiss, ob es weh tun wird. Vor dem Tod selber nicht.

Wieso nicht?

Ich halte mit Gewissheit für wahr, was ich mein Leben lang verkündet habe: Dass wir nach dem Tode weiterleben werden. Was wir dann sein werden, weiss ich nicht. Ich glaube aber, dass es etwas Schönes sein wird.

Was macht Sie da so sicher?

Ich habe auf den Gesichtern von Sterbenden oft einen verklärten Blick gesehen, der ins Weite gerichtet war. Es gibt auch in der Physik keine Vernichtung, sondern nur eine Verwandlung. Das hat, der von mir bewunderte Astrophysiker, Stephen Hawkins erforscht. Hawkins war Atheist. Wo er nicht mehr weiter gekommen ist, da ist Gott.

Sie haben schon Spukhäuser gesegnet. Glauben Sie an Geister?

Ich habe öfter erlebt, dass sich Tote wieder melden. Es handelt sich dabei um arme Seelen, die Hilfe suchen. Man kann sie mit Gebet und einer Zeremonie ins Licht schicken.

Haben Sie diese Geister wirklich gesehen?

Ein alter Bauer, ein schon lange verstorbener väterlicher Berater von mir, konnte die Toten sehen. Das kann ich nicht. Es gibt aber Zeichen wie etwa einen unvermittelten kalten Luftzug oder plötzliche Schritte, obwohl da niemand ist. Dinge, die sich nicht erklären lassen. Ich bin überzeugt, dass es noch eine andere Dimension gibt.

Wie muss eine Beerdigung sein, damit Sie den Angehörigen Trost spendet?

Sie muss Trauer zulassen und den Hinterbliebenen zugleich Hoffnung geben. Ich finde es auch schön, wenn die Angehörigen in ihrem Schmerz nicht alleine gelassen werden. Bei uns in Wuppenau darf jeder, in der Kirche eine Kerze für den Verstorbenen anzünden.

Heute nehmen viele Menschen nur im engsten Kreis Abschied von ihren Liebsten.

Das bedauere ich sehr. Ich denke, jeder der möchte, sollte dem Toten die letzte Ehre erweisen können.

Was halten Sie davon, dass Tote geschminkt werden?

Der Anblick des Verstorbenen sollte für die Angehörigen angenehm sein, so viel sollte unternommen werden. Ich rate dazu, dem Toten etwas anzuziehen, dass er im Leben gerne getragen hat. Dazu gehören auch die Schuhe. Bei meiner Mutter habe ich ausserdem Wert darauf gelegt, dass sie dreieinhalb Tage in der Aussegnungshalle aufgebahrt war.

Was war der Grund für diese drei Tage?

Das hat einen parapsychologischen Aspekt. Es hängt mit dem Energiefeld, der sogenannten Aura , zusammen, die uns umgibt. Auf speziellen Fotos sieht man, dass es nach dem Tod noch vier Tage dauert, bis sich das Energiefeld eines Menschen völlig verflüchtigt hat.

Gibt es etwas, was man Ihnen in den Sarg legen sollte?

Unbedingt meine Brille. Sie gehört irgendwie zu mir.

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