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Thurgauer Lehrlingstag: Stärken zu trainieren ist besser als an Schwächen zu arbeiten

Die Themen am diesjährigen Thurgauer Lehrlingstag waren Talent und Kommunikation. Redner waren unter anderem Matthias Hüppi und Alain Sutter vom FC St.Gallen. 600 Lehrlinge und Ausbildner haben am ausverkauften Anlass in Weinfelden teilgenommen.
Larissa Flammer
Matthias Hüppi und Alain Sutter auf der Bühne mit Moderator Reto Scherrer. (Bild: Andrea Stalder)

Matthias Hüppi und Alain Sutter auf der Bühne mit Moderator Reto Scherrer. (Bild: Andrea Stalder)

Schon am Bahnhof sind die Lehrlinge unübersehbar. In Scharen kommen sie nach Weinfelden – teilweise mit ihren Ausbildnern: Der Lehrlingstag 2018 ist mit 600 Personen ausverkauft. Sie alle sollen etwas von diesem Nachmittag mitnehmen, sie alle sollen profitieren. Das verspricht Moderator Reto Scherrer. Mitnehmen können die Lehrlinge und Ausbildner vier mal fünf Rezepte für den Berufsalltag in der Lehre – praktisch auf einem Flyer abgedruckt. Darauf müssen sich die Referenten beschränken.

Lehrlinge lernen jeden Tag. Berufsschulen und Lehrbetriebe bringen ihnen Fachwissen bei. Zwei andere Fähigkeiten sind aber genau so wichtig: wirkungsvoll kommunizieren und die eigenen Talente und Stärken entdecken sowie gezielt entwickeln. Zu diesem Themen sprachen am Montagnachmittag fünf Persönlichkeiten anlässlich des Lehrlingstags im Weinfelder «Thurgauerhof».

Die Gedanken sind mit dem Körper verbunden

Kommunikationsexpertin Monika Domeisen thematisiert den Gesprächserfolg: «Man kann nicht nicht kommunizieren.» Die Körpersprache gehört dazu. Die Referentin lässt die Anwesenden einige Experimente machen. Zum Beispiel: Den rechten Fuss im Uhrzeigersinn kreisen lassen und mit der Hand eine Sechs in die Luft schreiben. Klappt nicht. Domeisen erklärt:

«Man kann die Gedanken nicht vom Körper trennen.»

Ist uns jemand unsympathisch, könne man dies maximal zwei Minuten verheimlichen. Danach verrät uns die Mimik.

Das FC-St.Gallen-Duo Matthias Hüppi und Alain Sutter bringt den Promifaktor an den Lehrlingstag. Vereinspräsident Hüppi schreibt bei seiner Arbeit die Kommunikation gross. Mit der ganzen Fussballmannschaft war er im Sommer in der Ostschweiz unterwegs und ging zu den Leuten. Immer wieder werde er auch direkt per Mail von Fans angesprochen – nach Niederlagen wie am Wochenende vor allem mit Kritik.

«Ich antworte mit ein paar Sätzen, manchmal rufe ich auch an. Sind Aussagen aber anonym oder respektlos, kann man sie gleich wieder vergessen.»

Sportlerlehre und Auslandeinsatz bei Bühler

Sportchef Sutter hat bei seiner Arbeit mit der Profimannschaft und dem Nachwuchs mit Talenten zu tun. Obwohl er selber als Fussballer sehr viel erreicht hat, sah er den Sport nie zu verbissen.

«Es geht nicht um die Karriere, sondern darum etwas zu tun, das uns etwas bedeutet und das wir gerne machen.»

Für diese Aussage erhält Alain Sutter spontanen Applaus aus dem Publikum.

Beeindruckt sind die anwesenden Lehrlinge von der Ausbildung bei der Firma Bühler in Uzwil. Spitzensportler erhalten dort während der Lehre Zeit für ihren Sport und engagierte Lehrlinge dürfen schon während der Ausbildung während einiger Monaten ins Ausland: unter anderem nach Südafrika, Indien oder in die USA. Stefanie Bärlocher ist bei Bühler Leiterin Internationales und Sport in der Berufsbildung. Sie macht sich stark für die Leidenschaft, die schon Lehrlinge zeigen sollen. «Bei der Bewerbung für einen Auslandeinsatz müssen sie uns in einem zehnminütigen Gespräch von sich überzeugen.»

Den Fokus von den Schwächen auf die Stärken verschieben

Wer andere von sich überzeugen will oder herausfinden möchte, was er machen soll, muss seine Talente kennen. Das ist das Thema von Stärkentrainer Frank Rebmann. Er hat auf die Frage nach der grössten Stärke schon die Antwort gehört: «Kann ich stattdessen auch zwei Schwächen aufzählen?» Sich auf die Schwächen zu konzentrieren, fällt uns leichter. «Der Fokus muss sich verschieben.»

Rebmann veranschaulicht das eindrücklich am Beispiel von Schnelllesetraining. Schüler, die beim Lesen durchschnittlich begabt sind und 90 Wörter pro Minute lesen, können nach dem Training 150 Wörter pro Minute lesen. An seinen Schwächen zu arbeiten nützt also etwas. Talentierte Leser, die von Beginn an 350 Wörter pro Minute schaffen, können nach dem genau gleichen Training 2900 Wörter pro Minute lesen. Sie haben zudem viel mehr Spass beim Lernen und empfinden es nicht als sehr anstrengend. Die Aussage «Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen» widerlegt Rebmann damit.

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