Thurgauer Lehrer lernen, Kinder auf die digitale Welt vorzubereiten

Die Pädagogische Hochschule Thurgau bietet Weiterbildungen zum neuen Fach «Medien und Informatik» an. Ein Augenschein zeigt, wie die Lehrkräfte den Unterricht in diesem Fach erarbeiten.

Kurt Peter
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Thomas Hermann lässt sich die Unterrichtssequenz «konstruierte Wirklichkeit» erklären. (Bild: Kurt Peter)

Thomas Hermann lässt sich die Unterrichtssequenz «konstruierte Wirklichkeit» erklären. (Bild: Kurt Peter)

Nach den Sommerferien soll in den Thurgauer Schulen mit dem Unterricht in «Medien und Informatik» begonnen werden. So empfiehlt es das kantonale Amt für Volksschule. Die Pädagogische Hochschule (PH) Thurgau bietet dazu Kurse an und etliche Schulen haben ihre Lehrkräfte weiterbilden lassen. So auch die Volksschulgemeinde Eschlikon. Am Freitag schlossen die Teilnehmenden der Primar- und Sekundarschule den Kurs ab und gewährten den Medien Einblick in die Weiterbildung.

«Die Aufgabe der Schule ist Bildung und auch, den Zugang zur digitalen Welt zu ermöglichen. Dabei sind die positiven und negativen Seiten aufzuzeigen», sagte Thomas Buchmann, Kursleiter an der PH Thurgau. Die Lehrkräfte befassten sich mit verschiedenen Themenbereichen der digitalen Welt.

Eine Gruppe machte beispielsweise einen elektronischen Testlauf mit selbstfahrenden Autos, eine andere setzte sich mit Apps auseinander, die sich mit der Gesundheit beschäftigen.

Medienintegration ist fächerübergreifend

In einem weiteren Teil des Kurses ging es darum, wie die Arbeiten mit Medien und Informatik in den Klassen praktisch umzusetzen sind. Bei «Konstruierte Wirklichkeiten» für die 5. und 6.Klässler zeigten die Kinder ihre Kreativität in der Fotografie mit dem Ziel, Unwirkliches auf den Bildern als wahr darzustellen.

«Medienrecherche» diente dazu, den Kindern aufzuzeigen, wie in der Bibliothek das richtige Buch zu einem Thema gefunden und reserviert werden kann. «Informationsrecherche im Internet gehört zu den wichtigen Bestandteilen des Kurses und wird im Unterricht immer wichtiger», erklärte Thomas Hermann, Leiter des Medien- und Didaktikzentrums der Pädagogischen Hochschule.

Es gebe eine grosse thematische Bandbreite an dem, was Schülerinnen und Schüler an Medienkompetenzen in der Schule erwerben könnten. Damit seien die Kinder für das Leben in einer zunehmend komplexen und digitalen Welt gerüstet. «Medienintegration ist zudem fächerübergreifend», sagte Hermann.

Ideen werden umgesetzt

Die Pädagogische Hochschule biete die Weiterbildung auf Wunsch direkt vor Ort in der Schule an, Gemeinden mit einem kleinen Lehrkörper könnten diese auch in der Hochschule in Kreuzlingen absolvieren. Ab Schuljahr 2022/23 muss «Medien und Informatik» in allen Primarschulen nach dem Lehrplan unterrichtet werden, in der Sekundarschule gilt das Obligatorium ab Schuljahr 2024/25.

Kursleiter Buchmann zog in Eschlikon eine positive Bilanz: «Ich bin erfreut, wie Ideen umgesetzt werden. Der Kurs bestätigte die Inputs, dass Medien fächerübergreifend genutzt werden.»