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Thurgauer Komitee strampelt für ein Ja

Zahlreiche Thurgauer Verbände und Parteien werben für ein Ja zum Bundesbeschluss über die Velowege sowie die Fuss- und Wanderwege. Die nationale Vorlage kommt am 23. September zur Abstimmung.
Sebastian Keller
Das Thurgauer Komitee wirbt für ein Ja zum Bundesbeschluss über die Velowege sowie über die Fuss- und Wanderwege. Die nationale Vorlage gelangt am 23. September zur Abstimmung. (Bild: Sebastian Keller)

Das Thurgauer Komitee wirbt für ein Ja zum Bundesbeschluss über die Velowege sowie über die Fuss- und Wanderwege. Die nationale Vorlage gelangt am 23. September zur Abstimmung. (Bild: Sebastian Keller)

Die Pressekonferenz beginnt rasant: mit einer Mini-Velotour durch Frauenfeld. Vera Zahner, Präsidentin von Pro Velo Thurgau, zeigt den Teilnehmern an Ort, wieso es nötig ist, Velowege in der Verfassung zu verankern. An der Kreuzung St. Galler-/Marktstrasse hält sie und deutet auf die gelbe Bodenmarkierung. «Der Radstreifen ist viel zu schmal.» Tatsächlich verläuft die Markierung auf den Randstein zu. Ein potenzieller Gefahrenherd. Der Streifen symbolisiert den Platz, der dem Velo heute politisch zwischen Fussgänger und Auto eingeräumt wird. «Alle Verkehrsträger haben einen Verfassungsartikel, nur das Velo nicht», sagt Zahner später im Velogeschäft Pedalerie.

Abstimmung am 23. September

Der Bundesbeschluss über die Velowege sowie die Fuss- und Wanderwege, der am 23. September zur Abstimmung gelangt, soll dies ändern. Velowege sollen sich zu den zwei bereits explizit erwähnten Bereichen in Artikel 88 der Bundesverfassung gesellen. Wird der direkte Gegenentwurf zur zurückgezogenen «Velo-Initiative» angenommen, kann der Bund beispielsweise Grundsätze über Velowegnetze festlegen.

Um der Vorlage zum Erfolg zu verhelfen, treten Thurgauer Persönlichkeiten gemeinsam in die Pedale. Die SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher sagt: «Die Initiative will die Gleichstellung von Fuss-, Wander- und Velowegen.» Das sei gerade auch für den Velo- und Tourismuskanton Thurgau wichtig. CVP-Ständerätin Brigitte Häberli-Koller hat ein gutes Gefühl. «Es ist ein pragmatischer Weg, den die Initiative einschlägt.» Auch Kurt Egger, Präsident der Grünen Thurgau, sitzt für die Vorlage im Sattel. Er rühmt das Velo als «gesundes, platzsparendes und umweltschonendes Verkehrsmittel». Der diesjährige Hitzesommer habe gezeigt, «dass wir etwas machen müssen». Ein Ja wäre ein «Beitrag zum Klimaschutz».

Auch der VCS und der TCS sitzen für ein Ja im Sattel

CVP-Kantonsrat Alex Frei ist dafür, weil die Vorlage positive Effekte für den Radsport hätte. «Sportler müssen unter sicheren Bedingungen trainieren können», betont der ehemalige Rennfahrer, der auch schon die Tour de Suisse absolviert hat. Für Toni Kappeler, Präsident von Pro Natura Thurgau, erhöhen sichere Velowege innerorts die Attraktivität vom Wohnen im Siedlungsraum. «Dadurch wird Druck von der Landschaft genommen.»

Bruno Lüscher, FDP-Kantonsrat, hofft, dass mit einer Annahme der Vorlage die gegenseitige Rücksichtnahme unter den Verkehrsträgern gesteigert wird. Grossratspräsident Turi Schallenberg (SP) meint: «Velofahren tut gut und ist gesund.» Das bestätigt Arzt Peter Wildberger; doch der Präsident der VCS Sektion Thurgau wirbt noch aus einem weiteren Grund für die Velo-Vorlage – aus einem klimapolitischen: «Wir haben diesen Sommer gesehen: So können wir nicht weiterfahren.» Velofahren spare «riesige Mengen an Energie und CO2-Ausstoss».

Auch der TCS Thurgau fährt im Ja-Lager mit. Präsident Marco Vidale sagt, dass sich sein Verband für «ein koordiniertes Zusammenleben aller Verkehrsarten einsetzt». Eine Trennung der Verkehrsflüsse – mit separaten Velowegen – steigere die Kapazitäten für alle Verkehrsmittel.

Breit abgestütztes Komitee

Das Thurgauer Komitee, das sich für ein Ja zum Bundesbeschluss über die Velowege sowie die Fuss- und Wanderwege einsetzt, ist breit abgestützt. Neben derzeit 64 Einzelmitgliedern unterstützen unter anderem folgende kantonalen Parteien und Verbände die Vorlage: CVP, EVP, EDU, SP, GLP, Grüne, Jungfreisinnige, Junge CVP, TCS Sektion Thurgau, Pro Velo Thurgau, Pro Natura Thurgau, WWF Thurgau, VCS Sektion Thurgau. Gemäss Vera Zahner, Präsidentin von Pro Velo Thurgau, stehen die Parolenfassung von weiteren Parteien noch aus. (seb.)

Weitere Informationen: www.bundesbeschlussvelo-ja.ch

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