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Thurgauer Kitas sind für Allergien und Intoleranzen gerüstet

Fleischlose Ernährung, Allergien und Intoleranzen: Die Thurgauer Kitas sind mit vielfältigen Essenswünschen beschäftigt. Die Ernährungsexpertin Karin Stalder rät den Eltern bei einer Allergie oder Intoleranz die Kita zu informieren.
Dinah Hauser
In der Kita Bärenhöhle Frauenfeld wird Z'vieri gegessen. (Bild: Andrea Stalder)

In der Kita Bärenhöhle Frauenfeld wird Z'vieri gegessen. (Bild: Andrea Stalder)

«Wir führen eine Liste, auf der wir die individuellen Besonderheiten der Kinder bezüglich deren Ernährung festhalten», sagt Simone Witschi, Leiterin der Kita Beo am Kantonsspital Frauenfeld. Zirka 20 Prozent der Kita-Kinder würden Reaktionen auf gewisse Lebensmittel zeigen.

Auch in der Kita Möwe in Münsterlingen gibt es laut der dortigen Leiterin Marlies Zürcher Kinder, die auf spezifische Lebensmittel reagieren. Beide Kitas werden von der Spital Thurgau AG betrieben und greifen auf die Spitalküchen und die Ernährungsberatung zurück. «Dies ermöglicht es uns, besondere Ernährungsformen zu berücksichtigen», sagt Witschi.

«Ein Kind soll in eine normale Kita gehen dürfen»

Laut Aha-Allergiezentrum Schweiz ist es wichtig, dass Kitas vor allem gesundheitliche Faktoren bei der Ernährung berücksichtigen. «Ein Kind sollte trotzdem in eine normale Kita gehen können», sagt Ernährungsexpertin Karin Stalder.

Charlotte Weidmann Schneider von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE schliesst sich dem an. «Wie weit auf andere Essenswünsche oder individuelle Abneigungen eingegangen wird, muss jede Kita im Rahmen ihrer Grundsätze festlegen», sagt Weidmann, «und gegenüber ihren Kunden, also den Eltern, kommunizieren.»

«Wir wollen, wenn möglich, allen gerecht werden», sagt Kathrin Bünter, Leiterin der Kita Bärenhöhle in Frauenfeld. Die Kita nehme die Thematik der individuellen Essenwünsche und -bedürfnisse der Kinder sehr ernst. Meist liege ein gesundheitliches Problem wie eine Allergie oder Intoleranz vor. Die verschiedenen Wünsche würde die Kita ihren Zulieferern mitteilen, damit sich diese darauf ein- stellen können. «Dies bedeutet für uns einen Mehraufwand, aber wir machen den gerne», sagt Bünter.

Generell kein Schwein bei Calimero

Bei der Kita Schlumpfäland in Münchwilen sind Allergien und Intoleranzen phasenweise ein grosses oder ein kleines Thema. «Es kommt auf die Kinder an, die zu uns in die Kita kommen. Momentan haben wir wenige Kinder mit speziellen Essenswünschen», sagt die Krippenleiterin Marisol Villa Moreno. Hier ist jedes Menu verschieden gestaltet, sodass man einzelne Lebensmittel ohne grossen Aufwand weglassen kann, wie Villa Moreno sagt. Bei gewissen Menus werden Ersatz-Lebensmittel eingesetzt: «Zum Beispiel, wenn es Bratwurst gibt, schauen wir, dass wir auch Poulet-Bratwurst kaufen, für Kinder die aus religiösen Gründen kein Schwein essen dürfen.»

Die Calimero- Kinderkrippen in der Region Kreuzlingen lassen Schweinefleisch generell weg. «Unsere Gerichte werden auch vegetarisch angeboten», sagt Leiterin Sandra Himmelberger.

Kantonales Aktionsprogramm

Die Perspektive Thurgau führt im Auftrag des Amts für Gesundheit Thurgau und von Gesundheitsförderung Schweiz das kantonale Aktionsprogramm «Thurgau bewegt» durch. Enthalten sind Projekte für Kinderkrippen und -tagesstätten. Bei «Fourchette verte – Ama terra» wird auf regionale und gesunde Ernährung sowie eine gesundheitsfördernde Esskultur geachtet. «Die Mitarbeitenden der Betriebe bilden sich stets weiter und die Menupläne werden kontrolliert», sagt Judith Hübscher Stettler vom Amt für Gesundheit. «Dabei geht es nicht nur um die Zubereitung und Zutatenauswahl, sondern auch um die Esskultur am Tisch.»

Das Label sei national in Gebrauch, die Durchführung obliegt den Kantonen. Die Zertifizierung mit Probeessen muss jährlich wiederholt werden, um das Label zu behalten. Zusätzlich gibt es in Thurgau das Label «Purzelbaum». Hier wird besonders auf gesunde Zwischenmahlzeiten und genügend Bewegung geachtet. «Dieses Label ist auf Kinderhorte zugeschnitten, in denen Kinder nicht ganztags betreut werden», sagt Hübscher Stettler.

Die Überprüfung der Kinderbetreuungsstätten obliegt im Thurgau dem Departement für Justiz und Sicherheit. Von den angefragten Kitas sind alle ausser das Schlumpfäland mit mindestens einem kantonalen Qualitätslabel zertifiziert.

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