Schweizweiter Vorreiter in Elektromobilität: Thurgauer kaufen vor allem Tesla und Renault Zoe

In keinem andern Kanton ist der Anteil Elektroautos an den neueingelösten Personenwagen so hoch wie im Thurgau.

Thomas Wunderlin
Drucken
Teilen
Autos mit elektrischem Antrieb sind im Kanton Thurgau auf dem Vormarsch.

Autos mit elektrischem Antrieb sind im Kanton Thurgau auf dem Vormarsch.

Bild: Sean Gallup/Getty

7,4 Prozent der neu eingelösten Personenwagen waren 2019 im Kanton Thurgau mit elektrischem Antrieb ausgerüstet. «Das ist mehr als das Dreifache gegenüber dem Vorjahr und der absolute Spitzenwert unter den Kantonen», meldet die Abteilung Energie des Kantons Thurgau jubilierend. National liegt der Anteil bei 4,25 Prozent.

Der Kanton zahlte 2019 eine Umstiegsprämie von 4000 Franken. Bedingung war allerdings, dass der Halter ein altes Fahrzeug der gleichen Kategorie ausser Verkehr setzt und für das Elektromobil nur erneuerbare Energie bezieht. Ergänzend spricht der Kanton einen Beitrag, wenn zugleich eine Solarstromanlage installiert wird, was bei 20 Prozent der Käufer der Fall war.

Tesla, Renault, Hyundai

2019 gewährte der Kanton Thurgau 399 Umstiegsprämien, teilt Andrea Paoli, Leiter der Abteilung Energie, auf Anfrage mit. Das beliebteste Elektroauto war der Tesla Model 3, der 110 Käufer fand. Dahinter folgten der Renault Zoe (85), der Hyundai Kona (36), der Nissan Leaf (25), der VW e-Golf (22) und der BMW i3 (19). Weitere 100 Fahrzeuge auf andere Marken wie Jaguar, Citroen, Kia Soul. Vor Einführung der Umstiegsprämie 2018 hatten nur 2 Prozent der neueingelösten Personenwagen im Thurgau einen Stromantrieb.

Die Prämie schliesse eine Lücke im Fördersystem, wird Regierungsrat Walter Schönholzer in der Mitteilung zitiert. 2020 wurde sie wegen der grossen Nachfrage auf 3500 Franken gesenkt. Schönholzer will «unnötig hohe Förderbeiträge verhindern und einen möglichst zielgenauen Anreiz für eine Verhaltensänderung setzen». Ihm schwebt vor, dass der Bund die Elektromobilität mit einem Teil des Ertrags aus der CO2-Abgabe fördert, in Ergänzung zur Förderung im Gebäudebereich.

Wer ein Gesuch stellt, der muss laut Paoli eine Kopie seiner letzten Stromrechnung beilegen. Darauf ist ersichtlich, ob der Gesuchsteller Strom aus erneuerbaren Quellen bezieht. Im Kanton Thurgau beziehen Stromkonsumenten in der Regel standardmässig einen Mix aus erneuerbarer Energie.