Nach den jüngsten Wolfsrissen in der Ostschweiz fordert ein Thurgauer Kantonsrat ein interkantonales Wolfalarm-SMS

Die jüngsten Wolfsrisse in den Kantonen Thurgau und St.Gallen haben eine Informationslücke ans Tageslicht gebracht. 

Sebastian Keller
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Nach einem Wolfriss erhalten Schafhalter im Thurgau solche  Nachrichten.

Nach einem Wolfriss erhalten Schafhalter im Thurgau solche  Nachrichten. 

(Bild. Sebastian Keller)

Franz Eugster ist Lehrer, in seiner Freizeit hält der Bischofszeller Schafe. Seine Herde umfasst rund 30 Muttertiere. Und Kleinwiederkäuer wie die seinen lebten in den vergangenen Wochen gefährlich: Mehrere Schafe fielen in den Kantonen Thurgau und St. Gallen dem Wolf zum Opfer.

Eugster bekam jeweils ein SMS, wenn der Wolf im Thurgau Schafe riss. Absender: das Thurgauer Landwirtschaftsamt. Diese Information lobt Eugster in einer Einfachen Anfrage, die er gestern als CVP-Kantonsrat eingereicht hatte. Innert Tagesfrist seien die Schafhalter per SMS über den Riss informiert worden. «Für uns Schafhalter waren sie hilfreich», schreibt er.

Doch Eugster hat dennoch Fragen, er nennt sie Gedankenanstösse. So legen Grossraubtiere wie der Wolf in kurzer Zeit grosse Strecken zurück – auch über Kantonsgrenzen. «Wir Thurgauer Schaf- und Ziegenhalter werden aber nur von unserem Landwirtschaftsamt über Risse im Thurgau informiert», hält Eugster fest. Über die Vorkommnisse in Rossrüti und Zuckenriet – beide Dörfer liegen im Kanton St. Gallen – ging kein Wolfalarm-SMS ein.

Franz Eugster, CVP-Kantonsrat aus Bischofszell.

Franz Eugster, CVP-Kantonsrat aus Bischofszell. 

(Bild: PD)

Eugster fragt deshalb, ob das Thurgauer Amt bereits sei, in Zukunft nach Rücksprache mit den Nachbarkantonen kantonsübergreifend zu informieren. Weiter erkundigt er sich, ob das Amt bereit wäre, weitere Nutztierhalter zu informieren.

Denn: Die jüngsten Risse hätten sich alle in Ställen ereignet. Wie Eugster schreibt, wäre es daher möglich, dass ein Kalb in einem Stall oder einem Kälberiglu angefallen werden könnte. Weiter erkundigt sich der Bischofszeller, welche Möglichkeit das Amt sehe, um Halter zu informieren, die kein Mobiltelefon und Internet haben.