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Thurgauer Kantonsrat Didi Feuerle reist mit Bus und Bahn zur WM

Der grüne Kantonsrat Didi Feuerle reiste nicht mit dem Flugzeug sondern öffentlich mit Bus und Bahn an die Fussball-WM in Russland. Die «Thurgauer Zeitung» traf ihn beim Zwischenstopp in Moskau.
Manuel Nagel
Der Grüne Kantonsrat Didi Feuerle steht zwischen dem Kasaner Bahnhof und dem Hotel «Leningradskaja», eins der sieben Moskauer Hochhäuser im stalinistischen Zuckerbäckerstil. (Bild: Manuel Nagel)

Der Grüne Kantonsrat Didi Feuerle steht zwischen dem Kasaner Bahnhof und dem Hotel «Leningradskaja», eins der sieben Moskauer Hochhäuser im stalinistischen Zuckerbäckerstil. (Bild: Manuel Nagel)

Unerkennbar, für wen Didi Feuerles Herz schlägt. Der Arboner Politiker, der für die Grünen im Kantonsrat sitzt, ist ganz in Rot gekleidet – auf der Brust und auf dem Fischerhut dezent das Schweizer Kreuz. Doch damit fällt er höchstens dem Landsmann auf, auf den er in Moskau beim «Rischski Woksal», beim Rigaer Bahnhof wartet. «Mein Zug fuhr auf die Minute pünktlich im Bahnhof ein», sagt er zufrieden. Wie es der Name des Bahnhofs erahnen lässt, reiste Feuerle aus der lettischen Hauptstadt an.

32 Nationen auf einem Platz

Aus allen Himmelsrichtungen strömen sie zur Zeit nach Moskau – Fussballfans aus aller Welt. Besonders die Anhänger der südamerikanischen Teams sind zahlreich vertreten: Brasilianer, Kolumbianer, aber vor allem Peruaner sind in der Metro und auf öffentlichen Plätzen zu sehen. Mit ein paar Mexikanern wechselt er einige Worte auf Spanisch. Auf dem «Maneschnaja Ploschtschad», dem Manegenplatz, dürfte man wahrscheinlich Vertreter sämtlicher 32 teilnehmenden Nationen finden. Einige stellen sich für ein spontanes Gruppenbild auf, und Didi Feuerle legt sich ebenso spontan vor die Gruppe hin.

Alles ist friedlich, es herrscht eine tolle Atmosphäre, nur einen Steinwurf vom Roten Platz entfernt. «Den würde ich gerne sehen», sagt Feuerle, der zuvor noch nie in der russischen Hauptstadt war. Sankt Petersburg kennt er von einer früheren Reise per Velo, aber in Moskau ist er an diesem Donnerstag zum ersten Mal. Doch seinen Besuch im Lenin-Mausoleum muss er verschieben, weil der Rote Platz an diesem Tag gesperrt ist. Eine Polizistin, die bei den Abschrankungen steht, sagt:

«Die müssen die Konzertbühne abbauen und machen da ein grosses Fussballfeld hin. Morgen ist der Platz wieder offen.»

Doch dann wird Feuerle bereits auf dem Weg nach Rostow sein, um die Schweiz bei deren Spiel gegen Brasilien am Sonntagabend anzufeuern. Feuerles Reise dauert dann bereits eine Woche, denn im Gegensatz zu den meisten Schweizern, die mit der Swiss oder der Aeroflot nach Russland reisen, entschloss sich der Kantonsrat, den Landweg zu nehmen.

Letzten Sonntagabend machte er sich auf den Weg, fuhr mit dem Thurbo von Arbon nach Konstanz, und von dort weiter mit dem Bus nach Berlin, Warschau und Riga, wo er am Dienstag eintraf und den Mittwoch verbrachte und schliesslich am Abend nach Moskau weiterreiste. Selbstredend, dass der Grüne Feuerle auch innerhalb Russlands nicht das Flugzeug sondern den Zug nahm. Gestern Freitagabend kam er schliesslich nach 20 Stunden Fahrt rund 1000 Kilometer südlich von Moskau in Rostow an. Insgesamt 4000 Kilometer hat Feuerle nun bereits absolviert.

Ohne Visum ist Reisen einfacher

Thurgauer Kantonsrat Didi Feuerle auf dem Weg zur WM (Bild: Manuel Nagel)

Thurgauer Kantonsrat Didi Feuerle auf dem Weg zur WM (Bild: Manuel Nagel)

Doch seine Reise ist dort, ganz im Süden Russlands, noch lange nicht zu Ende. Didi Feuerle wird auch die restlichen zwei Gruppenspiele der Schweizer in Kaliningrad (gegen Serbien am 22. Juni) und in Nischni Nowgorod (gegen Costa Rica am 27. Juni) im Stadion miterleben. Um in die russische Exklave Kaliningrad zu gelangen, muss ein Zugreisender wie er durch Weissrussland fahren, was eigentlich ein Transitvisum voraussetzt. Vor zwei Wochen vermeldete die Fifa, dass die Visumspflicht für Fussballfans während der WM ausgesetzt ist, was die Planung Feuerles etwas vereinfachte. Bei seinem Zwischenstopp in Moskau besorgte er sich deshalb gleich das Zugticket von Moskau nach Kaliningrad. Das dortige Spiel gegen Serbien dürfte darüber entscheiden, ob die Schweizer Nati ins Achtelfinale kommt oder nicht. Wie auch immer die Reise von Didi Feuerle nach der Gruppenphase weitergehen wird: Er reist auf dem Landweg – selbstverständlich.

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