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Thurgauer Juso-Präsident macht seinen Lohn öffentlich

Transparenz und Gleichheit bei den Salären ist ein Thema der Stunde. Im Rahmen einer Kampagne reden derzeit immer mehr Menschen über ihren Verdienst – darunter auch der Thurgauer Juso-Präsident Beat Schenk.
Larissa Flammer
Juso-Thurgau-Präsident Beat Schenk. (Bild: Donato Caspari)

Juso-Thurgau-Präsident Beat Schenk. (Bild: Donato Caspari)

«Auf jeden Fall» will Beat Schenk diesen Samstag an der Kundgebung für Lohngleichheit in Bern teilnehmen. Eine ganze Gruppe aus dem Kanton wird den Präsidenten der Juso Thurgau begleiten. «Vor allem viele junge Lernende», sagt Schenk.

Durch diese nationale Kundgebung am Samstag und das Frauenjahr, das Gewerkschaften für 2019 ausgerufen haben, erreicht das Thema Lohngleichheit zurzeit viel Resonanz. Verschiedene Gewerkschaften haben zudem kürzlich mit verschiedenen unterstützenden Organisationen eine Kampagne zur Lohntransparenz lanciert. Im Zentrum steht die Internetplattform «Zeig deinen Lohn!», auf der jeder mit Foto und Namen seinen Beruf und die Höhe seines Lohns veröffentlichen kann.

Beat Schenk, 26-jährig, Elektro-Sicherheitsberater bei der Burkhalter Gruppe, verdient brutto 5800 Franken pro Monat. Der Thurgauer Juso-Präsident sagt: «Ich finde es wichtig, dass wir über unseren Lohn sprechen und ich wünsche mir, dass noch viele Menschen bei der Kampagne mitmachen.»

Eine neue Welle des Feminismus

In der aktuellen «Work», der Zeitung der Gewerkschaft Unia, wurde die Kampagne ebenfalls thematisiert. 25 Personen – darunter Beat Schenk – wurden dort mit ihrem Lohn ins Bild gerückt.

«Es ist eine unheimlich schlechte Angewohnheit von uns Schweizerinnen und Schweizern, dass wir nicht über den Lohn reden»

wird der Kreuzlinger dort zitiert. Und weiter: «Wenn wir es täten, würden wir merken, dass wir eigentlich alle etwas zu wenig verdienen.» In Deutschland würden die Menschen viel lockerer über den Lohn sprechen.

Der 26-Jährige stellt fest, dass es in der Schweiz aktuell eine neue Welle des Feminismus gibt. «Im Thurgau merkt man davon vielleicht weniger.» Junge Frauen hätten aber ein ganz neues Selbstbewusstsein, sie würden Missstände ansprechen und über ihre Forderungen reden. Das sei ein Thema, das auch die Juso Thurgau beschäftige. Schenk sagt: «Wir haben einen grossen Anteil Lernende bei uns. Viele engagieren sich auch in den Gewerkschaften.»

Antrag zur Lohngleichheit ist beim Kanton hängig

Einen politischen Vorstoss zum Thema Lohngleichheit oder Transparenz hat die Juso Thurgau aktuell nicht im Köcher. Die SP hat allerdings Anfang Jahr zusammen mit der Jungpartei alle Gemeinden im Kanton aufgefordert, die Charta der Lohngleichheit im öffentlichen Sektor zu unterschreiben. «Der erste Schritt, um Lohngleichheit herzustellen, muss sein, ein Bewusstsein für das Thema herzustellen», so Schenk. Er ergänzt:

«Wenn man nicht ständig den Finger drauf hält, passiert hier nichts.»

Zurzeit ist ein Antrag von zwei SP-Kantonsrätinnen hängig, mit dem der Thurgauer Regierungsrat beauftragt werden soll, die Charta zu unterzeichnen. Er soll sich damit verpflichten, den Grundsatz «gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit» umzusetzen und dessen Einhaltung regelmässig zu überprüfen.

Lohntransparenz, wie sie Beat Schenk vorlebt, ist für ihn eine Möglichkeit festzustellen, wie die Lohngerechtigkeit in Betrieben vollzogen wird. Der Juso-Präsident sagt: «Oft wissen Mitarbeiter nicht, was ihre Kollegen verdienen.»

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