Interview
«Will man etwas ändern, muss man selber anpacken»: Die zwei jüngsten Kandidaten für die Thurgauer Grossratswahl im Doppel-Interview

In einem Monat sind Grossratswahlen. Ana Brändli und Benjamin Zürcher sind die zwei jüngsten Kandidaten. Beide feiern am Mittwoch ihren 18. Geburtstag.

Silvan Meile und Sebastian Keller
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Die zwei jüngsten Grossratskandidaten Ana Brändli und Benjamin Zürcher während des Interviews mit der Thurgauer Zeitung im Café Stadtmitte in Kreuzlingen.

Die zwei jüngsten Grossratskandidaten Ana Brändli und Benjamin Zürcher während des Interviews mit der Thurgauer Zeitung im Café Stadtmitte in Kreuzlingen.

Bild: Andrea Stalder
  • Sie haben sich zuvor noch nie getroffen, zum ersten Mal kommen sie auf Einladung der Thurgauer Zeitung im Café Stadtmitte in Kreuzlingen zusammen.
  • Sie kamen am gleichen Tag zur Welt, am 19. Februar 2002 – heute vor 18 Jahren. Nun kandidieren beide für den Grossen Rat.
  • Ana Brändli steht auf der FDP-Liste des Bezirks Kreuzlingen, Benjamin Zürcher kandidiert für die JEVP im Bezirk Weinfelden.
  • Was motiviert sie? Was sind ihre Themen? Was halten sie von den Aktivitäten und Forderungen der Klimajugend?

Sie sind beide auf den Tag genau gleich alt und gemeinsam die jüngsten Kandidaten für den Grossen Rat. Haben Sie das gewusst?

Ana Brändli: Dass ich als 18-Jährige in der FDP die jüngste Kandidatin bin, habe ich gewusst. Dass ich aber mit Benjamin zusammen die jüngste aller Kandidierenden bin, war mir vorher nicht bewusst.

Benjamin Zürcher: Ich ahnte zwar, dass ich zu den jüngsten Kandidaten gehöre. Dass ich aber tatsächlich mit Ana der jüngste bin, war eine Überraschung.

Es ist sogar knapp, dass Sie überhaupt kandidieren dürfen.

Brändli: Wir mussten das abklären, ob es überhaupt erlaubt ist. Die Regeln sind mir nun klar. Am Vortag des Wahlsonntags muss man die Volljährigkeit erreicht haben.

Was ist der Grund, dass Sie sich so jung bereits für Politik interessieren?

Brändli: Auf mich hat mein Vater einen grossen Einfluss. Er ist schon lange in der FDP.

Schon als kleines Mädchen bin ich ab und zu mitgegangen an Parteianlässe.
Ana Brändli kandidiert für die FDP.

Ana Brändli kandidiert für die FDP.

Bild: Andrea Stalder

Mich interessierte, was er dort macht. So hat es mich gepackt. Deshalb bin ich früh selber der FDP beigetreten und besuchte Versammlungen, wo ich viele spannende Diskussionen erlebte. Bei den Jungfreisinnigen war ich jedoch nie. Ich hatte von Beginn weg den Bezug zur Mutterpartei und kenne dort viele Mitglieder der Region Kreuzlingen.

Ist das nicht eher ein Altherrenklub?

Brändli: Es hat tatsächlich viele Männer, aber nicht nur. Mit den Frauen verstehe ich mich besonders gut.

Wie war das bei Ihnen, Herr Zürcher: Gab es ein Ereignis, das Sie politisiert hatte?

Zürcher: Ich bin in einer relativ unpolitischen Familie aufgewachsen. Bei mir war es kein einzelnes Ereignis.

Es war eher eine Entwicklung, die mein Interesse an der Politik zu wecken vermochte.

Ich fasste irgendwann den Gedanken: Wenn man etwas verändern will, muss man selber anpacken und darf nicht auf der faulen Haut liegen.

Was muss sich denn im Thurgau ändern?

Zürcher: Wir haben es im Thurgau grundsätzlich gut. Verbesserungspotenzial hat aber beispielsweise der öffentliche Verkehr auf dem Land. Ausserdem ist es in unserem Kanton noch immer Realität, dass Kinder von Eltern, die ihre Krankenkassenprämie nicht bezahlen, auf die sogenannte schwarze Liste kommen. Das darf nicht sein. Ich habe auch schon eine Statistik gelesen, dass der Thurgau im Verhältnis zur Bevölkerung am wenigsten Polizisten hat. Das sind für mich alles Zeichen, dass es eine gewisse Veränderung braucht.

Teilen Sie diese Meinung, Frau Brändli?

Brändli: Den ÖV empfinde ich ebenfalls als zu wenig gut ausgebaut im Kanton. Kollegen, die auf dem Land wohnen, müssen teilweise eine Stunde früher aufstehen als ich, um rechtzeitig in die Schule zu kommen. Hier gibt es Verbesserungspotenzial.

Das wäre also ein Thema, dem Sie sich annehmen würde?

Brändli: Ja, die Mobilität könnten wir verbessern. Auch die Velowege müssten ausgebaut werden. Im Moment ist es an verschiedenen Stellen gefährlich. In diesem Bereich kann der Thurgau durchaus noch aufholen.

Interview mit den zwei jüngsten Kandidaten für den Grossen Rat.

Interview mit den zwei jüngsten Kandidaten für den Grossen Rat.

Bild: Andrea Stalder

Das grosse Thema Ihrer Generation ist das Klima. Weshalb sind Sie bei der EVP und nicht bei den Grünen gelandet, Herr Zürcher?

Zürcher: Als es für mich darum ging, für welche Partei ich mich entscheiden soll, war mir klar: Es soll eine christliche sein. Das ist mir sehr wichtig. Die Auswahl ist ja dann relativ begrenzt.

Die EDU oder die CVP wären noch zur Auswahl gestanden.

Zürcher: Die EDU ist mir zu weit rechts. Von der CVP hört man, dass sie daran sind, ihr C im Namen aufzugeben. Schon jetzt ist nicht mehr viel vom C übrig, finde ich.

So blieb also noch die EVP, die ich von Anfang an als sympathisch wahrnahm.
Benjamin Zürcher will für die junge EVP in den Grossen Rat.

Benjamin Zürcher will für die junge EVP in den Grossen Rat.

Bild: Andrea Stalder

Keine riesige Partei, evangelisch, sozial orientiert.

Bei Ihnen, Frau Brändli, wurde der Freisinn ja in die Wiege gelegt.

Brändli: Ja, genau. Ich lebe den Freisinn. Ich musste mir gar nie die Frage nach der richtigen Partei für mich stellen.

Was macht für Sie dieser Freisinn aus?

Brändli: Dass man Selbstverantwortung trägt. Dass man selber die Initiative ergreift. Alles das repräsentiert für mich die FDP im Thurgau und in der Schweiz. Für mich ist auch privat die Selbstverantwortung enorm wichtig.

Verstehen Sie aber auch das Anliegen der Jugendlichen, die an Klimastreiks teilnehmen?

Brändli: Ich kann die Anliegen verstehen, an den Streiks nahm ich aber nie teil. Ich muss zugeben: Ich bin eine Streberin, ich fehle prinzipiell nie in der Schule. Mir ist es wichtig, dort immer präsent zu sein, auch wenn natürlich das Klima für mich auch sehr wichtig ist.

Flugticketabgaben sind eine Forderung: Was halten Sie davon?

Zürcher: Die EVP sagt klar ja dazu. Ich persönlich sehe es etwas anders. Ich glaube nicht, dass man damit viel erreichen kann. Andererseits wird es auch nicht viel schaden.

Für die EVP geht es ja auch um die Bewahrung der Schöpfung. Dem Klima Sorge zu tragen, geht doch in diese Richtung.

Zürcher: Die Schöpfung ist bestimmt ein wichtiger Standpunkt der EVP. Gerade als Mittepartei sind wir besonders in der Verantwortung. In der Klimafrage treffen die beiden politischen Pole aufeinander. Auf der einen Seite gibt es die Klimawandel-Leugner, auf der anderen Seite die Hardcore-Klimaaktivisten wie jene von Extinction Rebellion. Auch bei der Bewegung Fridays for Future hat es extreme Leute.

Wenn Greta Thunberg sagt, wir müssen in Panik ausbrechen, muss ich sagen: Panik hilft uns nicht, Lösungen zu finden.

Panik ist destruktiv. Deshalb bin ich in der Klimapolitik für einen Mittelweg.

Interview mit den zwei jüngsten Kandidaten für den Grossen Rat: Ana Brändli (FDP) und Benjamin Zürcher (JEVP).

Interview mit den zwei jüngsten Kandidaten für den Grossen Rat: Ana Brändli (FDP) und Benjamin Zürcher (JEVP).

Bild: Andrea Stalder

Brändli: Das sehe ich auch so. Mit Panik erreicht man nichts. Das sorgt nur für Unruhe. Wenn man eine Flugticketabgabe einführt, kann es sein, dass Menschen, deren Familie weit auseinanderleben, darunter leiden. Meine Mutter wohnt in Kolumbien. Für mich würden sich die Besuche bei ihr verteuern.

Ich bin der Meinung, dass Fliegen Kulturen verbindet.

Das Fliegen ist schon sehr billig geworden, aber wenn es teurer wird, können sich manche Personen die Reise zu ihren Familien nicht mehr leisten. Eine klare Meinung dazu habe ich aber noch nicht.

Aber viele – auch jüngere – stören sich eben daran, dass fliegen viel zu günstig ist.

Brändli: Reisen ist etwas Schönes, es lässt Menschen die Welt entdecken. Ich finde eben, es gibt viel grössere Umweltsünden als das Fliegen, beispielsweise Kohlekraftwerke in Indien.

Entspricht es nicht auch der freisinnigen Idee, dass jeder einzelne seinen Beitrag an den Klimaschutz leisten kann?

Brändli: Richtig. Ich finde es eben ein falscher Weg der Klimajugend, einfach Forderungen aufzustellen. Wir müssen alle etwas machen. Ich fliege maximal einmal im Jahr. Im Alltag lege ich viele Wege mit dem Velo zurück, verzichte mal auf Fleisch. Das entscheide ich selber für mich, anstatt Massnahmen von anderen zu fordern.

Herr Zürcher, bei einer Wahl in den Grossen Rat, auf was könnte Ihr erster Vorstoss abzielen?

Zürcher: So weit denke ich noch nicht. Erstmals habe ich den Wahlkampf im Blick und schaue dann, welches Resultat ich am 15. März erziele. Mir sind aber Bildungs- und Familienpolitik wichtig. Ich bin aber durchaus auch aussenpolitisch interessiert. Was der Thurgau noch mehr bräuchte, ist ein Bekenntnis zu unserer Kultur, zur Tradition und unseren christlichen Werten, gerade im bildungspolitischen Bereich.

Was halten Sie vom Stimmrechtsalter 16?

Brändli: Ich denke, da müsste die Schule einen Beitrag dazu leisten. Viele Jugendliche wissen gar nicht, wie die politischen Prozesse funktionieren.

Zürcher: Deshalb ist eben gerade die Bildungspolitik wichtig. Den Jugendlichen die politischen Abläufe näher zu bringen, muss eine Aufgabe der Schule sein. Ich bin aber gegen Stimmrechtsalter 16. Ich glaube, eine gewisse Reife braucht es. Mit 18 ist man volljährig. Dann kommen auch die anderen Pflichten auf die Bürger zu. Für das Stimm- und Wahlrecht ist das der richtige Zeitpunkt.

Sollen auch Ausländer mitentscheiden dürfen, sie zahlen ja auch Steuern.

Zürcher: Da bin ich dagegen. Ausländer können sich bemühen, die Schweizer Staatsbürgerschaft zu erlangen. Dann haben sie die gleichen Rechte wie ein Urschweizer ohne Migrationshintergrund. Das Volk ist der Souverän – und damit ist das Schweizer Volk gemeint. Selbstverständlich ist es wichtig, dass wir bezüglich Integration viel unternehmen. Es ist auch wünschenswert, dass Ausländer, die sich mit diesem Land identifizieren, seine Wertvorstellungen teilen und seine Sprache beherrschen, den Schweizer Pass und damit das Stimm- und Wahlrecht erhalten.

Interview mit den zwei jüngsten Kandidaten für den Grossen Rat: Ana Brändli (FDP) und Benjamin Zürcher (JEVP).

Interview mit den zwei jüngsten Kandidaten für den Grossen Rat: Ana Brändli (FDP) und Benjamin Zürcher (JEVP).

Bild: Andrea Stalder

Brändli: Ich teile diese Meinung. Es ist unsere Schweiz, Schweizer Bürger sollen entscheiden. Wer mitbestimmen will, wie die Schweiz künftig aussehen soll, muss zuerst den Einbürgerungstest bestehen.

Sie selber dürfen im Mai erstmals bei der nationalen Abstimmung teilnehmen. Wissen Sie, um was es geht?

Zürcher: Ich glaube, die Begrenzungsinitiative steht an.

Genau, und auch das Jagdgesetz.

Zürcher: Ich freue mich natürlich, dass ich dann abstimmen darf und ich somit nicht mehr länger auf der passiven Ebene politisiere, sondern auch das gute Recht nutze, abstimmen und wählen zu gehen.

Brändli: Ich freue mich auch, von diesem Recht Gebrauch machen zu dürfen. Für mich bedeutet es der richtige Start ins Politikleben.

Herr Zürcher, bei der Abstimmung über das Anti-Diskriminierungsgesetz haben Sie sich auf Twitter dezidiert geäussert. Das brachte Ihnen auch Kritik ein.

Zürcher: Ja, aber nicht nur Kritik. Diese gehört dazu, damit muss man als Politiker umgehen können. Schade finde ich es einfach, wenn Beleidigungen geäussert werden.

Ich habe halt eine Position vertreten, die nicht allen gefällt.

Ich will aber meine Meinung frei äussern dürfen. Leider ist jetzt aber diese Erweiterung der Strafnorm gegen Diskriminierung durchgekommen. Für mich heisst das jetzt: Kopf hoch, weiter geht’s. Erfolge und Misserfolge gibt es immer. Die Frage ist nur, wie man damit umgeht. Den Kopf einziehen und nichts mehr sagen, wäre der falsche Weg.

Frau Brändli, Sie fallen vor allem auch mit Sport auf, sind zum Beispiel Schweizer Meisterin in «Gymnastik zu zweit».

Brändli: Dort ist es gleich wie beim Freisinn. Ich trage Selbstverantwortung, wie ich meine Kür oder meine Tänze gestalten will.

Was für einen Wahlkampf werden Sie betreiben?

Zürcher: Die Junge EVP ist die einzige Jungpartei im Thurgau, die in allen Bezirken eine eigene Liste hat. Darauf sind wir stolz.

Wie haben Sie das geschafft?

Zürcher: Wir haben ein super Team, mit Pascale Leuch eine super Präsidentin, mit Simon Frey einen aktiven und lebedingen Vizepräsidenten. Wir sind eine eingeschworene Truppe, die Vollgas geben möchte. Auch unsere Mitglieder sind sehr aktiv. Was wir genau unternehmen werden, verrate ich nicht. Ich kann aber sagen, es soll beispielsweise im Bezirk Weinfelden ein Podium von Jungparteien geben.

Und wie sieht Ihr Wahlkampf aus, Frau Brändli?

Brändli: Ich sage es jeweils so: Ich mache das Learning by Doing, geplant ist etwa eine Morgenaktion, bei der ich mit anderen Parteikollegen an den Bahnhof stehe und Äpfel verteile. Dadurch erhoffe ich mir, dass ich bekannter werden. Bisher bin ich in der Umgebung von Kreuzlingen durch den Sport aufgefallen.

Nun will ich mit den Menschen ins Gespräch über Politik kommen.

Bereits bin ich auch schon wegen Plakaten, die von mir am Strassenrand hängen, angesprochen worden. Leute in meinem Alter fragen: «Hey, was machst du da? Was ist der Grosse Rat?» Mein Ziel ist es, die Menschen meiner Generation zu motivieren, wählen zu gehen.

Für Sie ist es also schon ein Erfolg, wenn Sie Ihrem Kollegenkreis das Wählen schmackhaft machen können?

Brändli: Ja, genau. Meine Chancen sind ja eher klein. Und ich bin noch jung, muss erst noch die Matura machen. Ich mache diesen Wahlkampf, um eine erste Bekanntheit zu erlangen. Es soll eine gute Grundlage für meine politische Zukunft sein, auf die ich dann aufbauen kann.

Wie schätzen Sie Ihre Chancen ein, Herr Zürcher?

Zürcher: Ich werde kämpfen. Mir ist aber bewusst, dass meine persönlichen Wahlchancen nicht sehr rosig aussehen auf einer Liste der Jungen EVP. Mir ist aber wichtig, die christlichen Werte in die Bevölkerung zu tragen. Wie viele Stimmen wir mit unserer Liste tatsächlich machen, werden wir noch sehen. Für die Zukunft gebe ich keine Prognose ab.

Haben Sie ein politisches Vorbild?

Brändli: Auf jeden Fall ist mein Vater ein Vorbild. Er hat mir so viel von der Politik gezeigt, so viel beigebracht. Wie er die Menschen von seinen Ideen überzeugen kann, finde ich bewundernswert. Das Gleiche gilt für Andri Silberschmidt, der jüngste Nationalrat. Ihn sehe ich auch als Vorbild.

Interview mit den zwei jüngsten Kandidaten für den Grossen Rat

Interview mit den zwei jüngsten Kandidaten für den Grossen Rat

Bild: Andrea Stalder

Zürcher: Ich glaube, man kann von jedem Menschen etwas als Vorbild nehmen. Selbst von Misserfolgen anderer kann man etwas lernen.

Ich bewundere erfahrene Leute aus unserer Partei, etwa die Berner EVP-Grossräte Marc Jost und Ruedi Löffel.

Sie machen meiner Meinung nach eine gute Arbeit. Aber ein tatsächliches Vorbild, an dem ich mich orientiere, habe ich spontan keines.

Wie nehmen Sie die starre Zusammensetzung der Thurgauer Regierung mit zwei SVP und je einer Vertretung von FDP, CVP und SP wahr?

Zürcher: Im Thurgau haben wir natürlich eine gewisse Konstanz, was auch für Stabilität zeugen kann. Politik muss nicht immer poltern. Gemeinsam nach Lösungen suchen, zeichnet diesen Kanton eben auch aus. Natürlich muss sich in gewissen Fragen jemand durchsetzen.

Ist es nicht frustrierend, wenn man als aufstrebender Politiker immer weiss, dass man nie mitregieren darf, weil man in der falschen Partei ist?

Zürcher: Wir von der EVP waren schon immer eine Kleinpartei und werden es vermutlich auch bleiben. Wir müssen einfach mit ganzem Herzen und vollem Engagement dabei sein. Wir als Junge EVP haben das Ziel erreicht, wenn wir sagen können: Wir haben alles reingegeben und sind respektvoll mit dem politischen Gegner umgegangen.

Wie haben Sie, Frau Brändli, am 20. Oktober 2019 den Verlust des Thurgauer FDP-Nationalratssitzes erlebt?

Brändli: Der Verlust des Sitzes von Hansjörg Brunner habe ich sehr schade gefunden. Das hat geschmerzt. So ist aber nun mal Politik. Sie verändert sich laufend, geht mit der Zeit. Und es ist wie im Sport: Mal gewinnt man, mal verliert man.

Wir müssen jetzt als Partei erst recht kämpfen, dass wir nicht auch noch im Grossen Rat Sitze verlieren.

Ich kandidiere, dass auch junge Wähler ihre Stimme der FDP gegeben.

Wieso soll man Ana Brändli und die FDP wählen?

Brändli: Jeder Mensch sollte frei sein und Selbstverantwortung tragen. Dafür steht die FDP.

Und wieso soll man am 15. März Benjamin Zürcher und die Junge EVP wählen?

Zürcher: Ich habe meine Haltungen. Zu diesen stehe ich. Sie gründen einerseits auf einer wertkonservativen Ebene, zum anderen ist mir auch der soziale Bereich sehr wichtig. Ich bin auch für eine liberale Wirtschaftspolitik. Aber: Der Mensch und die Umwelt gehen allem vor.