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Thurgauer Idee von Rentenalter 66 erhält Zuspruch

Eine schweizweite Umfrage zeigt, dass die Bevölkerung eine Erhöhung des Frauenrentenalters und eine höhere Mehrwertsteuer unterstützen würde. Sogar eine schrittweise Erhöhung auf Rentenalter 66 für alle, wie es die Industrie- und Handelskammer (IHK) Thurgau vorschlägt, wäre denkbar.
Die Erhöhung des Rentenalters ist kein Tabu mehr. (Keystone/Gaetan Bally)

Die Erhöhung des Rentenalters ist kein Tabu mehr. (Keystone/Gaetan Bally)

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Thurgau vertritt die Ansicht, dass die Sanierung der AHV dringend ist und die Frage der Rentenaltererhöhung nicht auf die lange Bank geschoben werden darf. Bereits im vergangenen Dezember hatte IHK-Vorstandsmitglied Dominik Hasler einen Vorschlag für «eine faire Rentenaltererhöhung für alle» vorgestellt.

Die Idee sieht vor, das Rentenalter ab 2021 schrittweise zu erhöhen: bei den Frauen um zwei Monate pro Jahr und bei den Männern um einen Monat pro Jahr. Auf diese Weise würde das Rentenalter 65 bei den Frauen im Jahr 2026 erreicht. Im Jahr 2032 würde das Rentenalter von Mann und Frau einheitlich 66 Jahre betragen.

Im Auftrag der IHK Thurgau hat das Forschungsinstitut GFS Bern vom 25. Mai bis 11. Juni eine Umfrage bei der Schweizer Bevölkerung durchgeführt. Das Ergebnis: Eine schrittweise Erhöhung des Rentenalters stösst bei den Schweizer Stimmberechtigten «auf eine überraschend hohe Akzeptanz», wie die IHK am Sonntag mitteilte. 51 Prozent der Stimmberechtigten sprachen sich für den konkreten Vorschlag des Thurgauer Verbands aus, 47 Prozent äusserten sich negativ.

Resultate bestätigen Linie des Bundesrats

Grundsätzlich erachten 89 Prozent der 1336 befragten Personen den Reformbedarf bei der AHV als eher bis sehr dringend, wie es im Kurzbericht zur Studie heisst. Die Bevölkerung bevorzugt dabei Reformmodelle, die auf höheren Beiträgen beruhen – AHV-Beiträge oder Mehrwertsteuerabgaben.

Zwei Drittel der Befragten waren aber auch eher oder sogar voll für eine Erhöhung des Frauenrentenalters von heute 64 auf 65 Jahre. Auch die Frauen sind mehrheitlich dafür, allerdings im Gegensatz zu den Männern relativ knapp. Die Thurgauer Bevölkerung ist nicht wesentlich anderer Meinung als der Rest der Schweiz.

Die Resultate der Studie liegen auf der Linie des Bundesrats. Dieser möchte die AHV mit zusätzlichen Einnahmen (+1,5 Prozent) aus der Mehrwertsteuer und dem Frauenrentenalter 65 wieder auf Kurs bringen. Politisch stehen die Vorschläge indes auf wackligen Füssen. Das linke Parteienspektrum ist klar gegen ein Rentenalter 65 für Frauen, solange diese bei den Löhnen diskriminiert würden. Und auch im Eidgenössischen Parlament ist man sich nicht einig.

Rentenalter von Anzahl Arbeitsjahre abhängig machen

Aus der Umfrage von GFS geht hervor, dass sich zwar SP- wie auch SVP-Sympathisanten leicht verstärkt gegen eine schrittweise Erhöhung des Rentenalters auf 66 Jahre für Männer und für Frauen aussprechen. Die Autoren schreiben jedoch: «Bezeichnenderweise findet sich aber in keiner parteipolitischen Gruppe flächendeckender Widerstand.»

Allerdings sind auch fast 70 Prozent der Befragten der Meinung, es sei müssig, über eine Erhöhung des Rentenalters zu diskutieren, solange es für 50- bis 60-Jährige schwierig sei, eine Arbeitsstelle zu finden.

Eine deutliche Zustimmung findet der Vorschlag, das Rentenalter neu von der Anzahl Arbeitsjahre abhängig zu machen, explizit auch bei Personen mit hoher formaler Bildung. Wer also früher im Leben zu arbeiten beginnt, könnte eher in Rente gehen. Jemand, der lange studiert hat, würde später pensioniert als jemand, der nach der Lehre zu arbeiten beginnt.

IHK Thurgau hält an schrittweiser Erhöhung fest

Die IHK Thurgau hat die Ergebnisse der von ihr in Auftrag gegebenen Studie «intensiv diskutiert», wie es in der Mitteilung heisst. Die Kompetenzgruppe für Wirtschaft und Abgaben unter dem Vorsitz von IHK-Vizepräsident Beat Hirt hat sich damit auseinandergesetzt. Sie schlägt für die AHV-Sanierung eine moderate Erhöhung der Mehrwertsteuer und der Lohnbeiträge vor. Als zentrales Reformelement wird das IHK-Modell mit der schrittweisen Erhöhung des Rentenalters betrachtet. Zusätzlich ist nach Ansicht der IHK Thurgau ein Steuerrabatt auf dem Arbeitseinkommen der Steuerpflichtigen im Rentenalter zu prüfen. Auch das könne ein Reformelement sein. (lsf/sda)

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