Interview

Thurgauer Hotelier im Glück: «Wir sind ausgebucht wie nie!»

Alexandre Spatz ist Direktor vom Wellnesshotel Golfpanorama in Lipperswil und Verbandspräsident von Hotellerie Ostschweiz. Trotz der Coronakrise läuft sein Betrieb gut.

Enrico Kampmann
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Alexandre Spatz ist Direktor des Wellnesshotel Golfpanorama in Lipperswil.

Alexandre Spatz ist Direktor des Wellnesshotel Golfpanorama in Lipperswil.

Bild: Andrea Stalder (Lipperswil, 30. April 2019)

Das Hotelgewerbe leidet derzeit in der Schweiz enorm. Bei Ihnen aber läuft es gut.

Alexandre Spatz: Ja. Wir sind seit letzte Woche Dienstag ausgebucht und bis auf weiteres sieht es sehr gut aus. So viele Buchungen hatten wir in kurzer Zeit noch nie. Allerdings können wir momentan wegen der Coronamassnahmen nur 35 von 54 Zimmer belegen. Deshalb ist die Hälfte des Personals in Kurzarbeit.

Was ist Ihr Geheimnis?

Man muss sich anpassen. Ich mache gleichzeitig die Direktion, die Restaurantleitung und bin Küchenchef. Meiner Frau, die mit mir die Direktion leitet, geht es ähnlich. Auch von unseren Mitarbeitern fordert die Situation viel Flexibilität, aber sie meistern die Situation sehr gut.

Wie haben Sie es geschafft, in so kurzer Zeit den gesamten Betrieb umzustellen?

Zu Anfang der Krise sind wir im Nu von 120 auf zwei Gäste zurückgegangen – eine Nacht war nur ein einziger da. Aber wir haben nie zugemacht. So konnten wir uns schrittweise an die neue Situation anpassen. Das Hotel ist jetzt wie ein neuer Betrieb. Wir haben sozusagen wieder bei null angefangen. Nur das man uns bereits kennt.

Was halten Sie von den Massnahmen des Bundes?

Das ist für mich schwierig zu beurteilen. Wir haben gelernt, mit dem Konzept umzugehen und die Massnahmen entsprechend umgesetzt.

Warum ist gerade Wellness jetzt so hoch im Kurs?

Gerade jetzt während der Coronakrise will der Gast wieder normal leben, eine Auszeit vom Coronastress. Ein Wellnessaufenthalt hilft einem sich zu entspannen, gleichzeitig können die Sicherheitsmassnahmen eingehalten werden.

Die Prognosen für den Schweizer Tourismus im Sommer sind gut. Genügt das?

Betriebe die weitläufig unabhängig etwa von Bergbahnen oder Schiffen sind, können meiner Meinung nach punkten. Für andere könnte es schwieriger werden. 

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