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In diesen zwölf Thurgauer Gemeinden haben Frauen das Sagen

Der Frauenanteil in den Thurgauer Gemeindepräsidien hat sich nach dem vergangenen Wahlsonntag von 11 auf 15 Prozent erhöht. SP-Präsidentin Nina Schläfli begrüsst diese Entwicklung, der Anteil sei aber immer noch viel zu tief.
Sebastian Keller

Diese Frage treibt die Schweiz um: Sind nach dem 5. Dezember wieder mehr Frauen als heute in der siebenköpfigen Landesregierung vertreten? Danach sieht es derzeit aus: Bei der FDP steht Karin Keller-Sutter (SG) in der Pole-Position; die CVP präsentiert mit Viola Amherd (VS) und Heidi Z’graggen (UR) ein reines Frauenticket.

Auf kantonaler Ebene gilt die Thurgauer Exekutive als Musterschülerin: Auf drei von fünf Regierungssitze nehmen Frauen Platz. Auf der untersten Staatsebene dominieren hingegen die Männer. Eine Momentaufnahme von Januar 2018 zeigte: Nur 9 der 80 Gemeindepräsidien waren in Frauenhand.

Vergangenen Sonntag konnten die Frauen etwas aufholen. Addiert man zu den amtierenden die neugewählten, finden sich im Thurgau 12 Gemeindepräsidentinnen. Der Frauenanteil stieg damit von 11 auf 15 Prozent. Wobei einzuschränken ist, dass Annemarie Moret, Gemeindepräsidentin von Berlingen, auf Ende der laufenden Legislatur zurücktritt. Andernorts, so etwa im Mammern, steht mit Anita Dähler-Engel eine Frau in den Startlöchern. Sie präsidierte die Seegemeinde bereits zwischen 2003 bis 2011. In Uesslingen-Buch wird die amtierende Präsidentin Elisabeth Engel (parteilos) von Cornelia Büchi (SVP) herausgefordert, die zwischen 2007 und 2017 der kommunalen Exekutive angehörte.

Die zwölf Gemeindepräsidentinnen im Thurgau:

  • Marianne Frei, FDP, Schlatt
  • Elisabeth Engel, parteilos, Uesslingen-Buch
  • Katharina Aeschbacher, parteilos, Warth-Weiningen (ab 1. Juni 2019)
  • Jacqueline Müller, parteilos, Pfyn
  • Annemarie Moret, parteilos, Berlingen (bis Ende Mai 2019)
  • Sonja Wiesmann Schätzle, SP, Wigoltingen
  • Ursula Klaus, parteilos, Affeltrangen (ab 1. Juni 2019)
  • Lisa Raduner, parteilos, Gottlieben
  • Susanne Vaccari, parteilos, Märstetten (ab 1. Juni 2019)
  • Denise Neuweiler, SVP, Langrickenbach (ab 1. Juni 2019)
  • Priska Rechsteiner, parteilos, Sommeri
  • Heidi-Grau-Lanz, FDP, Zihlschlacht-Sitterdorf

Anderen Frauen Mut machen

Ursula Klaus wurde am Sonntag zur neuen Gemeindepräsidentin von Affeltrangen gewählt. (Bild: Reto Martin)

Ursula Klaus wurde am Sonntag zur neuen Gemeindepräsidentin von Affeltrangen gewählt. (Bild: Reto Martin)

Eine der am Sonntag neugewählten Frauen ist Ursula Klaus. Sie führt die Gemeinde Affeltrangen zwar bereits interimistisch. Am Wochenende haben die Lauchentaler sie offiziell zur Präsidentin gewählt. Die Visitenkarte darf sie aber erst per 1. Juni 2019 auf Gemeindepräsidentin umfirmieren. «Ich finde es gut, dass die Frauen aufholen», sagt die Parteilose.

Sie hofft, dass sie mit ihrer Wahl auch anderen Frauen Mut machen kann, um für ein Amt zu kandidieren. «Es kommt immer mehr, dass sich Frauen solche Ämter zutrauen», sagt sie. Besonders freut sie, dass ihr Gemeinderatssitz erneut von einer Frau besetzt wird. «Das Geschlecht ist zwar zweitrangig», sagt Klaus, «aber mit zwei Frauen und drei Männer haben wir nun einen guten Mix».

Den zahlenmässigen Zuwachs freut Nina Schläfli. Die Präsidentin der SP Thurgau ist bekennende Feministin. Sie sagt: «Die Entwicklung stimmt, auch wenn die Zahl immer noch viel zu tief ist.» So würden Frauen über 50 Prozent der Bevölkerung ausmachen, aber in Führungspositionen in Wirtschaft und Politik seien sie «massiv untervertreten». «Es geht um eine angemessene Repräsentation», betont die SP-Kantonsrätin aus Kreuzlingen.

Politik müsse frauen- und familienfreundlicher werden

Die Wahl jeder einzelnen Frau sei wichtig. «Wir brauchen Vorbilder», sagt Schläfli. Gerade auch solche, die Familie und ein politisches Amt unter einen Hut bringen. Generell fordert sie, dass die Politik frauen- und familienfreundlicher wird. Das käme auch Männern zugute, die eine tragende Rolle in der Kinderbetreuung übernehmen.

Die kommunalen Gesamterneuerungswahlen im Thurgau sind noch nicht abgeschlossen. Im den ersten Monaten des neuen Jahres folgen weitere Wahltage. Die neue Legislatur beginnt am 1. Juni 2019. Es ist möglich, dass noch weitere Frauen gewählt werden. In Kesswil beispielsweise. Katja Nobs hat im ersten Durchgang die Wahl zwar nicht geschafft. Ihr Gegenkandidat, Daniel Fuchs, wurde gewählt. Er erklärte aber kurz vor dem Wahlsonntag, dass er aus gesundheitlichen Gründen nicht zur Verfügung stehe. Nobs tritt bei zweiten Wahlgang erneut an. Die Chancen stehen gut.

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