Thurgauer Dorf Gachnang war letzte Nacht ohne Strom

In Gachnang herrschte in 650 Haushalten in der Nacht auf Dienstag Stromausfall, weil es in einer Trafostation gebrannt hatte.

Stefan Hilzinger/Svenja Rimle
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Nach dem Blitzeinschlag mit anschliessendem Brand musste eine provisorische Trafostation aufgestellt werden. (Bild: Donato Caspari)

Nach dem Blitzeinschlag mit anschliessendem Brand musste eine provisorische Trafostation aufgestellt werden. (Bild: Donato Caspari)

Kurz vor Mitternacht fiel in grossen Teilen von Gachnang der Strom aus. Grund dafür war ein Brand in einer Trafostation im Dorfzentrum. «Wir sind gegen Mitternacht ausgerückt, um für den Fall der Fälle zur Stelle zu sein», sagt Feuerwehrkommandant Bruno Gasser.

Spezialisten für Starkstromanlagen hätten den Stromfluss unterbrochen und umgehend ein Provisorium aufgebaut. Der eigentliche Brand sei dann rasch gelöscht gewesen. Gegen 2.30 Uhr sei der Strom im grössten Teil des Dorfes wieder geflossen. «Einzig in der Lochlistrasse dauerte die Behebung des Schadens etwas länger», sagt Gemeindepräsident Jung.

Vom Ausfall betroffen waren laut Silvano Tedesco von den Werkbetrieben rund 650 Haushalte im Dorf Gachnang. Die übrigen Gemeindeteile waren blieben verschont. Seit gestern 8.10 Uhr haben nun alle Bewohner in Gachnang wieder Strom. Noch etwas länger ausser Betrieb waren Telefon und Internet. «Jetzt geht aber alles wieder», sagt Gemeindepräsident Roger Jung gestern kurz nach 10 Uhr.

Sachschaden von mehreren 10'000 Franken

Als Ursache für Brand und Stromausfall steht ein Blitzeinschlag im Vordergrund. «Wie mir die Spezialisten erklärt haben, habe wohl ein Blitzschlag zu Überspannung und dann zu einem Brand in der Trafostation geführt», sagt Roger Jung. Laut einer Mitteilung der Kantonspolizei Thurgau arbeite der Brandermittlungsdienst daran, die Ursache genau abzuklären. Die Polizei beziffert den Sachschaden an der Trafostation auf mehrere 10000 Franken.

2000 Hühnern blieb die Luft weg

Einer, der wegen des Stromausfalls letzte Nacht auf einige Stunden Schlaf verzichten musste, ist Biobauer Urs Hilzinger vom Gachnanger Plattehof. Kurz nach ein Uhr nachts alarmierte ihn seine Mutter, dass der Strom ausgefallen sei. Sofort eilte er in den Hühnerstall, besorgt, weil dadurch die Lüftung ausfallen könnte. Sein Verdacht bestätigte sich, die Luft im Stall war so stickig, dass selbst er Mühe beim Atmen hatte.
«Die Hühner wirkten auf mich bereits ziemlich träge, was wohl am Sauerstoffmangel lag», sagt er. Obwohl er schnurstracks die Türen öffnete, verbesserte sich die Situation nur gering. Schliesslich konnte die Feuerwehr mit einem mobilen Ventilator den Stall wieder mit Frischluft versorgen, bis der Strom dann um kurz nach zwei Uhr wieder da war.

Ein Alarmsystem im Hühnerstall hätte bei einer solchen Auffälligkeit eigentlich eine Meldung an Hilzingers Handy schicken sollen. «Es gab in den letzten Jahren häufig Fehlalarme, diesmal hat das System aber überhaupt nicht reagiert», sagt der Biobauer. Woran das lag, könne er sich nicht erklären. Er werde der Sache aber auf den Grund gehen. Um 4.30 Uhr, als er gemeinsam mit den Hühnern in den Tag startete, waren diese wieder frisch und munter. Die Gefahr hat sich in Luft aufgelöst.