Thurgauer FDP empfiehlt CVP-Ständerätin zur Wiederwahl

Fast einstimmig sprechen sich die Thurgauer Freisinnigen für Brigitte Häberli aus.

Christoph Heer
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Brigitte Häberli spricht via Video aus Bern zu den FDP-Mitgliedern. (Bild: Christoph Heer)

Brigitte Häberli spricht via Video aus Bern zu den FDP-Mitgliedern. (Bild: Christoph Heer)

Brigitte Häberli wendet sich via Videobotschaft an die FDP-Mitglieder. «Ich amte seit 2011 im Ständerat, setze mich unter anderem für die Stärkung des dualen Bildungssystems und für einen fairen Finanzausgleich ein», sagt die Politikerin aus Bichelsee. «Zudem bin ich äusserst motiviert für weitere vier Jahre.»

Rund 50 Mitglieder der Thurgauer Liberalen haben sich am Donnerstag in der Münchwiler Firma Diversey eingefunden. Alle bis auf einen geben ein Ja ab für eine Wahlempfehlung Häberlis in den Ständerat.

FDP empfiehlt auch Stark

Bereits vor drei Monaten hat die FDP den SVP-Ständeratskandidaten Jakob Stark zur Wahl empfohlen. Bei den Nationalratswahlen hat die FDP ihre Liste mit der SVP und der EDU verbunden, während die CVP mit EVP und BDP zusammengeht.

«In einem Punkt bin ich mir ganz sicher», sagt FDP-Parteipräsident David H. Bon. «Ohne Listenverbindungen geht niemand nach Bern, und daran erfreuen würden sich insbesondere die linke und die grüne Seite. Und trotzdem, zu allen sitzen wir nicht ins Boot; entweder wir sterben, oder wir machen Politik.» Eine klare Stellungnahme des Parteipräsidenten.

Ähnlich konkret tönt es auch beim Referat von Nationalratskandidatin Maike Scherrer (Schulpräsidentin Hosenruck). Sie spricht als Fachperson zwar über die Digitalisierung als Chance für die Schweizer Wirtschaft, lässt aber mit ebenso klaren Statements, Fakten und Wissen aufhorchen. «Wir können Arbeitsplätze generieren, wir haben einen guten Standort und ein hohes Mass an Fachwissen», sagt sie und konkretisiert ihre Gesinnung mit interessanten Inhalten.

Pro Innovation – Kontra Verbote

Die Mitgliederversammlung zieht sich über mehrere Stunden hinweg, wird aber nie langweilig. Schon in den ersten sechzig Minuten wissen Christian Haene, Marcel Müller und Andreas Bosch als zuständige Fachpersonen viel Wissenswertes über die ortsansässige Firma Diversey zu berichten.

Unter dem Motto «Die Zukunft beginnt heute» nimmt sie für sich in Anspruch, weltweit führend zu sein, wenn es um hygienische Sauberkeit geht. Sie zeigen genau das auf, was die Liberalen vorhaben; nämlich, «mehr Innovation und weniger Verbote», um es mit den Worten von Damian Müller zu beschreiben.

FDP setzt auf Umwelt

Der FDP-Ständerat aus dem Kanton Luzern reiste in den Hinterthurgau, um seine Parteifreunde in Sachen «freisinniger Umwelt- und Klimapolitik» auf den neusten Stand zu bringen. Er pocht wiederkehrend darauf, dass in einem Wahlkampf wie diesem das Ziel lauten muss, den Schweizer Stimmbürger zu befähigen, richtig zu entscheiden.

«Wir streben nach zukunftsorientierter Politik, sind liberal, sozial und stellen jetzt die richtigen Weichen. Zudem will ich auch in der nächsten Legislaturperiode euren Nationalrat Hansjörg Brunner in Bundesbern wieder antreffen.» Für seinen zielgerichteten und zuweilen impulsiven Auftritt erntet Müller grossen Applaus.