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Knatsch in der Manege: Circus Royal mit neuem Chef – dieser will vom Konkurs nichts gewusst haben

Krach am Hof des Circus Royal, dem zweitgrössten Zirkus des Landes: Das bisherige Chef-Pärchen geht privat und geschäftlich getrennte Wege. Die "alte" Circus Royal Betriebs AG ist in Konkurs, Oliver Skreinig will alleine mit einer neuen Gesellschaft weiterziehen.
Ida Sandl
Circus Royal Direktor Oliver Skreinig bei einer Pressekonferenz am Mittwoch, 11. Juli 2018. (Bild: Walter Bieri)

Circus Royal Direktor Oliver Skreinig bei einer Pressekonferenz am Mittwoch, 11. Juli 2018. (Bild: Walter Bieri)

Am 26. Juni ist der Konkurs über die Circus Royal Betriebs GmbH eröffnet worden. Schon zwei Wochen vorher wurde eine neue Firma im Thurgauer Handelsregister eingetragen: Die Circus Royal GmbH. Sie gehört dem bisherigen Zirkus-Direktor Oliver Skreinig. Doch der will vom Konkurs nichts gewusst haben.

Ein bisschen ratlos sind inzwischen alle. "Die Situation ist etwas verwirrlich", sagt Martin Wenk, der Leiter des Thurgauer Konkursamtes. Noch bevor der Konkurs über den Circus Royal verhängt ist, steht schon eine neue Firma fast gleichen Namens im Handelsregister. "Wir müssen nun genau prüfen, welche Aktiven von der alten in die neue Firma geflossen sind", erklärt Wenk. Mehr könne er im Moment nicht dazu sagen. Die Abklärungen laufen.

Skreinig und Gasser leben in Trennung

Abklärungen laufen auch bei Oliver Skreinig, dem Direktor von Circus Royal. Sein Anwalt sei dabei, die Sache zu prüfen. Denn er will vom Konkurs nichts gewusst haben. Die neue Firma habe er gegründet, nachdem er und sein langjähriger Partner Peter Gasser sich privat getrennt hätten. Gasser sei krank und er könne nicht mit ihm darüber verhandeln: "Er ist momentan psychisch dazu nicht in der Lage."

Er habe die neue Firma gegründet, da für Peter Gasser in der jetzigen Situation nicht klar sei, ob er weiter Zirkus machen werde, sagt Skreinig.

Deshalb habe er Anspruch auf den Namen "Circus Royal" erhoben. Mit seinem Ex-Partner Gasser habe er per Handschlag vereinbart, dass er den Namen wieder zurückgeben werde, sollte dieser wieder mit einem eigenen Unternehmen auf Tournee gehen. Er habe sich dafür eine Frist von einem Jahr geben lassen.

Die neue Firma sei schuldenfrei

"Ich reise jetzt selbständig mit meiner neuen Firma", betont Oliver Skreinig. Die sei schuldenfrei. "Wir haben vielleicht drei oder vier offene Rechnungen, aber die sind alle noch innerhalb der Zahlungsfrist. Kapital oder Wertgegenstände aus der Konkurs-Firma habe er nicht in sein neues Unternehmen gesteckt. "Die alte Firma war eine Betriebs GmbH, die hatte überhaupt keine Aktiven."

Fakt ist aber, dass bisherige Circus Royal Betriebs AG ihre Rechnungen nicht bezahlt hat. Skreinig sagt, er habe keine Ahnung, welcher Schuldner den Konkurs beantragt haben könnte und die hoch die Ausstände sind. In der Konkurs-Firma ist neben Peter Gasser allerdings auch er als Gesellschafter aufgeführt, der 50 Prozent des Stammkapital von 20 000 Franken hält. Haftet er dann nicht mit? Skreinig weiss es nicht; sein Anwalt kläre die Sache ab. Alles ziemlich verwirrlich.

Klar ist jedoch, dass der bisherige Zirkusdirektor nun alleine mit einer GmbH weitermacht, schreibt die Schweizerische Depeschenagentur SDA. Alle Verträge liefen auf ihn, die Mitarbeitenden erhielten ihren Lohn, die Tiere ihr Futter. Der Circus wird als nächstes nach Zürich ziehen. "Die Vorstellungen werden planmässig durchgeführt", betonte Skreinig am Mittwoch in Affoltern am Albis ZH, wo der Zirkus gerade gastiert.

Im kommenden Jahr wieder mit Raubtieren

Mit dabei sind unter anderem Hellseher Mike Shiva und der ehemalige Radrennfahrer Beat Breu, der mit seiner Partnerin das kleine Bistro im Vorzelt führt. Für die Zukunft hat Skreinig bereits Pläne, die nicht überall auf Begeisterung stossen werden: Im kommenden Jahr will er wieder mit Raubtiernummern auf Tournee gehen.

In den vergangenen Jahren geriet der Zirkus immer wieder in die Schlagzeilen, weil Tierschützer die Löwen- und Tigernummern kritisiert hatten. Seit Anfang 2018 verzichtet er auf die frühere Hauptattraktion und zeigt stattdessen Kamele, Pferde und ein Alpaka.

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