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1.-April-Scherz: Thurgauer Baudirektorin Carmen Haag dreht Katzenvideos

Viele Nachbarschaftsstreite liessen sich vermeiden, wäre das kantonale Planungs- und Baugesetz bekannter. Regierungsrätin Carmen Haag startet deshalb eine Kommunikationsoffensive – mit Katzenvideos.
Silvan Meile
Regierungsrätin Carmen Haag bei den Dreharbeiten mit dem norwegischen Waldkater Wüschi. (Bild: Donato Caspari)

Regierungsrätin Carmen Haag bei den Dreharbeiten mit dem norwegischen Waldkater Wüschi. (Bild: Donato Caspari)

Der Streit wird meist an der Grenze zum Nachbarn vom Zaun gebrochen. Die Gründe, wieso sich Anwohner in die Haare geraten, sind unterschiedlich. Oft werden alltägliche Objekte als störend empfunden: Ein Baum wirft zu viel Schatten, eine Hecke ist zu hoch oder ein Bretterzaun versperrt die schöne Aussicht. Was mit Sticheleien beginnt, artet schnell in Beschimpfungen aus, bis die Nachbarn schliesslich mit Anwälten aufeinander losgehen.

«Das müsste nicht sein», sagt Regierungsrätin Carmen Haag. Viele Nachbarschaftsstreite liessen sich verhindern, wenn die Thurgauer ihr Planungs- und Baugesetz besser kennen würden. Die Vorsteherin des Departements für Bau und Umwelt sagt:

«Leider werden die Erläuterungen dazu nicht so häufig beigezogen, wie wir uns das wünschen.»

Offensichtlich ist den Thurgauern die Lektüre der Gesetzestexte zu mühsam. Doch sie wird immer wichtiger. Durch den vom Stimmvolk beschlossenen Schutz des Kulturlands wird im Kanton eine innere Verdichtung angestrebt. Das bedeutet unter dem Strich: Die Thurgauer müssen näher zusammenrücken. Und das dürfte wiederum zu noch mehr Streit unter Nachbarn führen.

Deshalb greift die Baudirektorin jetzt ein. «Wir haben in unserem Departement überlegt, wie wir die Bevölkerung für dieses Thema sensibilisieren können», erzählt Haag. Daraus entstand die Idee, eine Serie von Kurzvideos zu produzieren, in denen sie einzelne Kapitel aus dem Planungs- und Baugesetz an praktischen Beispielen erklärt. Dabei will sich die Regierungsrätin einen speziellen Effekt zunutze machen.

Katzenvideos sollen helfen

«Aus Erfahrung wissen wir, dass im Internet häufig Katzenvideos angeschaut werden.» Deshalb spielt ein putziger norwegischer Waldkater die Hauptrolle in den Erklärstücken. Damit werde das Interesse des Publikums von der ersten Sekunde an geweckt.
Vergangene Woche fand der erste Drehtermin statt. Haag sagt:

«Als Einstiegsthema behandle ich den Grenzabstand. Er ist eine der häufigsten Streitursache zwischen Nachbarn.»

Ob Fischteich, Hasenstall oder ein Gartenhaus: Die Abstände sind gesetzlich vorgegeben und im Baureglement der Gemeinde festgelegt. «Selbst für Bäume und Sträucher gelten gemäss Gesetz über Flur und Garten Abstandsvorschriften.»

Streit verhindern und Gerichte entlasten

Mit ihren Katzenvideos beleuchtet Carmen Haag Themengebiete, die vielfach nur oberflächlich betrachtet werden. Weil im Kanton weiterhin viel gebaut wird, müsse man sich jedoch vertieft damit auseinandersetzen. Ab heute kann das erste Erklärvideo der Baudirektorin auf dem Youtube-Kanal der Kantonsverwaltung angeklickt werden. «Falls sich dieser Zugang bewährt, werden selbstverständlich weitere Videos folgen», stellt Haag in Aussicht. Ihr oberstes Ziel: Streit unter Nachbarn verhindern. Es bringe aber auch einen schönen Nebeneffekt mit sich: Denn gleichzeitig werden so auch die Thurgauer Gerichte entlastet.

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