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Interview

Thurgauer Autor Peter Stamm zum Thema Mode: «Kleider trage ich immer, bis sie Löcher haben»

Der Schriftsteller schreibt künftig eine Kolumne für ein Modemagazin. Besonders modisch sei er zwar nicht, das Thema findet er aber spannend. Zudem ist seine langjährige Freundin Modedesignerin.
Dinah Hauser
Buchautor Peter Stamm. (Bild: Mareycke Frehner)

Buchautor Peter Stamm. (Bild: Mareycke Frehner)

Peter Stamm, Sie schreiben zukünftig Kolumnen für das Modemagazin «Bolero». Wie kamen Sie dazu?

Ganz einfach: Ich wurde angefragt. Ich habe schon früher Kolumnen für den «Landboten» und die Gratiszeitung «Metropol» geschrieben und hatte wieder einmal Lust auf diese kurze Form.

Sind Sie besonders modisch?

Das würde ich nicht behaupten, mein Stil hat sich in den letzten dreissig Jahren kaum verändert. Aber ich bin seit mehr als zwanzig Jahren mit einer Modedesignerin zusammen, und wir reden viel über unsere Arbeit. Ich finde Mode ein spannendes Thema, vom Design bis zur Herstellung.

Welchen Modestil mögen Sie am liebsten?

Ich mag die Mode, die meine Freundin macht. Kleider, die keine Verkleidungen sind, sondern die Persönlichkeit der Trägerin betonen. Einfache, klare Schnitte, schöne Materialien, Leinen und Seide, aber auch Baumwolle und Wolle. Und vor allem mag ich es, wenn Kleider fair hergestellt werden und nicht – wie bei den meisten grossen Labels – von Menschen, die gnadenlos ausgebeutet werden.

Welches Modeaccessoire haben Sie immer dabei? Und warum ist es Ihnen derart wichtig?

Eigentlich nur meine IWC-Uhr, die ich vor dreizehn Jahren kaufte, nachdem ich meine Konfirmationsuhr im Mittelmeer verloren hatte. Ich mag es, Dinge lange zu besitzen, mich an sie zu gewöhnen. Das ist ökologischer und letztlich auch günstiger, als dauernd neue Billigprodukte zu kaufen. Auch Kleider trage ich immer, bis sie Löcher kriegen.

Was haben Mode und Literatur gemeinsam?

Ich mag es wie gesagt, wenn Kleider und auch Texte nicht nur sich selbst darstellen, sondern mit jeder Person etwas anderes machen. Das setzt allerdings voraus, dass die Trägerin, die Leserin dazu bereit ist, etwas mit sich machen zu lassen, etwas von sich selbst dazuzugeben. Wenn drei Frauen dasselbe Kleid tragen, sollte jede darin anders aussehen. Wenn drei Leute den selben Text lesen, sollte jeder ihn anders verstehen.

Hinweis: Die Mode von Peter Stamms Freundin finden Sie unter: www.paradisdesinnocents.ch

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