Thurgauer Anwälte haben einen neuen Präsidenten – und warnen vor dem neuen Geldwäscherei-Gesetz

Daniel Christen übergibt sein Amt an Frank Zellweger. Er warnt zudem vor einer Gefahr fürs Anwaltsgeheimnis.

Martin Sinzig
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Daniel Christen übergibt das Präsidium der Thurgauer Anwälte an Frank Zellweger.

Daniel Christen übergibt das Präsidium der Thurgauer Anwälte an Frank Zellweger.

Bild: Martin Sinzig

Am Anwaltstag, der Jahresversammlung der Thurgauer Anwälte (TAV), hat der Verband seinen Vorstand neu zusammengesetzt. In Romanshorn wurde der bisherige Vizepräsident, Frank Zellweger, neu an die Spitze berufen. Zellweger ist 46-jährig und Partner bei der Kanzlei Bürgi Hotz Zellweger Rechtsanwälte in Frauenfeld. Vorgänger Daniel Christen legte sein Amt turnusgemäss nach zwei Jahren nieder und wurde aus dem Vorstand verabschiedet.

Nach achtjähriger Tätigkeit trat auch Virginia Demuro aus diesem Gremium zurück. Die beiden Vakanzen wurden durch die Zuwahl von Nathalie Reinhart, Lindtlaw Anwaltskanzlei, Kreuzlingen, und von Johannes Stähelin, Fürer Partner Advocaten, Frauenfeld, besetzt.

Verband wächst um elf auf 127 Aktivmitglieder

Eine der Aufgaben des Anwaltstags ist die Aufnahme neuer Mitglieder. Dieses Jahr genehmigte er elf Beitrittsgesuche für eine Aktivmitgliedschaft und 13 für eine Freimitgliedschaft. Vier davon waren neue Gesuche, der Rest Übertritte von der Aktiv- zur Freimitgliedschaft. Damit zählt der TAV aktuell 127 Aktiv- und 102 Freimitglieder.

Die neuen Aktivmitglieder sind: Simone Andres, tätig bei Stadelmann & Gubler Rechtsanwälte, Weinfelden; Valentin Brunner, Wyler Koch Partner AG, Frauenfeld; Anna-Lea Brunnschweiler, Raggenbass Rechtsanwälte, Amriswil; Kerstin Friedrich, SEK Advokaten, Frauenfeld; Patrick Greuter, SEK Advokaten, Frauenfeld; Dominik Järmann, Advokatur am Malerberg, Weinfelden; Eva Maria König, Wyler Koch Partner AG, Frauenfeld; Kathrin Moosmann, Muri Rechtsanwälte AG, Weinfelden; Rainer Rothe, Anwaltsbüro Rainer Rothe, Romanshorn; Sebastian Schweizer, Fürer Partner Advocaten, Frauenfeld; Peter Wohnlich, Friedrich Hebeisen Mohr, Kreuzlingen.

Kritik am Geldwäscherei-Gesetz

Der scheidende Präsident dankte in seinem Jahresbericht sämtlichen Mitgliedern, die sich Jahr für Jahr für den TAV einsetzten, und zwar nicht nur als Vorstandsmitglieder und in Kommissionen, sondern auch als Referentinnen und Referenten an den Publikumsveranstaltungen sowie als Fachgruppenleiter.

Kritisch äusserte sich Christen zur laufenden Revision des Geldwäscherei-Gesetzes auf Bundesebene. Der aktuelle Entwurf würde einen massiven Eingriff ins Anwaltsgeheimnis mit sich bringen. Und weil der Anwendungsbereich auch auf Berater ausgedehnt werden soll, würden auch Anwälte, die Vermögensgesellschaften (Sitzgesellschaften) gründen, verkaufen oder verwalten, dem neuen Gesetz unterstellt.

«Ein gefährlicher  Schritt»

Der Anwendungsbereich des Gesetzes würde auf deutlich mehr Anwälte ausgedehnt, wenn sich im Rahmen einer Ehescheidung oder einer Nachlassteilung eine Sitzgesellschaft befinden würde. Damit wären auch Thurgauer Anwälte betroffen, und auch wenn nur wenige dem Berufsgeheimnis unterliegende Tätigkeiten unter die neue Kontrolle fielen, wäre dies «ein erster gefährlicher Schritt», der schlimmstenfalls zum Wegfall des Anwaltsgeheimnisses führen könnte, warnte Christen. Es sei darum wichtig, die Thurgauer Parlamentarier für diese Problematik zu sensibilisieren.

«Reden Sie mit Ihren National- und Ständeräten darüber», doppelte Hansjürg Rhyner als Vorstandsmitglied des Schweizerischen Anwaltsverbands nach. Dieser sei der Meinung, dass der Gesetzesentwurf weit übers Ziel hinausschiesse und zu einer Aushöhlung des Berufsgeheimnisses führte. Im besten Fall würde der Gesetzesentwurf in der Schublade landen.

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