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Thurgauer Abwasserreinigungsanlagen werden aufgerüstet

Vier Thurgauer Kläranlagen müssen wegen Mikroverunreinigungen Investitionen in eine zusätzliche Reinigungsstufe vornehmen.
Kurt Peter
Die Anlage in Aadorf wird demnächst ausgebaut. (Bild: Andrea Stalder)

Die Anlage in Aadorf wird demnächst ausgebaut. (Bild: Andrea Stalder)

Seit 20 Jahren werden in den Gewässern Mikroverunreinigungen – sogenannte Spurenstoffe – festgestellt. Diese haben negative Auswirkungen auf Organismen. Um die damit verbundenen Probleme in den Griff zu bekommen, wurde auf den 1. Januar 2016 eine neue Gesetzgebung in Kraft gesetzt. Darin wird festgehalten, dass der Reinigungseffekt, bezogen auf Rohabwasser und gemessen anhand von ausgewählten Substanzen, 80 Prozent betragen muss.

Dies gilt im Kanton Thurgau für Anlagen ab 8000 angeschlossenen Einwohnern, die in ein Fliessgewässer mit einem Anteil von mehr als zehn Prozent bezüglich gereinigtem Abwasser einleiten. Das hält Irene Purtschert, Leiterin Abteilung Abwasser und Anlagensicherheit im Amt für Umwelt, fest.

«Von den 17 kommunalen Kläranlagen im Kanton Thurgau müssen vier Abwasserreinigungsanlagen Investitionen in eine zusätzliche Reinigungsstufe vornehmen», erklärt Purtschert weiter. Dies habe eine Studie ergeben, die das Amt für Umwelt 2014 in Auftrag gegeben hatte.

Näher betrachtet wurden die Anlagen im Einzugsgebiet von Lützelmurg, Murg und Thur. Dabei ist festgestellt worden: Wenn die Anlagen Frauenfeld, Aadorf und Münchwilen ausgebaut würden, die vierte Anlage in Matzingen ein akzeptables Verdünnungsverhältnis erreicht.

Amriswil testet Aktivkohle als Filter

Das ausgewählte Einzugsgebiet ist abwassermässig besonders belastet und gleichzeitig ökologisch sehr wertvoll. Im Einzugsgebiet des Bodensees wird die Anlage Moos in Hefenhofen bei Amriswil mit einer zusätzlichen Stufe ausgerüstet. Grund für den Ausbau sei das schlechte Verdünnungsverhältnis in der Aach. «Derzeit laufen hier Versuche im bestehendem Sandfilter mit granulierter Aktivkohle, was die zusätzliche Reinigungsstufe deutlich günstiger machen könnte», sagt Irene Purtschert.

In Aadorf beginnt der Ausbau der Abwasserreinigungsanlage am Dienstag. Der Baustart wird mit einer kleinen Feier begangen. Hier betragen die Investitionen inklusive Ausbau Biologie 17 Millionen Franken. In Münchwilen wird mit Investitionen zwischen 9 und 15 Millionen Franken gerechnet; in Frauenfeld mit 15 bis 25 Millionen – je nach Verfahren. In der Anlage Moos dürfte der Ausbau rund 2 Millionen Franken kosten. Die Ausbauten in Moos und Aadorf sollen in rund drei Jahren abgeschlossen sein; in Münchwilen und Frauenfeld gilt das Jahr 2025 als Ziel.

Zur Finanzierung werden vom Bund 75 Prozent der Erstinvestitionen abgegolten. Diese Beiträge kommen aus einem Fonds, in den alle an eine Schweizer Kläranlage angeschlossenen Einwohner eine Abgabe von neun Franken jährlich leisten müssen. Diese Abgaben entfallen für Einwohner, die an eine ausgebaute Anlage angeschlossen sind. Die schweizweiten Investitionen in zusätzliche Reinigungsstufen werden auf 1,2 Milliarden Franken geschätzt.

Tiefe Konzentrationen

Organische Spurenstoffe, auch Mikroverunreinigung genannt, sind Stoffe, die im Gewässer in sehr tiefen Konzentrationen vorkommen und nachteilige Wirkung auf Organismen haben können. Dazu gehören viele synthetische Substanzen wie Inhaltsstoffe von Medikamenten, Nahrungs-, Pflege- und Reinigungsmittel sowie Material- und Pflanzenschutzmittel aber auch natürliche Substanzen wie Hormone. (kp)

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