Thurgau veröffentlicht Stelleninserat für kantonalen Klimaschützer – dieser soll eine Klimastrategie erarbeiten

Der Kanton Thurgau sucht per Inserat einen Fachexperten «Koordinationsstelle Klima».

Sebastian Keller
Drucken
Teilen
In Frauenfeld forderten am 6. April 2019 über 200 Personen einen Systemwechsel zu Gunsten des Klimaschutzes.

In Frauenfeld forderten am 6. April 2019 über 200 Personen einen Systemwechsel zu Gunsten des Klimaschutzes.

(Bild: Andrea Stalder)

Der kantonale Klimaschützer soll seine Arbeit am 1. April aufnehmen. Das geht aus einer Stellenausschreibung hervor. Diese hat der Kanton auf seiner Stellenplattform im Internet veröffentlicht. Gesucht wird eine Fachexpertin oder ein Fachexperte «Koordinationsstelle Klima».

Diese Stelle ist neu. Der Grosse Rat hat sie im Rahmen des Budgets 2020 – neben fast 40 weiteren Stellen – bewilligt. Sie ist auch eine Reaktion auf eine politische Forderung. Im Mai des vergangenen Jahres kündigte die Regierung an, eine Koordinationsstelle Klimawandel einrichten zu wollen. Gleichentags erteilte sie der Forderung eine Absage, den Klimanotstand auszurufen.

Klimaschützer soll auch Projektleitungen übernehmen

Regierungsrätin Carmen Haag.

Regierungsrätin Carmen Haag.

(Bild: Andrea Stalder)

Diese Koordinationsstelle wird beim Amt für Umwelt (AfU) angesiedelt. «Wir meinen, dass es im AfU die meisten Anknüpfungspunkte gibt», sagte die zuständige Regierungsrätin Carmen Haag im November gegenüber dieser Zeitung. Nun ist auch klar, wo genau der neue Mitarbeiter angesiedelt wird: in der AfU-Abteilung Luftreinhaltung. Die Mitarbeiter dieser Abteilung befassen sich schwerpunktmässig mit Emissionen. Laut Staatskalender sind die Büros dieser Abteilung an der Ringstrasse in Frauenfeld, in der Nähe der Kantonsschule und des Botanischen Gartens.

Im Stelleninserat zeigt sich auch, welche die Aufgaben des neuen Mitarbeiters sind. So soll er einerseits die Koordinationsstelle aufbauen sowie die strategische Ausrichtung verantworten. Sodann erarbeitet er eine kantonale Klimastrategie sowie einen kantonalen Aktionsplan «Klima». Alles in Zusammenarbeit mit andern Fachstellen, Ämtern und Abteilungen. Die Massnahmen zum Klimaschutz sollen auch überwacht werden; ein entsprechendes Monitoring gilt es aufzubauen.

Damit ist der Aufgabenkatalog noch nicht zu Ende erzählt. «Bei klimaspezifischen, fächerübergreifenden Projekten wirken Sie aktiv mit oder übernehmen die Projektleitung», ist in der Ausschreibung zu lesen. Zu guter Letzt bildet der Fachexperte die Schnittstelle «zu verschiedenen Klimastellen». Aufgezählt werden im Inserat etwa Bundesämter, Kantone, Gemeinden sowie die Forschung. Ferner geht es um Kommunikation und Austausch.

Hochschulabschluss gewünscht

Wer sich für diese neue Stelle bewerben will, sollte über einen Hochschulabschluss verfügen: Die Disziplinen Umweltnaturwissenschaften, Chemie oder Physik, Energie- oder Versorgungstechnik werden explizit aufgezählt. Neben weiteren Anforderungen gilt auch diese: «Fundierte Fachkenntnis kombiniert mit praktischer Erfahrung im Bereich Klimaschutz und Klimaanpassung.»

Bewerbungen für die Stellen hatte der Kanton bereits erhalten, bevor die Stelle überhaupt bewilligt, geschweige denn ausgeschrieben war. Das sagte Regierungsrätin Haag im November. Alleine aufgrund der Absicht, die Stelle schaffen zu wollen, trudelten beim Kanton Blindbewerbungen ein.