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Thurgau: Reform hemmt Steuersenker

In diesem Jahr senkt eine Reihe von Gemeinden ihre Steuerfüsse. Damit dürfte es vorerst vorbei sein: Solange die Auswirkungen der Steuerreform nicht klar sind, werden die Gemeinden wohl abwarten.
Sebastian Keller

13 der 80 Thurgauer Gemeinden senken ihre Steuerfüsse, nur Gottlieben erhöht den Ansatz um fünf Prozentpunkte. Das geht aus einer Mitteilung der Dienststelle für Statistik hervor. Die grösste Reduktion nimmt Eschenz mit fünf Prozentpunkten vor, gefolgt von Müllheim, Roggwil und Wilen mit je vier Prozentpunkten.

Die tiefsten Gemeindesteuerfüsse weisen nach wie vor Horn und Warth-Weiningen mit je 32 Prozent aus. Horn führt schon seit neun Jahren die Rangliste an; Warth-Weiningen schloss 2018 zum Steuerparadies am See auf. Ebenfalls am Bodensee liegt seit Jahren der höchste Steuerfuss: Die Stadt Arbon arbeitet seit 2009 mit 76 Prozent.

Trend der Vorjahre setzt sich fort

Allgemein setzt sich der Trend der Vorjahre fort: 2018 konnten 17 Gemeinden ihren Steuerfuss heruntersetzen. Der grösste Teil der Gemeinden hält auch im laufenden Jahr an ihrem Ansatz fest. Die Bandbreite der Steuerfüsse ist gleich wie im Vorjahr. Gegenüber der Jahrtausendwende sind sie aber deutlich zusammengerückt. «Das ist grundsätzlich eine gute Entwicklung», sagt Jakob Rütsche, Chef der kantonalen Steuerverwaltung. Zurückzuführen sei diese auf den Finanzausgleich, der genau diese Absicht verfolgt.

Die tieferen oder stabilen Steuerfüsse führt Rütsche auf Zuzüger zurück, «die zusätzlich Steuerfranken bringen». Auch juristische Personen – also Unternehmen – steuern mehr.

Gemeinden brauchen Polster

Doch mit den Steuersenkungen dürfte es vorerst vorbei sein: Rütsche geht davon aus, dass die Gemeinden sich in diesem Bereich zurückhalten. Das liegt an der noch ungewissen kantonalen Umsetzung der Steuerreform und AHV-Finanzierung (Staf). In der Botschaft an den Grossen Rat rechnet der Regierungsrat mit Einnahmenausfällen von 40,6 Millionen Franken für Kanton und Gemeinden. Kommunale Körperschaften werden auch entlastet.

Rütsche sagt: «Die Steuerreform kommt bei der heutigen Ertragslage zum richtigen Zeitpunkt.» Er verweist etwa auf die Steuerkraft. «Es kommt aber jetzt darauf an, was der Grosse Rat mit der Vorlage macht.» Dieser beugt sich im laufenden Jahr über die Vorlage. Es eilt: Die Reform sollte am 1. Januar 2020 in Kraft treten.

Die Steuerkraft ist 2018 im Thurgau erneut gestiegen: Mit 2152 Franken pro Kopf ist sie 104 Franken oder rund fünf Prozent höher als im Vorjahr. In über drei Vierteln der 80 Gemeinden nahm die Steuerkraft zu. Am höchsten in Gottlieben mit fast fünf Prozent. Am deutlichsten zurück ging sie in Homburg und Rickenbach mit je über zehn Prozent. Mit 5127 Franken pro Kopf weist wiederum Warth-Weiningen die höchste Steuerkraft aus. Auch am anderen Ende der Rangliste steht noch immer Schönholzerswilen, wo die Steuerkraft 1323 Franken beträgt.

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