Thurgau passt Talentförderung an

Schulgemeinden können talentierte Schüler leichter dispensieren, Eltern müssen für den Schulweg aufkommen.

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Sportschule Bürglen.

Sportschule Bürglen.

Nana Do Carmo

(red) Schulgemeinden können talentierten Schülern Abweichungen von der Stundentafel bewilligen, wenn sie an spezifischen Förderprogrammen teilnehmen. Der Regierungsrat hat das Begabtenförderungskonzept entsprechend geändert.

240 Talente üben und trainieren an acht Orten

Unverändert bleibt die Zahl der Standorte von Talentschulen. Musik und Tanz werden an drei Orten gefördert: in Arbon, Kreuzlingen und Weinfelden. Sportnachwuchs trainiert an fünf Orten: in Amriswil, Arbon, Bürglen, Erlen und Frauenfeld. Gleich bleibt auch die maximale Zahl der an öffentlichen Talentschulen geförderten Talente. Sie liegt bei 240 Schülerinnen und Schülern. Neu wird bei der Definition der Gesamtzahl jedoch nicht mehr zwischen Sport, Musik und Tanz unterschieden.

Eltern müssen für den Schulweg sorgen

Die Bestimmungen zu den Finanzflüssen zwischen den Schulgemeinden und dem Kanton bleiben ebenfalls unverändert. Neu wird jedoch explizit erwähnt, dass die Erziehungsberechtigten für die Kosten des Schulwegs verantwortlich sind.

Anpassungen gab es bei den Aufnahmeverfahren. Neu wird im Bereich Sport jährlich ein sportmotorischer Test unter Aufsicht des Sportamtes durchgeführt. Zudem wird neu explizit auf die Talent Cards von Swiss Olympic Bezug genommen.

Die entsprechenden Sportverbände und -vereine müssen zudem den Verbleib im Programm jährlich bestätigen. Damit gleicht sich das Aufnahmeverfahren im Bereich Sport den Abläufen in den Bereichen Musik und Tanz mit seiner zentralen Aufnahmeprüfung an. Dort bleiben die Bestimmungen unverändert.

Zusätzliche Plätze an privaten Talentschulen

Wie bisher können mit privaten Sportschulen wie der Nationalen Elitesportschule (NET) am Talent-Campus der SBW in Kreuzlingen Leistungsvereinbarungen zur kantonalen Unterstützung von Sporttalenten abgeschlossen werden. Die Obergrenze der unterstützten Plätze wird von heute 40 auf 45 in privaten Talentschulen festgelegt. Für ausserkantonale Angebote stehen maximal 40 unterstützte Plätze zur Verfügung.

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Larissa Flammer